Erdingers Absacker: Die Erregung der geistig Impotenten

Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

+++ Reichelt-Döpfner all day long. Im „SPIEGEL“ gab einer der Reserve-Relotiusse seinen Senf zu Reichelts „Mumu Files“ ab. Treffen wollte Stefan „Spiegel“ Kuzmany damit den Springer-CEO Mathias Döpfner. Dabei hat er aus Versehen mehr über sich selbst verraten, als er wahrscheinlich beabsichtigt hatte. „Nicht erst seit dem öffentlich gewordenen DDR-Vergleich darf man sich fragen, ob Mathias Döpfner ein politischer Wirrkopf ist. Tatsächlich irrlichtert der Springer-Chef schon lange.“ – Darf man fragen, wen Kuzmany gefragt hat, was er sich fragen darf? Darf man fragen, wer die von Bill Gates gesponserten Minder-Relotiusse beim „SPIEGEL“ ermächtigt hat, vom Irrlichtern anderer Leute zu reden? Darf man fragen, wofür man beim „SPIEGEL“ die eigene Leserschaft zwangsläufig halten muß, um ihr „voll der löblichen Integrität“ einen wie Kuzmany aufs Auge zu drücken? Der scheinheilige „SPIEGEL“-Jakobiner: „All diese Fragen berühren die moralische Verfasstheit eines Mannes, der nicht nur Vorstandsvorsitzender und Großaktionär des Springer-Konzerns ist, sondern auch noch dem BDZV, dem Verband der deutschen Zeitungsverleger, vorsitzt und in dieser Funktion regelmäßig Reden über die Integrität der Presse hält„. – Das „Irrlichtern“ von Döpfner will der „löblich integre“ Kuzmany an einem Chat festmachen, der am 1. März dieses Jahres zwischen Döpfner und Benjamin Stuckrad-Barre stattgefunden hatte. Döpfner soll angemerkt haben, Reichelt sei „halt wirklich der letzte und einzige Journalist in Deutschland, der noch mutig gegen den neuen DDR-Obrigkeitsstaat aufbegehrt„. Der „völlig integre“ Kuzmany, einer der lohnabhängigen Presstituierten genau dieses DDR-Obrigkeitsstaates, glaubt also tatsächlich, ausgerechnet er selbst sei der „genehmigte Mann“ (er darf das offensichtlich), um über die fehlende Integrität und die moralische Verkommenheit irrlichternder und wirrköpfiger Kollegen herzuziehen. Ein inexistenter Intelligenz-Experte: Der „SPIEGEL“-Leser, der früher angeblich „mehr wusste“, ist inzwischen derartig verblödet, daß er nicht einmal mehr merkt, wer ihn am perfidesten verarschen will. +++

+++ Der prominente Medienanwalt Ralf Höcker lieferte ein Update zu einem Tweet, den er am 24. August verbreitet hatte. Damals hatte Ralf Höcker prognostiziert, daß es zu einer Schmutz-Kampagne gegen den von Reichelt gegründeten Sender „BILD-TV“ kommen würde. Das sei schon beim Start von „Fox-News“ so gewesen. Das Totschlagargument gegen die beiden Neugründungen würde auf „Fake-News“ lauten. Dabei habe er als Medienanwalt die sogenannten „Qualitätsmedien“ inzwischen „öfter vor der Flinte“ als ausgerechnet „BILD“. Sein Twitter-Update vom 22. Oktober: Er habe sich geirrt. Die jüngste Kampagne richte sich gegen „BILD“ insgesamt. Julian Reichelt sei bereits erfolgreich als vermeintlicher Sexist gecancelt worden. Jetzt laufe es wie immer – der nächste sei dran: Matthias Döpfner solle diskreditiert und demontiert werden. Für ihn habe sich der SPIEGEL das Etikett des irrlichternden Irren überlegt. Den inexistenten Intelligenz-Experten, der sich über den Niedergang des Mehrwissens von „SPIEGEL“-Lesern ausgelassen hatte, konnte Höcker naturgemäß nicht berücksichtigen. Was nicht existiert, das gibt es logischerweise auch bei Ralf Höcker nicht. +++

