Grüne in Panik: Atomkraft, ja bitte!

Foto: Collage

Helle Empörung bei den Grünen, denn bereits im November könnte die EU-Kommission Atomkraft und Gas als grüne Energiequellen einstufen. Der Super-Gau für die Grünen, die so viel Energie in das Aus für die Kernenergie gesteckt haben.

Die Grünen im Europaparlament „warnen“ die EU-Kommission vor einer Einordnung der Atomkraft als grüne Energie bei der künftigen Klimapolitik, heißt es bei der OOZ.

„Frankreich und die osteuropäischen Staaten sind drauf und dran, in Brüssel vollendete Tatsachen zu schaffen“, so der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold. „Das wäre der Super-GAU für Europas Energiewende“, findet Giegold und verweist auf die damit verbundenen finanziellen Folgen für die „neuen Finanzprodukte, die den Green Deal in Europa voranbringen sollten“. Öffentliche und private Gelder würden in dem Fall dann nicht mehr in Windkraft und Solar, sondern in Richtung neuer Atomkraftwerke gelenkt, fürchtet er. Auch beim Thema Gas sieht Siebold rot und spricht von „Greenwashing“ falls die EU neben Atomkraft auch auf Gas zur Energieversorgung setzen sollte. Er verlangt, daß die Flugbegeisterte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit der Einordnung der Atomkraft wartet, bis sich in Berlin die neue Ampel-Koalition gebildet hat, denn nur so könne Deutschland die Pläne stoppen.

Gegenspieler der Grünen ist der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) Rafael Grossi, der gerade massiv für die Nutzung der Kernenergie wirbt. Er sieht außerhalb Deutschlands eine deutliche Tendenz in Richtung Atomkraft angesichts der steigenden Preise der fossilen Brennstoffe, die dramatische soziale und wirtschaftliche Konsequenzen zur Folge haben.

Jeden Tag beantworte er Fragen von Energieministern oder Verantwortlichen aus vielen Ländern, die sich besonders für die neue Generation der  kleinen oder modularen Reaktoren interessieren würden, so Grossi in einem Interview mit der Welt.

Seiner Meinung nach könnten bereits in den kommenden fünf Jahren die ersten SMR Small Modular Reactors (SMR), kleinere und günstigere Reaktoren, ans Netz gehen. Der Markthabe „ein wirklich enormes Potenzial“.

Seit Jahrzehnten würden schlimme Geschichten von Seiten der Politik bis hin zu Comic-Gestalten wie die „Simpsons“ über die Kernenergie verbreitet werden, die aber nicht den Fakten entsprechen würden. „Die Geschichte der Atomenergie – und zwar einschließlich der Analyse von Unfällen – ist nicht schlecht, auch in Bezug auf die Sicherheit. Schauen Sie sich die Statistiken an. Wie viele Menschen sind in Fukushima an den Folgen von Verstrahlung gestorben? Kein einziger! Der Tsunami dagegen hat Tausende von Opfern gefordert. Und doch ist es ausgesprochen schwierig, diese Informationen zu vermitteln“, erklärt der 60-jährige Argentinier.

Allen Bemühungen zum Trotz konnte nach dem Tschernobyl-Unfall „nicht nachgewiesen werden, dass die durch Krebs verursachte Sterblichkeitsrate – die von der WHO und dem Wissenschaftsausschuss der Vereinten Nationen durch eine Studie zu den Auswirkungen atomarer Strahlung bestätigt wurde – wirklich signifikant höher war, als es ohne den Unfall der Fall gewesen wäre“ so Grossi weiter der beim Thema Atomkraft auf die junge Generation setzt. „Die jungen Leute bemühen sich auch viel mehr und zeigen eine große Bereitschaft, etwas für einen grünen Planeten zu tun, leben dabei aber mit der Technologie. Und schämen sich nicht im geringsten dafür“.

Seiner Meinung nach werde der Planet mit Atomkraft grüner: „Mit Kernkraftwerken würden Gigatonnen und Gigatonnen von Kohlenstoffdioxid weniger ausgestoßen“, das sei bereits bewiesen, weiß Grossi. (MS)