Klima-Heuchler: 400 „Weltenretter“ fliegen mit mindestens 52 Privatjets zum Gipfel in Glasgow ein

Flugs zum Klimagipfel, was kostet die Welt (Foto: Von Juice Flair/Shutterstock)

Amazon-Gründer Jeff Bezos führt die Parade der selbsternannten Klimaretter an. Er landete am Sonntag mit seinem mehr als 56 Millionen teuren Privatjet Marke Gulf Stream in Glasgow. Hunderte Promis, Politiker, dutzende königliche Hoheiten und „grüne“ Wirtschaftsbosse folgten. Geht es nach ihnen, soll der Normalbürger in Zukunft weniger Fleisch essen und weniger fliegen.

Unter den Privatjet-Nutzern waren sowohl Prinz Albert von Monaco als auch der britische „Öko“-Prinz Charles, der mit seinem MOD-Jet vom G-20 Treffen in Rom anreiste. Immerhin – Prinz Charles lässt seinen Jet wenn immer möglich mit „nachhaltigem Kraftstoff“ betanken, wie ein Sprecher mitteilte. Die Gesamtzahl der Flüge an diesem Tag wird auf 400 geschätzt. Der Flugverkehr war laut MailOnline so groß, daß einige Jets VIPs am Flughafen Glasgow absetzten und dann wegen Parkplatzmangels 48 Kilometer ins nahe gelegene Prestwick flogen, um die Maschinen zu parken.

Die Flotte der Privatjets, die zum COP26 ankamen, soll nach Schätzungen insgesamt 13.000 Tonnen Kohlendioxid ausstoßen, das entspricht der Menge, die mehr als 1.600 Briten pro Jahr verbrauchen.

Der Multi-Milliardär Bezo, der bei jeder Gelegenheit die Welt zum Thema Klimawandel belehrt, kam direkt aus der Türkei, wo er zuvor den 66. Geburtstag von Microsoft Gründer Bill Gates mit 50 anderen ausgesuchten Gästen auf dessen Luxus-Yacht Lana gefeiert hatte. Standesgemäß flog die erlesene „grüne“ Gesellschaft per Helikopter auf die 107 Meter lange Superyacht vor der türkischen Küste.

Allein US-Präsident Joe Biden erzeugte mit seiner Glasgow-Reise zur Rettung der Erde, mit seinen vier Flugzeugen, dem Marine One-Hubschrauber und der riesigen Autokolonne, samt The Beast und zahlreiche SUVs schätzungsweise 2,2 Millionen Pfund Tonnen CO2. Seinem Spitznamen „Sleepy Joe“ machte Biden kurz darauf alle Ehre: Während der Eröffnungsveranstaltung kämpfte der 78-Jährige mit der Müdigkeit und gab ihr schließlich nach. Mit verschränkten Armen und schwarz maskiert nutzte er die Zeit für ein Nickerchen. Auch der englische Premier Boris Johnson ließ es sich nicht nehmen, bequem und privilegiert von Rom mit seinem Airbus A321 nach Glasgow zu fliegen.

Weitere Privatjets flogen aus Stockholm, Rom, London und Brüssel nach Schottland – Routen, die von regulären Linienflügen bedient werden.

An Selbstbewusstsein mangelt es den Viel-Fliegern jedenfalls nicht: In seiner Eröffnungsrede verglich Boris Johnson die Klimakrise mit einem James-Bond-Film. 007 versuche in diesem Fall den Untergang der Menschheit zu verhindern. Doch der Klimawandel sei „leider Realität und kein Film“ warf der Endzeitstimmungs-Premier düster ein, der sich und die Anwesenden offenbar als leibhaftige Superhelden wahrnimmt. (MS)