Impfen: Schneller, härter, mehr!

Foto: Menschen mit Maske (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Offensichtlich bringt die ganze Impferei überhaupt nichts. Insbesondere bei denen nicht, die ja angeblich durch die Impfung besonders geschützt sein sollten:

Ärzteverbände und Patientenschützer fordern deutlich mehr Tempo bei den Corona-Auffrischimpfungen für Hochbetagte und Vorerkrankte. „Boosterimpfungen für die vulnerablen Gruppen werden gerade mit Blick auf die steigenden Zahlen dringend gebraucht“, sagte der Bundesvorsitzende des Virchowbundes der niedergelassenen Ärzte, Dirk Heinrich, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe). „Leider ist das nicht bundesweit einheitlich geregelt, sodass es mancherorts zu Verzögerungen kommt.“

In der Pflicht stehe insbesondere der Hausärzteverband. „Er hat schon ganz früh die Schließung der Impfzentren gefordert, weil diese angeblich nicht gebraucht würden. Das war ein Fehler“, sagte Heinrich.

„Daher muss der Verband jetzt flächendeckende Boosterimpfungen, auch in Pflegeheimen, durch die Hausärzte sicherstellen und mobile Impfteams dorthin schicken.“ Der Virchowbund-Chef appellierte an alle niedergelassenen Ärzte, auch jenen Risikopatienten die dritte Impfdosis zu verabreichen, die ihre ersten Impfungen in Impfzentren bekommen haben. „Hier darf niemand durchs Raster fallen. Es kann ja nicht sein, dass jemand, der die Auffrischimpfung benötigt, stundenlang rumtelefonieren muss.“ Auch der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, beklagte den „schleppenden Verlauf“ beim Boostern: „Die Kassenärztlichen Vereinigungen tragen die Verantwortung dafür, dass nach gut drei Monaten gerade mal zwölf Prozent der über 70-Jährigen ein drittes Impfangebot erhalten haben“, sagte Brysch. „Jetzt rächt es sich, dass gerade auf Druck der Kassenarztfunktionäre die Impfzentren und mobilen Teams größtenteils abgeschafft wurden.“

Von einem bundesweit einheitlichen Corona-Konzept sei Deutschland heute weit entfernt, obwohl Herbst und Winter vor der Tür stünden. „Für Pflegeheimbewohner, ambulant versorgte Pflegebedürftige und Krankenhauspatienten wird der Corona-Schutzschirm sogar immer schwächer“, sagte Brysch. Um das zu ändern, brauche es für diese Gruppen auch „eine systematische Überprüfung des Immunstatus und tägliche Tests für die Betroffenen, ihre Angehörigen und Pflegekräfte“. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts der erneut steigenden Corona-Inzidenzen in Deutschland eine deutliche Ausweitung der Auffrischungsimpfungen bei Risikogruppen. „In Anbetracht der steigenden Fallzahlen auch bei Älteren ist eine neue Impfkampagne zur Nutzung der Booster-Impfungen in dieser Altersgruppe jetzt unbedingt nötig“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Hintergrund ist die steigende Sieben-Tages-Inzidenz in Deutschland. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) war sie am Wochenende erstmals wieder dreistellig und stieg zu Wochenbeginn auf 110,1 Neuansteckungen je 100.000 Einwohner.

Die Alten und Kranken selber werden wohl gar nicht erst gefragt. Und wenn dann die dritte Impfung auch nichts bringt – außer den bekannten tödlichen Nebenwirkungen – wird eine vierte Impfung empfohlen – und eine fünfte, sechste, siebte. Irgendwie wird man die Leute doch noch ins Grab bringen können.

Hier weitere Meldungen aus der Coronahölle:

Karliczek will bei Wegfall der Maskenpflicht mehr Tests an Schulen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert bei Wegfall der Maskenpflicht vermehrte Corona-Tests in den Schulen. „Ich kann auch jetzt noch nachvollziehen, dass vielerorts an den Schulen die Maskenpflicht aufgehoben ist“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagsausgaben). Das Tragen von Masken beeinträchtige den normalen Unterricht und sei für die Schüler belastend.

„Allerdings sollte bei einer Lockerung der Maskenpflicht weiter oder sogar vermehrt in den Schulen getestet werden“, ergänzte sie. „Das gilt gerade in der Zeit nach den Herbstferien.“ Auch danach sollte aus Gründen des Gesundheitsschutzes in den Schulen regelmäßig getestet werden, sagte die Ministerin.

