USA erlauben Covid-19-Impfungen mit Biontech ab 5 Jahren – warum erst so spät?

Impfung Kleinkind (Bild: shutterstock.com/Von Africa Studio)
Impfung Kleinkind (Bild: shutterstock.com/Von Africa Studio)

Silver Spring – In den USA dürfen künftig schon Kinder ab 5 Jahren gegen Corona geimpft werden. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer bekommt eine entsprechende Zulassung, wie die Arzneimittelbehörde FDA am Freitag mitteilte. Allerdings handelt es sich zunächst nur eine Erlaubnis für den „emergency use“, also eine Notfall-Zulassung.

Insgesamt habe der Impfstoff aber die Kriterien erfüllt, so die FDA. Die Immunantwort von Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren sei vergleichbar mit der von 16- bis 25-Jährigen, heißt es in der Erklärung. In einer Studie habe der Impfstoff eine Wirksamkeit von 90,7 Prozent gegen das Coronavirus gezeigt. Bislang waren alle Corona-Impfstoffe in den USA erst ab 12 Jahren freigegeben – wie auch in Europa.

Eine Notfall-Zulassung für die ganz Kleinen! Ohne zu wissen, was das für ihr Leben bedeutet. Dieses kranke Experiment an der Menschheit nimmt immer perversere Züge an. Und wir können davon ausgehen, dass die Drogenbarone das auch in Deutschland umsetzen werden – nicht wahr, Herr Lauterbach?

Man sollte aber konseqenterweise gleich nach der Geburt mit der Impferei anfangen, nicht, dass die unter 5-Jährigen die über 5-Jährigen anstecken können (Ironie off)

Weitere aktuelle Meldungen aus der Coronahölle:

Ärztepräsident kritisiert Aufruf zu Auffrischimpfungen für alle

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dafür kritisiert, alle Bürger zu Booster-Impfungen gegen Corona aufzurufen. „Für die Notwendigkeit von Auffrischimpfungen für Menschen jeglichen Alters gibt es bisher keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben). Bei älteren Menschen könne die Booster-Impfung hingegen das Infektionsrisiko erheblich reduzieren, da im höheren Alter die Immunantwort häufig schwächer ausfalle und es daher zu Impfdurchbrüchen kommen könne.

„Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission ja auch eine Covid-19-Auffrischimpfung für alle Menschen ab 70 Jahren“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer. Reinhardt warf der Politik eine mangelnde Aufklärungs- und Informationspolitik vor. „Es wäre jetzt eigentlich Aufgabe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über die Booster-Impfung für ältere Menschen zu informieren und auch mit den Falschinformationen in den sozialen Netzwerken aufzuräumen“, sagte er.

„Diese Fake News sind doch maßgeblich dafür verantwortlich, dass wir heute eine Pandemie der Ungeimpften haben“, so Reinhardt. „Da sehe ich ein klares Versäumnis der Politik. Das kann und muss man besser machen“, so der Mediziner.

Auch die Hausärzte äußerten sich kritisch. „Wir sind verärgert, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Erwartungen schürt, Booster-Impfungen seien für alle möglich“, sagte das Bundesvorstandsmitglied des Hausärzteverbands, Armin Beck, dem RND. „Die Hausärzte folgen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission und diese empfiehlt aktuell Drittimpfungen nur für über 70-Jährige und wenige andere Gruppen“, sagte er. Derzeit könnten die Praxen diese Auffrischimpfungen stemmen, so Beck.

Auch durch die Äußerungen von Spahn werde nun aber der Aufklärungs- und Diskussionsbedarf in den Praxen größer, beklagte Beck. Wenn die Stiko ihre Empfehlung ausweite, würden die Hausärzte auch diese Personengruppen impfen, kündigte er an.

In Österreich gibt`s jetzt die 2,5G-Regel

Während Deutschland noch über 2G oder 3G debattiert, gibt`s in Österreich bald etwas dazwischen: die 2,5G-Regel. Der Unterschied zu 3G ist, dass unter dieser Regel nur PCR-Tests bei den Getesteten anerkannt werden, ansonsten sind aber auch Geimpfte und Genesene mit im Boot. Österreichs Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) kündigte am Freitag an, dass aus der angekündigten 3G-Regel am Arbeitsplatz, die erst ab 1. November gilt, 14 Tage später schon 2,5G werden soll.

