Erdingers Absacker: Die Schweine haben die Corona-Farm übernommen

Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

+++ Der oberste Weltärztebündler, Frank Ulrich Montgomery, spricht von einer „Tyrannei der Ungeimpften“. Das ist dermaßen offensichtlich vollkommener Blödsinn, daß Montgomerys Einlassung nur noch mit seiner enorm einflußreichen Position im internationalen Medizinbetrieb samt der daraus resultierenden, für ihn persönlich wichtigen Berücksichtigung jener dort herrschenden Einfluß- und Machtverhältnisse zu erklären sein dürfte, zwischen denen er sich durchzulavieren hat. Montgomery ist nicht nur Chef des Weltärztebundes, sondern er war Vorsitzender des Marburger Bundes, Vizepräsident der Bundesärztekammer, Aufsichtsratsvorsitzender der Apotheker- und Ärztebank, und ist seit 2019 zudem noch Präsident des „Ständigen Ausschusses der europäischen Ärzte“ (CPME) in Brüssel. Der CPME vertritt die europäischen Ärztevereinigungen gegenüber den europäischen Institutionen in Brüssel und Straßburg. Das setzt zwingend mehr diplomatisches Fingerspitzengefühl voraus, als medizinisches. Ehrenvorsitzender der Ärztekammer Hamburg ist Montgomery außerdem auch noch. Der Mann ist also hauptsächlich ein vielbeschäftigter Funktionär, dessen Tag offenbar 48 Stunden haben muß, weil er der Vielfalt seiner Aufgaben ganz gewiß mit größter Sorgfalt nachkommt. Arzt ist Montgomery zwar ebenfalls – bis 2018 arbeitete er als Radiologe (Oberarzt) im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf -, den Professorentitel hat er im Jahr 2012 ehrenhalber verliehen bekommen. Gewürdigt werden sollte durch die Verleihung des Professorentitels ehrenhalber sein Engagement u.a. im Bereich der medizinischen Ethik. Angesichts seiner oben zitierten Einlassung sieht man also deutlich, woran sich der qualitative Unterschied zwischen einem Professorentitel und einem Professorentitel ehrenhalber beispielhaft festmachen lassen könnte. Ganz klar: Groß herausgekommen ist Montgomery als Medizin-Funktionär, weniger als Mediziner. Das dürfte seine oben zitierte Einlassung in einem etwas verständlicheren Licht erscheinen lassen. Mit Karl Lauterbach verhält es sich ähnlich. Der hat zwar ebenfalls Medizin studiert, sein Fachgebiet ist aber die Gesundheitsökonomie. Als Arzt praktiziert hat Lauterbach nach allem, was dazu bekannt ist, nie. Was beiden Herren ganz zweifellos in die Hände spielt, ist die völlig unreflektierte – und durch nichts zu begründende Bewunderung der Mediendeutschen für ihre „Halbgötter in weiß“. Die Mediendeutschen hätten sich vermutlich vor vierzig Jahren schon enthusiastisch von Klausjürgen Wussow impfen lassen, dem Hauptdarsteller der damals überaus populären Fernsehserie „Schwarzwaldklinik“ – und zwar ganz egal, womit. Karl Lauterbach ist heute noch Mitglied der SPD, Frank Ulrich Montgomery war bis 2015 SPD-Mitglied. Ein inexistenter Show-Experte erklärte zu Montgomerys schier wahnsinniger Einlassung, wer einen weißen Kittel trage, könne sich in Deutschland jeden eigendienlichen Schnack erlauben, weil kaum jemand davon ausgeht, daß er einen Bären aufgebunden bekommen könnte. Eckardt von Hirschhausen, seines Zeichens sowohl Arzt als auch Fernsehmoderator, Kabarettist, Comedian, Zauberkünstler und Schriftsteller, hänge sich sogar dann, wenn er sich gar nicht zu medizinischen Themen äußert, gern ein Stethoskop um den Hals, wenn auch nur eine Kamera in der Nähe ist. Offensichtlich sei von Hirschhausen der Ansicht, ein Stethoskop erhöhe die mediale Glaubwürdigkeit ganz ungemein. Außerdem habe Eckhardt von Hirschhausen unverschämtes Glück gehabt, nicht dem Geschlecht derer von Hirscheisen zu entstammen, weil es deren Geschlecht gar nicht gebe, so der inexistente Show-Experte. +++