„Es ist unangenehm, aber wir dürfen die Infektionsentwicklung nicht außer Acht lassen.“ Sie fügte hinzu: „Wenn die Inzidenz wieder deutlich steigt, könnte vor Ort über eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in den Schulen nachgedacht werden.“ Das Infektionsgeschehen müsse angesichts der steigenden Ansteckungsraten weiter genau beobachtet werden, sagte die Bundesbildungsministerin.

„Diese Pandemie bleibt auch in diesem Herbst und Winter eine große Herausforderung, auch wenn wir dank der Impfungen eine weitaus bessere Ausgangslage haben als vor einem Jahr“, so Karliczek. „Aber nach wie vor ist es notwendig, die grundlegenden Schutzmaßnahmen einzuhalten.“ Nach wie vor sei das Impfen die richtige und notwendige Antwort auf die Pandemie, führte die Ministerin aus.

„Auch aus meiner Sicht als Bundesforschungsministerin kann ich nur sagen: Die zugelassenen Impfstoffe sind sicher und wirksam“, sagte Karliczek. Jeder, der sich impfen lasse, trage dazu bei, dass sich die Erkrankung nicht weiterverbreite.

Hamburg will Pandemie-Notlage bis Ende Dezember verlängern

Im Streit um das Ende der epidemischen Lage hat Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zwei Kompromissvorschläge vorgelegt. Die noch bis 24. November geltenden Pandemie-Notlage soll nicht erneut um weitere drei Monate zu verlängern, sondern nur bis Ende Dezember, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagsausgaben). „Die beste Lösung wäre, die Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite noch einmal bis Ende des Jahres zu verlängern“, so Tschentscher.

Als weitere Möglichkeit brachte er eine Übergangslösung ins Spiel: „Wenn die politische Kraft dafür im Deutschen Bundestag nicht ausreicht, muss es eine Übergangslösung geben, die den Ländern gerichtsfest Maßnahmen zur Maskenpflicht, zu Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen im Sinne von 2G- und 3G-Regelungen ermöglichen“, sagte er. Tschentscher argumentierte, die Corona-Infektionszahlen würden in den kommenden Wochen aus saisonalen Gründen wieder stark ansteigen. „Dies wird auch zu einem erneuten Anstieg der Zahl der Intensivpatienten führen, da die Impfquoten in vielen Ländern und in Deutschland insgesamt noch nicht ausreichen. Es ist daher wichtig, grundlegende Schutzmaßnahmen in dieser Zeit weiter aufrechtzuerhalten“, so der SPD-Politiker.

Deutschland spendet über 17 Millionen Impfdosen

Deutschland hat bislang 7,6 Millionen Corona-Impfdosen des Herstellers Astrazeneca bilateral anderen Ländern zur Verfügung gestellt. „Damit sind seitens des Bundes keine Bestände an Astrazeneca mehr auf Lager“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagsausgabe). Hinzu kommen noch einmal zehn Millionen Dosen, die der Bund im Rahmen der Impfstoffinitiative „Covax“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) übergeben hat.

Die meisten Dosen hat Vietnam auf direktem Wege erhalten (2,6 Millionen), es folgen die Ukraine (1,5), Ägypten, Ghana (beide 1,5) und Namibia (0,2). In der Auflistung enthalten sind auch 350.000 Dosen, die nach Thailand geliefert werden sollen. Diese Lieferungen stehen aber noch aus.

„Die Bundesregierung beabsichtigt, alle nicht für den nationalen Bedarf benötigten, pharmazeutisch einwandfreien und noch versandfähigen Impfdosen an Drittstaaten zu spenden“, so der Sprecher. Insgesamt hat die Bundesregierung zugesagt, 100 Millionen Impfdosen verschiedener Hersteller unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Deren Verteilung soll in großen Teilen über „Covax“ erfolgen.

Zudem investiert der Bund nach eigenen Angaben 2,2 Milliarden Euro in die globale Corona-Bekämpfung, davon rund 1,6 Milliarden Euro direkt in die WHO-Initiative „Covax“. Seit Oktober gehen zudem alle Dosen des Herstellers „Johnson & Johnson“, die nach Deutschland geliefert worden sind, direkt an „Covax“. Über die Initiative sollen weltweit Menschen, die von der öffentlichen Gesundheitsversorgung ausgeschlossen sind, Impfangebote erhalten.

Unter den bislang gespendeten Impfstoffdosen sind nach offiziellen Angaben fünf Millionen Dosen, die der Bund vom pharmazeutischen Großhandel und von den Bundesländern wegen fehlenden Bedarfs wieder eingesammelt hatte. (Mit Material von dts)

Das hier bitte bestellen!