Gierlappen: Preise für Corona-Selbsttests ziehen wieder deutlich an

Foto: Corona-Teststation (über dts Nachrichtenagentur)

BerlinWie kann das sein, dass die Inzidenzzahlen wieder in die Höhe schießen, wo sich doch kaum noch einer einen Test leisten kann? Werden hier nur noch Geimpfte und keine Kinder getestet? Auf jeden Fall geht es, wie in fast allen Bereichen der Corona-Politik nur ums Geschäft:

Noch im Sommer waren die Preise für Corona-Selbsttests zur Eigenanwendung unter die 1-Euro-Marke gerutscht, mittlerweile haben die Preise wieder deutlich angezogen. Beim Discounter Aldi kostet der Schnelltest mittlerweile 1,95 Euro das Stück, Netto will 1,99 Euro haben. Das ist mehr als doppelt so viel, wie bei einer Abverkaufsaktion im Juni.

Hintergrund dürfte sein, dass manche Einzelhandelskette aus dem Geschäft mit den Schnelltests mittlerweile ausgestiegen ist und die Lager geräumt hat, außerdem sind die Testzentren seit drei Wochen nicht mehr kostenlos. Die Kritik daran wird unterdessen lauter. „Es war ein großer Fehler, die kostenlosen Tests abzuschaffen, insbesondere zu diesem Zeitpunkt“, sagte Susanne Ferschl, Fraktions-Vize der Linken im Bundestag, der „Welt“ (Dienstagausgabe).

„Ohne ausreichend Tests geht der Überblick verloren.“ Auch die Grünen beobachten den Anstieg der Neuinfektionen mit Sorge. „Wir blicken immer noch kritisch auf die Abschaffung der kostenlosen Bürgertests, diese haben ein wichtiges Werkzeug im Pandemiemanagement dargestellt, sowohl für das Privatleben als auch für den Arbeitsplatz“, sagte die Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche.

„Inwiefern Arbeitgeber weiterhin in die Pflicht genommen werden müssen, Tests bereitzustellen, muss geprüft werden.“

Und wenn die Tests wieder kostenlos sind? Sinkt dann der Inzidenzwert wieder? Was für ein absichtlich inszeniertes Chaos. (Mit Material von dts)