Erdingers Absacker: Die vier Grazien des Bundestages und die Profiteure der Bildungskatastrophe

Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

+++ In den sozialen Netzwerken macht allerweil ein sensationelles Foto die Runde. Es zeigt vier Grazien, allesamt Bundestagsabgeordnete, eine davon Bundestagsvizepräsidentin, eine weitere möglicherweise zukünftige Außenministerin. Es geht um Katrin Göring-Eckardt, Claudia Roth, Ricarda Lang und Annalena Baerbock, allesamt bei den Grünen. Drei der Grazien scheinen direkt von einem Mittelalter-Markt zu kommen, Annalena Baerbock ist ihnen vermutlich nur so über den Weg gelaufen. Jedenfalls halten sie ein launiges Pläuschchen, sind guter Dinge, Göring-Eckardt scheint gerade etwas recht Erbauliches zu erzählen. Sie trägt ein grünes, knöchellanges Kleid, und hat die Pose einer Predigerin eingenommen. Wo hat man ein solches Kleid schon einmal gesehen? – Genau. Auf alten Kupferstichen von Hexenverbrennungen. Die Finger ihrer Predigerhände sind extrem gestreckt. Rechts von ihr, fest auf dem linken Standbein ruhend, das rechte Spielbein graziös nach vorne gestreckt, der Strumpfhosenprinz in weißen Beinkleidern und weißen Turnschuhen. Der Prinz heißt Claudia Roth. Von seinen Schultern hängt ein fast schon weißes Verhüllungsstück herab, das aussieht wie ein untaillierter Kartoffelsack in der Glanzstoff-Flauschi-Version. Es endet deutlich oberhalb der Kniescheiben des Prinzen, so daß die wohlgeformten und durchtrainierten Waden des Prinzen überaus vorteilhaft zur Geltung kommen. Garniert ist das Ganze von einem seidigen Schal in der Farbe eines Lachses, der schon vor längerer Zeit gestorben ist. Locker ist er auf den Schultern des verwegenen Prinzen um seinen kräftigen Hals herum drapiert. Alles ist farblich perfekt auf die grauen Haare des jugendlich gebliebenen Strumpfhosenadligen abgestimmt. Sein hocherfreutes Lächeln läßt vermuten, daß er einen Werbevertrag mit Blend-a-med hat, weil in der Zahnpastawerbung alle so dämlich grinsen, damit man ihre weißen Beißerchen sehen kann. Rechts von Claudia Roth wiederum ist Ricarda Lang zu sehen. Sie trägt irgendwelche schwarzen Frauenkampfstiefel, aus denen oben dicke schwarze Wollsocken herausschauen. Der martialische Anblick wird etwas abgemildert durch einen Umhang in der Farbe von Stierblut, der bei seinem Entwurf wahrscheinlich einmal als Kleid gedacht war, an Ricarda Lang aber zum Umhang verkommen mußte. Aber auch Ricarda Langs Umhang verströmt eine flauschige Anmutung. Man fragt sich nicht wirklich, ob sie ein Kind unter ihrem Herzen trägt, auch wenn es so aussieht. Wer sollte so etwas getan haben? Die vierte im Bunde ist Frau Annalena Baerbock, die ebenfalls amüsiert zu sein scheint. Sie trägt ein hellblaues Plisseekleid mit hellbraunen Pumps und sieht noch am ehesten so aus, als sei sie der Gegenwart entsprungen. Verdächtig ist nur, daß sie offenbar guter Laune ist. Schließlich weiß man, was sie allen Ernstes den lieben langen Tag lang meint & findet. Man kann sich also an drei Fingern abzählen, welchen Schwank aus dem Leben die mit dem Fummel von der Hexenverbrennung gerade zum Besten gibt. Ein inexistenter Rückschluß-Experte italienischer Herkunft meinte zu der meisterlichen Bildkomposition, sie sei sehr verdienstvoll, weil es ausreiche, sich dieses Bild zu betrachten, um zu wissen, daß man sich die Zeit sparen kann, die man bräuchte, um die Reden der vier abgebildeten Grazien im Bundestag zu verfolgen. Deutschland habe fertig, so der inexistente Rückschluß-Experte italienischer Herkunft. Aber sowas von. +++

