Tief durchatmen in Polen

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Wir waren mal wieder nach sehr langer Zeit in unserem Nachbarland Polen – die Reise war sozusagen als Befreiungsschlag gedacht. Uns ist die Luft hier in Deutschland – politisch, wie gesundheitspolitisch – einfach zu eng, zu stickig geworden.

Mit eingeschalteter Klimaanlage haben wir die Grenze überquert und danach die Scheiben runtergekurbelt, um frische Luft in unsere Köpfe zu lassen.

Ankunft in Stettin, dieser Hafenstadt, in der es nach Fleiß, Arbeit, Fisch und Kohleöfen riecht. Was für ein herrlicher Duft. Nicht so muffig und verbiestert wie in Deutschland.

Die Menschen sind freundlich, aufgeschlossen, agil, ein überwiegend jugendliches Publikum beherrscht die Lage rund um die Hafenanlagen.

Aber irgendetwas fehlt hier im Stadtbild. Es dauert ein wenig, bis ich weiß, was: Die Masken – es gibt sie so gut wie nicht. Kein Pole trägt hier so einen Jammerlappen. Nicht auf der Straße, nicht in der Bahn, nicht in den Geschäften und schon gar nicht in den Restaurants. Ist jemand maskiert, kann man davon ausgehen, daß es sich um einen deutschen Touristen handelt.

Frische Luft schnappen, tief durchatmen, ist hier die Devise. Das ist gesund und stärkt das Immunsystem, statt es kaputt zu husten.

Entsprechend schauen die Polen aus. Sie lachen, sie reden, sie sind zusammen, in Gruppen, als Pärchen, mit Kindern und Großeltern gemeinsam, völlig entspannt und locker ist Atmosphäre.

Man kann nur ahnen, was hier los ist. Zum einen spielt wahrscheinlich das Gottvertrauen eine große Rolle, zum anderen ist es das freiheitsliebende, selbstbewusste und selbstständige polnische Volk, dass jedem Corona-Regime á la Deutschland den Stinkefinger zeigen würde.

Die untertänigen braven deutschen Landsleute wollen selbst in dieser entspannten Umgebung nicht von ihren verordneten Regelwerk ablassen. Brav maskieren sie sich beim Betreten des Restaurants und auf dem Weg zur Toilette. Darüberhinaus fallen sie durch arrogantes und unfreundliches Verhalten auf.

Und was sagen diese völlig bekloppten Inzidenzzahlen dazu?

Hier das Maskenland Deutschland:

Hier das freie Land Polen

Wenn jetzt noch jemand behauptet, diese Maskerade würde einen entscheidenden Unterschied machen, ist ihm nicht mehr zu helfen. Nein, Gesichtslappen sind und bleiben ein Instrument, um den Bürgern zu zeigen, wer hier die Macht hat, um das dann im Alltag auch sichtbar zu machen.