Teufel auch: Humboldt Forum distanziert sich von Bibelwort am Schloss

Stadtschloss (Bild: shutterstock.com/ Von elxeneize)
Stadtschloss (Bild: shutterstock.com/ Von elxeneize)

Die überkandidelten Verantwortlichen des Humboldt Forum distanzieren sich von Bibelwort am Berliner Stadtschloss. Man hält die Inschrift für einen unzumutbaren „Herrschaftsanspruch des Christentums“ und will mit einer Text-Tafel darauf hinweisen. Da wünscht man sich doch wieder die vier Fäuste für ein Halleluja! 

Die Bundesstiftung Humboldt Forum schämt sich für die originalgetreu wieder angebrachte Inschrift, die der preußische König Friedrich Wilhelm IV. 1844 in der Kuppel des Stadtschlosses hat anbringen lassen. Dort ist nun, nach dem Wiederaufbau des Gebäudes von der Dachterrasse des Berliner Humboldt Forums, die am 16. Oktober für die Öffentlichkeit geöffnet wurde, zu lesen:

„Es ist in keinem andern Heil, (…) denn in dem Namen Jesu, zur Ehre Gottes des Vaters. Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“ (Apostelgeschichte IV, 12 und Philipper II, 10).

Die überkandidelten Verantwortlichen des Humboldt Forum quälen sich mit der Sorge, dass sich – Achtung: „Menschen anderer Religionen von der rein christlichen Botschaft bedrängt fühlen könnten“. Und deshalb wollen diese Heimatverleugner eine Tafel mit nachfolgendem Text aufstellen lassen: „Alle Institutionen im Humboldt Forum distanzieren sich ausdrücklich von dem Alleingültigkeits- und Herrschaftsanspruch des Christentums, den die Inschrift zum Ausdruck bringt.“

In dieses verblödete Distanzierungsgetue stimmt einmal mehr der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein, ein und erklärt: „Intolerante Exklusivitätsansprüche sind – auch als historische Zitate – gefährlich und brauchen Gegenbilder.“

Diese Geste des Humboldt Forums passe ins Gesamtbild des Humboldt Forums, meint Gunnar Schupelius in einem BZ-Kommentar zu dem abartigen Veitstanz: „Es präsentinert das Ethnologische Museum als verknotete Entschuldigung für den Kolonialismus und eine Berlin-Ausstellung, die unsere Stadt einzig als Problemfall zeigt. Und jetzt noch eine Abgrenzung von Bibelworten“. Nach diesen Maßstäben müsste ganz Berlin mit Entschuldigungstafeln gepflastert sein, so Schupelius zu diesem abartigen links-grünen Theater. (SB)