+++ Jasmina Kuhnke – schon mal gehört? Nein, das ist nicht die Putzfrau mit Migrationshintergrund, die unter Stefan Kuzmanys Schreibtisch beim „SPIEGEL“ den Dreck wegwischt. Jasmina Kuhnke ist eine dieser literaturnobelpreisverdächtigen „Geschriebenhabenden“ oder „Autor:innen“, die wegen der Teilnahme „rechter Verlage“ an der Frankfurter Buchmesse ihr eigenes „Schreibend:innenwerk“ nicht ausstellen wollten. Neben „Nazis“ wolle die dunkelhäutige Schriftgriffeline Kuhnke weder sitzen, noch wolle sie welchen begegnen – und reden wolle sie mit den solchen auch nicht, hatte sie mitgeteilt. Jasmina Kuhnke nennt sich bei Twitter „Quattromilf“. Am 2. September hatte sie – mindestens so integer wie Kuzmany – getwittert: „Ich finde ja, privilegierte weiße Deutsche sollten sterilisiert werden, um die Umwelt zu schonen!“ Ein inexistenter Weisheits-Experte kommentierte wie folgt: „Da haben die weißen Nazis auf der Buchmesse nochmal Glück gehabt, daß ihnen die Dunkel-Nazis die Show nicht gestohlen haben.“ +++

+++ Überhaupt Twitter. Der 44-jährige Zwitscherchef Jack Dorsey hat es immer schwerer mit seinem sozialen Netzwerk resp. jenen ungehorsamen Nutzern, denen Dorseys Gebote am Allerwertesten vorbeigehen. Nicht nur, daß der Taliban-Pressesprecher dort einen Account hat, während der von Donald Trump gelöscht worden war: Nun „trendet“ bei Twitter auch noch der Hashtag #2GBoykott. Interessant zu beobachten ist, wie die Stimmung in der Gesellschaft kippt, sofern sie sich bei Twitter repräsentativ widerspiegelt. Die bisherige Zustimmung zu 3G- und dann auch zur 2G-Regel scheint sich gerade in Ablehnung umzukehren. Wenn Dorsey alle entsprechenden Accounts löschen würde, dann wäre das ein schwerer Schlag für die eigene Firma. Ein inexistenter Reichtums-Experte meint aber, Dorsey könne sich auch ganz ohne Twitter zur Ruhe setzen. Noch nicht einmal verkaufen müsse er sein soziales Netzwerk, sondern er könne es auch einfach „in die Tonne treten“. Dorseys Privatvermögen werde auf über 14 Mrd. US-Dollar geschätzt, was für einen ruhigen Lebensabend in der analogen Welt gerade so ausreichend sein sollte. +++

+++ Es gibt ein Bauwerk in Deutschland, das die wiederauferstandene, moraldeutsche Großmannssucht vor den Augen der Welt tagtäglich demaskiert: Den Flughafen Berlin-Brandenburg (BER). Erst wurde er ewig nicht fertig; bis er dann fertig war, ist er um ein Mehrfaches teurer geworden, als ursprünglich kalkuliert worden war – und seit er eröffnet worden ist, funktioniert dort nichts so, wie es soll. Man mag mich kleingeistig nennen, wenn ich das bemängele, und erwidern, wer die Aufgabe habe, den Planeten, das Weltklima und die ganze Menschheit zu retten, könne sich nicht von Kleinscheiß wie einem Flughafen davon ablenken lassen. Der Report eines Co-Piloten von „Easy-Jet“ in der Morgenpost ist trotzdem ernüchternd, was den zu erwartenden Erfolg bei der Menschheits- und Planetenrettung betrifft. Geplanter Abflug von Palma de Mallorca nach Berlin um 19:35 Uhr. Keine Startfreigabe. Begründung: BER hat nur eine Start- und Landebahn geöffnet und es sei viel los in Berlin. Start um 20:50 Uhr. Ankunft BER um 22:50 Uhr. Die Türen des Fliegers bleiben zu. Begründung: Keine Gangway verfügbar, resp. kein Personal verfügbar, um eine heranzuschaffen. Gangway kommt dann um 23:10. Erste Gepäckstücke in der Ankunftshalle kurz vor Mitternacht. Durchsage des Co-Piloten um 22:50 Uhr nach der Landung: „Am BER sind wir in Gottes Hand.“ Ein inexistenter Theologie-Experte: „Der BER ist so etwas wie eine zivilreligiöse Kirche. Man fährt dorthin, weil man fest daran glaubt, daß am Ende alles gut werden wird. Dafür nimmt man in Kauf, sich über die Durchsagen dort genauso zu ärgern, wie über die Predigt einer evangelischen Pfarrenden in der normalreligiösen Kirche.“ +++