Spahn will Impfzentren für Booster-Boom wieder startklar machen

Cash for Vaccinations... (Symbolbild:Imago)

Es geht wieder los und alles wiederholt sich, weil man nicht genug davon kriegen kann und noch viel zu viele Impfdosen bei der Pharmaindustrie als Ladenhüter herumliegen:

Angesichts der angeblich weiter stark steigenden Corona-Zahlen fordert Bundesgesundheitsminister Jens Sahn (CDU) die Länder auf, ihre Impfzentren wieder zu öffnen. „Um möglichst vielen möglichst schnell eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, sollten die Länder die Impfzentren, die sie seit Ende September in Stand-By bereit halten, nun wieder startbereit machen“, sagte Spahn der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). Zudem riet Spahn dazu, in einem ersten Schritt alle Über-60-Jährigen schriftlich zur Impfung einzuladen.

„Das hat bei den Erstimpfungen auch gut geklappt“, sagte der Minister. Hintergrund ist, dass mehr Menschen eine Auffrischungsimpfung – die sogenannte Booster-Impfung – gegen die nachlassende Wirkung des Impfstoffs wahrnehmen sollen. Die Gesundheitsministerkonferenz tagt auch dazu ab kommenden Donnerstag in Lindau.

Der impfgeile Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat derweil den niedergelassenen Ärzten eine Mitschuld am schleppenden Verlauf der Erst- und Auffrischimpfungen gegeben. „Nach der Schließung der meisten Impfzentren erfüllen die Praxen die in sie gesetzten Erwartungen erkennbar nicht, weder bei den Erst- noch bei den Booster-Impfungen“, sagte Dahmen dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Montagausgaben). „Es klappt einfach nicht“, so der Mediziner.

„Das Tempo bei den Erst- und Zweitimpfungen und beim Boostern reicht nicht aus“, fügte er hinzu. „Es kann nicht sein, dass sich die Kassenärztlichen Vereinigungen nun mit dem Hinweis aus der Verantwortung ziehen, sie seien nicht dafür zuständig, dass die Menschen zum Impfen in die Praxen kommen“, sagte er. „Wenn das Impftempo in der Regelversorgung der Praxen nicht ausreicht, werden wir endlich auch an anderen Stellen beispielsweise Apotheken impfen müssen“, so der Grünen-Politiker.

Dahmen zeigte sich extrem besorgt über die aktuelle Pandemie-Lage. Die Zahlen stiegen deutlich schneller als erwartet. „Schon in den nächsten Wochen könnte die Zahl der Intensivpatienten wieder auf bis 3.000 steigen. Wenn dann noch eine heftige Grippewelle dazu kommt, laufen wir in eine Katastrophe hinein“, sagte er. „Wir brauchen flächendeckend und konsequent 3G und bei besonders engen Kontakten 2G“, forderte Dahmen. Die Länder müssen nun den ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsrahmen auch nutzen und angesichts höherer Warnstufen konsequentere Maßnahmen auch durchsetzen, so Dahmen.

Anders als der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Jens Spahn plädierte Dahmen allerdings nicht dafür, die Impfzentren wieder zu eröffnen. Dort, wo die großen Impfzentren noch gut besucht würden, sollten sie offen bleiben, regte er an. Darüber hinaus sollten mobile Impfzentren eingesetzt werden. Zudem solle es kostenlose Tests geben – mit einer verbundenen Impfberatung: „Effektiver als die Wiedereröffnung aller Zentren ist der Einsatz einer großen Zahl von mobilen Impfzentren, etwa Impfbusse, die Booster und Grippeschutzimpfungen sowie kostenlose Tests gegen eine Beratung zur Impfung anbieten“, sagte er. Die Länder sollten zudem die Menschen schriftlich zu den Booster-Impfungen einladen, forderte der Grünen-Gesundheitsexperte.

Nur, dass es keine kostenlose Tests mehr gibt und die Inzidenzzahlen bei den bereits Geimpften in die Höhe schießen und im nächsten Herbst wieder in die Höhe schießen, weil dann auch die Wirkung dieser dritten Impfung nachlässt.

Doch Panik macht sich überall wieder breit:

Nach mehreren Corona-Ausbrüchen in Seniorenheimen nimmt die Debatte über Konsequenzen an Fahrt auf. Eine Impfpflicht für Pflegekräfte lehnen die Bundestagsfraktionen bisher zwar weitgehend ab, die CDU/CSU fordert aber eine Verschärfung bei der Testpflicht, berichtet die „Welt“. „Ich halte es für sinnvoll, wenn zur Erhöhung der Sicherheit der genauere PCR-Test zum Standard wird anstelle des Antigen-Schnelltests. Hierfür sollte der Bund ebenfalls die Kosten übernehmen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Stephan Stracke (CSU), der „Welt“. Bisher sehen die Corona-Verordnungen der Länder für ungeimpfte Beschäftigte und Besucher von Pflegeeinrichtungen in der Regel eine Testpflicht vor. Dafür reichen aber zumeist Antigen-Schnelltests aus.

Die AfD macht mit in diesem irrsinnigen Spiel und plädiert dafür, die Corona-Tests grundsätzlich wieder kostenlos zu machen. „Statt Impfzwang brauchen wir eine Politik, die die Eigenverantwortung der Bürger in den Vordergrund stellt und diese etwa durch die Wiedereinführung kostenloser Schnelltests unterstützt“, sagte die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel. In Seniorenheimen sollte darüber hinaus auch unabhängig vom Impfstatus getestet werden, forderte Weidel.

Die bisherige Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hatte im Sommer beschlossen, zum 11. Oktober das kostenlose Testangebot für alle zu beenden. Die SPD-Fraktion sieht auf Bundesebene derzeit keinen Handlungsbedarf. „Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben alle Möglichkeiten, um kurzfristig zu handeln“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar.

„Mit der bestehenden Auskunftspflicht zum Impfstatus bei den Pflegekräften haben Arbeitgeber die Möglichkeit, den Einsatz in den Heimen effektiv zu regeln.“ Die FDP verlangt ebenfalls zusätzliche Tests. „Zum Schutz der vulnerablen Gruppen in Alten- und Pflegeheimen braucht es dringend eine Impfbooster-Kampagne und zusätzliche Tests“, sagte die gesundheitspolitische Fraktionssprecherin, Christine Aschenberg-Dugnus. Aber einen Impfzwang für einzelne Berufsgruppen, wie sie vor der Bundestagswahl bei den Grünen angedacht wurde, werde es mit den Liberalen nicht geben. „Eine Impfpflicht lehnen wir ab.“

Mit der Ausweitung der Tests bleibt zumindest sichergestellt, dass die Inzidenzzahlen weiter steigen, wenn dann die Kinder durchgeimpft sind.

Wir befinden uns in einem Kreislauf des Wahnsinns, bei dem es keinen Ausgang gibt. (Mit Material von dts)