Der Lockdown kommt – zuerst für Ungeimpfte

Und das nicht nur zur Weihnachtszeit: Harter Lockdown (Foto:Imago/Huebner)

Und wieder einmal haben die Querdenker und sogenannten Verschwörungstheoretiker recht behalten. Weil das Corona-Regime naturgemäß das Virus nicht einfangen kann, weil auch all die Impfungen – wie vorausgesagt – überhaupt nichts bringen, weil es immer noch zu wenig Intensivstationen gibt und das Krankenhaus- und Pflegepersonal zu schlecht bezahlt wird, dürfen wir uns jetzt auf den nächsten Lockdown freuen. Zuerst wird es die Ungeimpften treffen. Weil das aber wie gesagt auch nichts bringt, sind in den nächsten Wochen garantiert alle dran:

Die Vorsitzende des Ärzteverbandes Marburger Bund hat sich vorerst noch für einen „Lockdown light“ für Ungeimpfte ausgesprochen: „Aus meiner Sicht sollte 2G der Standard in allen Bereichen des öffentlichen Lebens sein, beispielsweise in der Gastronomie und in Museen“, sagte Susanne Johna der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe). 2G hieße, nur Genesene und Geimpfte hätten Zugang. „Was die Betriebe angeht, finde ich die 3G-Regelungen in Italien und Österreich nachahmenswert“, ergänzte die Marburger-Bund-Vorsitzende am Tag vor der nächsten Gesundheitsministerkonferenz.

Bei 3G dürften Nichtgeimpfte nur mit negativem Corona-Test zur Arbeit erscheinen. Zur Begründung verwies Johna auf die zuletzt gestiegenen Corona-Zahlen. „Wir sehen ja jetzt schon, wie schnell die Delta-Virusvariante eine stabile Lage nach und nach außer Kontrolle geraten lässt.“

In Deutschland gebe es etwa 13 Millionen ungeimpfte Erwachsene, und von den mehr als zehn Millionen über 70-Jährigen hätten weniger als zwei Millionen eine Auffrischungsimpfung erhalten. „Es ist also ein einfaches Rechenexempel: Wenn sich in kürzester Zeit die Ungeimpften infizieren und ein kleinerer Teil der Geimpften, werden je nach regionaler Inzidenz auch Krankenhäuser wieder an Grenzen kommen.“ Zumal die Kliniken anders als im letzten Jahr wieder das komplette Programm fahren.

„Schon für diesen Regelbetrieb fehlt uns ausreichend Personal.“ Bei den Drittimpfungen warf die Marburger-Bund-Vorsitzende der Politik Versäumnisse vor: „Wir müssen bei den Booster-Impfungen mehr aufs Tempo drücken“, sagte sie und verlangte eine sofortige Kampagne: „Die Gesundheitsministerien der Länder sollten jetzt alle Menschen ab 70 per Brief gezielt über die Möglichkeit zur Auffrischungsimpfung informieren. Man darf nicht einfach davon ausgehen, dass die Leute schon Bescheid wissen.“

Aber noch immer komme die Informationskampagne zum Impfen „sehr hölzern daher“. Das sei sehr problematisch, denn viele Betroffene wüssten gar nicht, „dass sie eine dritte Impfung brauchen, um weiterhin gut vor einem schweren Krankheitsverlauf geschützt zu sein“. Vorrang müssten dabei die Menschen über 70 sowie jene mit bestimmten Vorerkrankungen haben: „Die von der Ständigen Impfkommission empfohlene Reihenfolge ist richtig“, sagte Johna der NOZ. Nach mehr als einem halben Jahr habe die Schutzwirkung der Impfung besonders bei alten Menschen nachgelassen.

„Um die Immunität zu erhalten, brauchen wir jetzt rasch Auffrischungsimpfungen für diesen besonders gefährdeten Personenkreis“, sagte sie. „Dazu gehören auch jüngere Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen und medizinisches Personal.“ Eine Wiedereröffnung der Impfzentren, wie sie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert, sei dafür aber nicht notwendig.

„Es war eine politische Entscheidung, die Impfzentren abzubauen. Das lässt sich aber kompensieren, wenn nun mobile Einheiten massiv verstärkt werden“, sagte die Marburger-Bund-Chefin. „Ich finde, es sollte auch mehr Impfbusse im ganzen Land geben. Solche niedrigschwelligen Angebote sind in den vergangenen Monaten sehr gut angenommen worden, wohingegen die Impfzentren zuletzt ja vergleichsweise wenig Zulauf hatten.“

Der SPD-„Gesundheitsexperte“ Karl Lauterbach fordert ebenfalls weitere Einschränkungen für Menschen, die nicht gegen Covid-19 geimpft oder genesen sind. „Wir müssen überall dort, wo es irgendwie möglich ist, auf 2G setzen“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). Die Ausweitung von 2G-Regeln und großflächige Booster-Impfungen seien „die beiden entscheidenden Maßnahmen“, um die Pandemie in dieser Phase zu kontrollieren, „sie bringen den Modellierungen zufolge mehr als alles andere“.

Um die Auffrischungsimpfungen zunächst bei über 70-Jährigen bewerkstelligen zu können, spricht er sich für eine Wiedereröffnung möglichst vieler Impfzentren aus. Dies werde zwar „teuer und kompliziert“, weshalb er sich immer gegen die Schließung ausgesprochen habe, nun aber „lohnt sich die Wiedereröffnung aus meiner Sicht dennoch“, so Lauterbach. „Wir brauchen jetzt eine sehr hohe Geschwindigkeit bei den Booster-Impfungen.“

Auch die Booster-Impfung wird nichts bringen, schließlich lauert ja schon die nächste Corona-Variante – und die Pharmaindustrie dann mit dem neuen Impfstoff. Wetten, dass im nächsten Herbst das ganze Theater wieder losgeht? Macht ja so viel Spaß, die Untertanen zu quälen und sich dabei die Taschen vollzustopfen. (Mit Material von dts)