„Das heißt, auch hier werden wir mit der 14-tägigen Übergangsfrist, wo noch alternativ FFP2-Masken akzeptiert werden, ab 15. November eine 2,5G-Regelung am Arbeitsplatz machen“, sagte Mückstein am Freitagabend in der ORF-Hauptnachrichtensendung „Zeit im Bild“. Vorgesehen war die Verschärfung allerdings schon vorher: Wenn nämlich in ganz Österreich 400 Intensivbetten belegt sind, sollten Antigen-Tests nicht mehr als Testnachweis gelten, so der bereits existierende 5-Stufen-Plan. Ungeimpfte sollten dann einen aktuellen PCR-Labortest vorweisen müssen, aus 3G wird also 2,5G. Stand Freitagabend liegen zwar erst 264 Covid-19-Patienten in den 2.085 österreichischen Intensivbetten, aber der Gesundheitsminister geht davon aus, dass schon Ende nächster Woche die 400er-Marke überschritten wird.

Unterdessen hatten viele Bundesländer schon im Alleingang bei Freizeiteinrichtungen die härtere 2G-Regel vorgeschrieben: so müssen Ungeimpfte, die nicht zufällig die Infektion durchgemacht haben, in vielen Fällen draußen bleiben und können sich auch mit keinem Verfahren reintesten.

Kassenärzte gegen Auffrischimpfungen für alle

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat beim Thema Booster-Impfungen vor Aktionismus gewarnt. „Nicht für jeden macht nach aktueller Datenlage das Boostern Sinn“, sagte er dem Portal „Business Insider“. Und weiter: „Die Ständige Impfkommission hat deshalb auch Empfehlungen abgegeben, die sich zuallererst unter anderem auf ältere Menschen über 70 Jahre, solche mit Immundefiziten und Bewohnern sowie Mitarbeitenden in Pflege- und Altenheimen beziehen.“

Die meisten Menschen hätten im Sommer ihre zweite Impfung erhalten und sich nach sechs Monaten um die nächste Impfung bemühen können. Aber, so Gassen: „Wir brauchen nicht in blinden Aktionismus zu fallen. Jetzt wäre es mindestens genauso wichtig, wenn sich möglichst viele Nichtgeimpfte noch vollständig impfen ließen.“

Auch bei Kindern spricht er sich nicht für eine generelle Impfung aus. Während in den USA inzwischen auch 5- bis 11-Jährige geimpft werden können, ist das in Deutschland erst ab 12 Jahren möglich. Und auch hier empfiehlt die Ständige Impfkommission nur den Kindern eine Impfung, die vorerkrankt sind.

„Im Übrigen zeigen viele Studien, dass selbst hohe Ansteckungszahlen bei Kindern eben nicht mit schweren Krankheitsverläufen korrelieren“, so Gassen. „Wir dürfen vor der sicherlich wichtigen Diskussion um die Kinder nicht diejenigen vergessen, die von Impfungen besonders profitieren: die Erwachsenen, die noch nicht immunisiert sind sowie die hochbetagten Bürgerinnen und Bürgern, die jetzt ihre Boosterimpfungen bekommen können.“ Aktuell verschlechtert sich die Corona-Lage in Deutschland: Nicht nur die Inzidenzen steigen, auch die Krankenhäuser werden wieder voller.

Zwar sind die Betroffenen mehrheitlich Ungeimpfte, so das Robert-Koch-Institut. Doch immer häufiger kommt es offenbar auch zu sogenannten Impfdurchbrüchen bei diejenigen, die bereits vollgeimpft sind. Umso häufiger mahnen Experte, dass sich Ungeimpfte jetzt noch impfen lassen und dass diejenigen, die bereits zwei Spritzen hatten, sich zudem eine Auffrischimpfung besorgen („Booster“). „Jeder, der sich boostern lässt, tut auch was dafür, dass wir sicher durch den Winter kommen“, so Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Charité-Forscher Leif Erik Sander fordert eine organisierte „Booster-Kampagne“, bei der allen Geimpften nach sechs Monaten eine Impfung angeboten werden. Israel habe gezeigt, das man sich aus einer neuen Corona-Welle „herausboostern“ könne. (Mit Material von dts)