„Belarus-Flüchtinge“ – Mit Baumstämmen, Äxten und Steinen über den Stacheldraht

Foto: Shutterstock

Mit Hilfe von Baumstämmen hat eine Gruppe Weltreisender versucht, die Stacheldrahtgrenze zu Polen gewaltsam zu überwinden, das berichten polnische Grenzschützer. Sie sollen sich zudem mit Äxten und Zangen bewaffnet sowie die Grenzschützer und Soldaten mit Steinen beschmissen haben. 

In der Nähe des Dorfes Usnarz Gorny hätten sechs Personen Baumstämme auf den Stachelzaun gehievt, um ihre Weiterreise nach „Germany, Germany“ durchzusetzen. 16 von ihnen gelang so kurzfristig ihre „Einreise“ nach Polen. Doch die polnischen Grenzer reagierten mit dem Einsatz von Tränengas und drängten die zukünftigen Deutschen mit Gewalt zurück auf weißrussisches Territorium, heißt es weiter.

Tiger-Bettvorleger Innenminister Seehofer funkt mal wieder unterschiedliche Signale: Einerseits bedankt er sich in einem Brief an seinen polnischen Amtskollegen Mariusz Kamiński für den „Schutz unserer gemeinsamen Außengrenze“ und möchte angesichts explodierender Einreisezahlen die gemeinsamen Patrouillen der polnischen und deutschen Grenzdienste „intensivieren“. Die Grenze schließen, um ein zweites 2015 zu verhindern, das sich seiner Ansage nicht wiederholen werde, will er aber auf keinen Fall. Eine Grenzschließung werde von niemandem beabsichtigt, so der CSU-Phrasen-Verkündigungsminister Seehofer nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch.

Laut Bundesinnenministerium wurden dieses Jahr bereits rund 5700 Flüchtlinge, die über Belarus kamen, an der deutsch-polnischen Grenze „erfasst“ – die Dunkelziffer dürfe höher liegen. Allein im laufenden Monat Oktober sind nach Angaben der Bundespolizei rund 3000 Migranten aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Iran registriert worden.

Rund 16.000 Einreisen hat Polen seit August verhindert. Sie alle warten weiterhin an der polnisch-weißrussischen Grenze auf ihr Durchkommen nach Deutschland.

Olaf Jansen, Direktor der Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt, einem von vier Zentren in Brandenburg, in denen die sogenannten Flüchtlinge mit allem, was nötig ist versorgt werden, rechnet mit 10 bis 15. 000 Neuankömmlingen in den kommenden drei Monaten, wie er in einem Interview mit der polnischen Nachrichtenwebsite Wirtualna Polska verkündete.

Trotz des veröffentlichten „Beweis-Videos“, wollen deutsche Medien nicht glauben, was sie sehen und weisen darauf hin, daß die Angaben nicht unabhängig überprüft werden könnten, denn schließlich seien „neutralen“ Augenzeugen, wie sie selbst und Hilfsorganisationen der Zutritt zu dem Gebiet angesichts des von Polen ausgerufenen Ausnahmezustandes verboten. (MS)