Belarus: Reisebüros bieten Pauschalreisen nach Europa an

Flüchtlinge von heute? (Symbolfoto: Von illpaxphotomatic/Shutterstock

An der Grenze zwischen Weißrussland und Polen wurden verschiedene Dokumente bei EU-Einwanderern gefunden, die zeigen, daß die Migranten mit dem Versprechen, nach Europa zu kommen, nach Weißrussland gereist sind. In Weißrussland sollen Reisebüros inzwischen Pauschalreisen für Gruppenreisende mit Ziel EU und dann „Germany“ anbieten.

Die Reise endet vorerst an der provisorischen Stacheldrahtgrenze zu Polen. Immer wieder versuchen die sogenannten Flüchtlinge, meist jungen Männer aus dem Irak, Syrien, Jemen, Iran, Afghanistan, usw.), gewaltsam die Grenze von Belarus ins Nachbarland, und damit in die EU, zu überwinden. Ihr formuliertes Ziel „No Belarus, no Poland, Germany!“. Seit August haben laut SchengenVisaInfo fast 16.000 Menschen versucht, die Grenze illegal zu überschreiten. Angeblich rund 4500 von ihnen haben es bereits nach Deutschland geschafft, wie eine Sprecherin des Innenministeriums mitteilte.

Die an Migranten vermarkteten Pauschalreisen umfassen sowohl die eigentliche Reise als auch die erforderlichen Dokumente für die Einreise nach Weißrussland, berichtet SchengenVisaInfo weiter.

Der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Heiko Teggatz, fordert angesichts „explosionsartig“ steigender Zahlen, temporären Grenzkontrollen. Nur mit ihnen könne „die Bundesregierung einem „Kollaps“ an den Grenzen wie 2015 vorbeugen“. Besonders beunruhigt ist er aber angesichts möglicher Corona-infizierte „Flüchtlinge“, die die Gesundheit seiner Mitarbeiter bedrohen würden.

Für Regierungssprecher Steffen Seibert sind weder Corona noch explodierende Zahlen ein Grund zur Besorgnis: „Wir sind ja in keiner Weise in einer Situation wie 2015, was mancher so anklingen lässt“, verkündet er gegenüber der Tagesschau.

Unterdessen versuchen Polen zusammen mit  Lettland und Litauen den „Flüchtlings“-Strom aufzuhalten. Auch die beiden baltischen Saaten verschärfen ihre Grenzsicherung zu Weißrussland. Nachdem Polen den Bau einer 400 Millionen Euro teuren Mauer mit Überwachungssystem angekündigt hat, gab jetzt auch die litauische Regierung grünes Licht für eine 508 Kilometer lange Grenzmauer zu Belarus: „Wir brauchen eine physische Barriere, um den hybriden Angriff des belarussischen Regimes gegen Litauen und die gesamte EU abzuwehren“, so die litauische Premierministerin Ingrida Šimonytė. (MS)