+++ Woher bezieht der durchschnittliche Franke seine Weisheit? Er bekommt sie von da, von wo sie alle anderen auch beziehen. Bayerischer Rundfunk, ARD & ZDF – und speziell: Von den „Nürnberger Nachrichten“. Das ist ein traditionsreiches Blatt in der traditionsreichen Pressestadt Nürnberg. Den Stürmen des digitalen Zeitalters müssen sich aber auch die „Nürnberger Nachrichten“ beugen, indem sie hin und wieder Stellen streichen. Traditionsbewußt, wie man dort aber ist, kündigt man den übelsten Hetzern erst ganz zum Schluß. In der Rubrik „Meinung & Hintergrund“ bekam am heutigen 09.11.21 ein Meinungsinhaber namens Roland Englisch Gelegenheit, seine traditionellen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Er meinte: „Österreich macht es vor – Das Land geht in den Lockdwon für Ungeimpfte„. Er greift gern auf den oben zitierten Montgomery zurück und glaubt offensichtlich, Montgomerys obskure Halbgötterschaft sei ein geeignetes Versteck für seine eigene Unkenntnis beim Thema „Gesundheit des Volkskörpers durch Volksspritzen“. Er täuscht ein bißchen Differenzierungsvermögen vor, indem er schreibt, Montogomerys „Tyrannei der Ungeimpften“ sei ein „weitgehender Begriff“. Sogleich differenziert Mr. Englisch, um die eigene Kompetenz herauszustreichen: Allenfalls treffe „Tyrannei der Ungeimpften“ auf den „harten Kern der Corona-Leugner und Impfgegner“ zu. Doch alle anderen, schreibt er – und meint damit vermutlich die Weichpflaumen um den harten Kern herum -, müssten „sich fragen lassen, wie gut begründet ihre Abwehrhaltung tatsächlich ist, wie stabil die Faktenlage, auf die sie sich stützen.“ Vollkommen gestrichen hat Roland Englisch in den traditionsreichen Stürmen des digitalen Zeitalters zu Nürnberg offenbar den Gedanken, daß er sich das alles am besten selbst fragen sollte. Und weil er absolut keine Ahnung hat von der Materie, reiht er sich zum Schluß recht völkisch ein in die Sturmabteilung der Ignoranten zur Gesundheitsverbesserung am Volkskörper und schließt seinen bemerkenswert traditionsreichen Kommentar mit den Worten: „Denn eines bleibt: Mediziner, Forscher, Wissenschaftler weltweit haben jeden Aspekt dieser Pandemie und der Impfstoffe durchleuchtet. Es gibt keine nebulösen dunklen Flecken mehr. Dafür aber die Gewißheit, daß nur das Impfen vor dem Virus schützt.“ – Aaalter Schwede. Und dann das: Die „Nürnberger Nachrichten“ bilden den Mantel für diverse Regionalzeitungen, darunter die „Windsheimer Zeitung“. Dort bemüht man sich zwar nach Kräften, beim Verlag in Nürnberg nicht unangenehm aufzufallen und publiziert den Leserbrief eines Impf-Fetischisten, der sich dadurch im ganzen Städtchen als absoluter Ignorant outet („Impfpflicht! Impfpflicht! Die Ungeimpften sind asozial und dumm!“), kam dann „im Blättla“ aber doch nicht darum herum, von der Intensivstation des nahen Kreiskrankenhauses in Neustadt a.d. Aisch zu berichten. Drei Corona-Patienten lägen dort neben den einsatzbereiten Beatmungsgeräten – und alle drei seien sie geimpft. Wos a Scheißdreck, wos a verdammter! Dann kommt auch noch der populäre Landrat daher und behauptet in der Zeitung, man könne nicht von einer „Pandemie der Ungeimpften“ reden. Voll auf die Zwölf. Ein inexistenter Distanz-Experte kommentiert den fränkischen Sachverhalt wie folgt: Man könne schon überleben in Mittelfranken, schließlich gebe es weite, unbesiedelte Gebiete. Wenn man Nahrung brauche oder sonst etwas, das einen Kontakt mit der Bevölkerung erzwänge, müsse man eben sehen, ob man nicht über das Internet genauso in seinen Besitz gelangen könnte. Für den Erscheinungsort der „Windsheimer Zeitung“ gelte ohnehin schon längst, daß die kurze Fahrt von zuhause bis zum Supermarkt selbst für Geimpfte lebensgefährlicher sei, als ein ungeimpfter Spaziergang im Kurpark. +++

+++ Dieser Tage eine Betrachtung von Dietrich Bonhoeffer zu Dummheit und Bösartigkeit gelesen. Bonhoeffer meinte, Dummheit sei weit gefährlicher als Bösartigkeit. Seine Begründung war brillant. Der Bösartige habe immer noch die Möglichkeit, über sein eigenes Tun zu reflektieren. Bei einem Dummen müsse man diesbezüglich jedoch alle Hoffnung fahren lassen. Ein inexistenter Flossenbürg-Experte: Bonhoeffer rules! +++

+++ Die österreichische Schauspielerin Nina Proll: „Daß gesunde Menschen, die noch dazu bereit wären, dies zu ‚beweisen‘, künftig vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden sollen, entbehrt nicht nur jeder medizinischen, sondern auch rechtlichen Grundlage. Das ist Diskriminierung auf höchstem Niveau. Wenn wir das akzeptieren, werden wir uns tatsächlich noch wundern, was alles möglich ist.“ Ein inexistenter Be- & Verwunderungs-Experte schrieb daraufhin an Nina Proll: Verehrte Frau Proll, wie recht Sie doch haben! Meines Erachtens jedoch sollte man sich nicht grundsätzlich grämen, wenn man vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wird. Es käme auf die Gesellschaft an, die einen ausschließen will. Da wäre auch eine denkbar, zu der man von selbst die maximale Distanz sucht, weil man schon von sich aus nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Sollte sich eine solche Gesellschaft zufällig auf der eigenen Heimaterde tummeln, müsste man alles daran setzen, seine Heimaterde von solchem Pack wieder zu befreien. Und zwar aus völlig eigennützigen Motiven. „Gesellschaft“ sucks! +++