Virus & Politik: Ende der Rechthaberei

Zeigefinger - Foto: Imago

Ein kurzer, sehr einleuchtender Gedanke zur sich verschärfenden Tonlage in der leidigen Impfdebatte.

von Max Erdinger

Man muß gar nicht mehr unbedingt wissen wollen, wer nun Recht hat in dieser leidigen Impfdebatte. Fest steht, daß allenfalls noch Impfgegner zu überzeugen wären, daß sie falsch gelegen haben. Bei Geimpften, den Befürwortern und Antreibern der Impfkampagne, ist das ungleich schwieriger bis vollkommen unmöglich.

Ganz egal, um wen es geht, ob um Merkel, um Spahn, Wieler, Kretschmer, Ramelow oder Montgomery und viele andere: Keiner von ihnen könnte es sich noch leisten, zuzugeben, daß er falsch gelegen hat, wenn er denn falsch gelegen hätte. Das ist eine Überlegung, die man jeder weiteren voranstellen sollte, ehe man sich auf das einläßt, was die Herrschaften in Zukunft noch alles behaupten werden. Wer zu weit auf dem Holzweg vorangekommen ist, hätte selbst dann keine Möglichkeit zur Umkehr, wenn er inzwischen selbst gemerkt hätte, daß er seit Ewigkeiten auf dem Holzweg unterwegs ist. Das ist auch in anderen Zusammenhängen so, z.B. beim Thema Weltklima & Energiewende.

Deshalb ist hier eine Grundsatzfrage fällig, die sich wirklich jeder stellen sollte. Es ist die folgende: Wenn ich schon weiß, daß es für denjenigen, der mich anspricht, gar keine andere Möglichkeit mehr gibt, als zu behaupten, was er eben behauptet – sollte ich dann überhaupt etwas auf das geben, was er mir einbläuen will, oder sollte ich es als Zeitverschwendung begreifen, ihm überhaupt zuzuhören? Wenn ich es als Zeitverschwendung begreife, was müsste ich dann als nächstes tun, um mir Klarheit im Rahmen meiner Möglichkeiten zu verschaffen? Was wäre dann naheliegender, als sich mit den Äußerungen derjenigen zum Thema auseinanderzusetzen, die bekanntermaßen nach Kräften mundtot gemacht und diffamiert worden sind, obwohl sie in ihrer Qualifikation den tatsächlich „Gefangenen ihrer eigenen Einlassungen“ in nichts nachstehen?

Ich denke, das ist der Punkt überhaupt in der gegenwärtig sich verschärfenden Lage. Die Verdächtigen reden nur noch, um ihre eigenen Köpfe und Krägen zu retten, nicht, weil sie etwas Wissenswertes mitzuteilen hätten.