+++ Die Landwirtinnen und Landwirte, früher einfach „die Bauern“, bekommen keinen Kunstdünger mehr zu kaufen, was aus olfaktorischen Gründen nichts Gutes verheißt für die heimischen Nahrungsmittelproduzierend:innen. „Die Düngerpreise steigen innerhalb einer Woche um 150 Euro je Tonne. Das gab es noch nie. Zu kaufen kriegen die Landwirte trotzdem nichts. Lesen Sie, was die Ursachen sind.„, heißt es bei „Agrarheute„. Dann liest man es und weiß Bescheid. Einer der Gründe von mehreren: „Der größte deutsche Ammoniak-Produzent, die SWK Piesteritz will die Produktion wegen der seit Wochen stark gestiegener Gaspreise um 20 Prozent drosseln, teilte das Unternehmen jetzt mit. ‚Das mittlerweile erreichte Niveau ermöglicht keine ökonomisch sinnvolle Produktion mehr, so dass wir uns zu diesem Schritt gezwungen sehen‘, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung Petr Cingr.“ Ähnliches gilt für die Aluminiumproduzenten. Die Energiekosten für die Alu-Produktion waren schon in den vergangenen Jahren so hoch, daß fast die gesamte Alu-Produktion ins Ausland verlagert wurde. Wer im Lande geblieben ist, hat nun mit einem Rohstoffmangel zu kämpfen. China liefert kein Magnesium mehr. Ein inexistenter Welthandels-Experte erklärte: Globalisten haben derartig viel Scheiße im Hirn, daß man die Felder damit düngen könnte. +++

+++ In eigener Sache: Meinereiner ist kein geselliger Mensch. Ausgerechnet Arthur Schopenhauer weiß, warum das so ist. Er liest offensichtlich meine Kolumne. Schopenhauer sagt: „Ein Genie kann kaum gesellig sein, denn welche Dialoge könnten in der Tat so intelligent und unterhaltsam sein wie seine eigenen Monologe?“ Dennoch befielen mich Zweifel, denn Schopenhauer sagte auch, daß es mehr Charakter erfordere, falsche Ansichten zu revidieren, als auf ihnen zu beharren. Zum Glück mußte ich nicht lange darüber nachdenken, ob diese Einsicht irgendeine Relevanz für mich hat. Ich habe nie falsche Ansichten. Ein inexistenter Experte für Charakterstudien aller Art nannte mich trotzdem einen arroganten Spinner, der nichts wirklich ernstnimmt. Ernsthaft: Was soll so ein inexistenter Experte schon ausrichten gegen ein Genie? – Na also. +++

+++ Absolut unwahr ist die Geschichte des Grünwählers, der angeblich erklärte, warum er die Grünen gewählt hat. Dieser Zeitgenosse soll wortwörtlich behauptet haben: „Ich habe die Grünen gewählt, weil durch die hohen Benzinpreise die Überholspur nicht mehr von Geringverdienern blockiert wird.“ Ein inexistenter Autobahn-Experte erklärte, dieses Motiv sei schon deswegen undenkbar, weil ein Grünwähler gar nicht erst unfallfrei bis in die Überholspur kommt. Schließlich fahre man von rechts in die Autobahn ein. +++

+++ Andreas Kemper, weltberühmter linker Profiteur der deutschen Bildungskatastrophe, stellte bei Twitter aus, was er für Durchblick hält. Einem Twitter-Benutzer, der beim Thema Erbschaft geäußert hatte, daß er sein von ihm erwirtschaftetes und bereits versteuertes Vermögen gern an seine eigenen Kinder vererben würde, antwortete Kemper: „Und viele andere wollen auch etwas erben, obwohl sie arme Eltern haben. Interessenkonflikt? -> Demokratisch abstimmen.“ Ein inexistenter Demokratie-Experte überlegte sich daraufhin, wie wohl die Mitteilung des demokratischen Kemperkollektivs an den Erblasser formuliert werden müsste – und kam zu folgendem Ergebnis: „Sehr geehrter Erblasser und reicher Sack! Wir haben demokratisch abgestimmt. Das Ergebnis ist das folgende: Ihr Geld gehört uns. Mit freundlichen Grüßen – i.A. Kemper“. +++

+++ Noch ein Profteur der deutschen Bildungskatastrophe ist der vergleichsweise junge Kognitionspsychologe Christian Stöcker. Stöcker schreibt Kolumnen für den „Spiegel“, weswegen ihn weniger Wohlmeinende oft als „Reserve-Relotius“ bezeichnen. Stöcker äußerte sich ebenfalls bei Twitter zu den hohen Spritpreisen. „‚Börse vor acht‘ erklärt das Verhältnis von Steuern zu Benzinpreis unter der Überschrift ‚Wie der deutsche Staat profitiert‘. Das ist, sorry, das Framing rechtsradikaler Libertärer. Der ‚deutsche Staat‘ baut und unterhält die gesamte Infrastruktur, die den Sprit wertvoll macht.“ Tatsache ist, daß noch nicht einmal die KfZ.-Steuer vollumfänglich dafür verwendet wird, die asphaltierte Infrastruktur zu bauen und zu unterhalten. Von Öko-, Produkt-, CO2- und Mehrwertsteuer auf den Sprit braucht man da gar nicht mehr zu reden. Tatsache ist auch, daß Stöcker Professor an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist. Ein inexistenter Akademie-Experte: Kein Mensch weiß, – sorry – , wie er das geschafft hat, aber Vermutungen gibt es. Allesamt sind sie wenig schmeichelhaft sowohl für Stöcker als auch für die Leute, die ihm dabei die Stange gehalten haben. +++