Ofarim-Skandal: Westin-Hotel-Mitarbeiter entlastet

Ein Lügner? Gil Ofarim (Foto: Imago)

Die interne Untersuchung des Leipziger Westin-Hotels durch eine beauftragte Anwaltskanzlei hat keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten des beschuldigten Mitarbeiters ergeben. Er darf an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, übernimmt aber seine Aufgaben nicht in vollem Umfang, da es gegen ihn wegen der Antisemitismus-Vorwürfe massive Drohungen gegeben hatte. 

Der Vorwurf war schwer, die Empörung groß: Der Rockmusiker Gil Ofarim warf einem Mitarbeiter des Leipziger Westin-Hotels vor, ihn am Abend des 4. Oktobers in der Hotellobby antisemitisch beleidigt zu haben. Er habe ihn aufgefordert, „seinen Stern“ einzupacken, einen Davidsternanhänger an einer Kette, die er nach eigenen Angaben immer trägt.
Das Hotelmanagement reagierte und kündigte nach den Anschuldigungen eine interne Untersuchung durch eine Anwaltskanzlei an. Die Ermittlungsergebnisse liegen nun laut RND vor: Auf Grundlage der Ergebnisse habe das Management entschieden, keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen gegen den beschuldigten Mitarbeiter zu ergreifen, da keine objektivierbaren Anhaltspunkte für den Vorfall vorliegen würden, heißt es dort.

Für den 118-seitigen Untersuchungsbericht, hatten die Anwälte Zugang zu den Zeugenaussagen sowie zu den Videoaufzeichnungen aus dem Hotel. Auch Check-in-Daten, E-Mails und Telefonanrufe zum derzeitigen Zeitpunkt seien ausgewertet worden. Die Kanzlei habe laut einer Pressemitteilung alle Gäste und Mitarbeitenden identifiziert, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auch in der Rezeption befanden.

Der entlastete Mitarbeiter, der nach den Vorwürfen beurlaubt wurde, darf nun an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, wenn auch mit Einschränkungen. Er übernimmt seine Aufgaben „nicht in vollem Umfang“, heißt es, da es gegen ihn massive Anfeindungen gegeben habe.

Der 39-jährige Sänger, der auch als Schauspieler, Musical-Darsteller, Synchronsprecher und Radiomoderator seine Brötchen verdient, bleibt indes bei seiner Darstellung, aufgrund seiner Davidstern-Kette antisemitisch beleidigt worden zu sein: „Ich habe meine Kette angehabt – wie immer. Ich trage sie auch in den sozialen Netzwerken oder bei Auftritten, deshalb wurde ich angefeindet,“ erklärte ergegenüber dem RND. Zuvor hatte die Bild Zeitung Videoaufnahmen veröffentlicht, auf denen der Sänger zum Zeitpunkt des Vorfalls die Kette nicht sichtbar trägt. (MS)