RKI-Stichproben: Ungewöhnliche Zunahme von Notfällen wegen Nerven- und Herzkreislauf-Leiden

Notarzt (Bild: shutterstock.com/Von Filmbildfabrik)
Notarzt (Bild: shutterstock.com/Von Filmbildfabrik)

Daten aus sechs deutschen Notaufnahmen, routinemäßig erhoben durch das RKI, deuten darauf hin, dass Notfälle durch Erkrankungen des Nerven- und Herzkreislaufsystems seit diesem Frühjahr stark zugenommen haben. Die oberste Gesundheitsbehörde hält das allerdings für reinen Zufall.

Seit Beginn der Massenimpfungen häufen sich die Hinweise, dass in Notaufnahmen Aufnahmen von Patienten mit Herzmuskelentzündungen, Störungen der Blutgerinnung und Nervenerkrankungen enorm zugenommen haben – benannte Erkrankungen gehören zu den häufiger gemeldeten Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen nach einer COVID-19-Impfung. Die im Notaufnahme-Situationsreport des RKI stichprobenartig von sechs Notaufnahmen in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein erhobenen Daten deuten auf solch einen signifikanten Anstieg derartiger Notfälle seit Anfang Mai hin. Zu diesem Zeitpunkt wurde durch die Merkel´sche Corona-Regierung die Impfung immer weiter ausgedehnt, Priorisierungen wurden aufgehoben, Ende Mai hatte dann die EU-Kommission das Vakzin von Pfizer/BioNTech zudem auch für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren freigegeben, die Empfehlung der rückgratlosen Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI folgte schlussendlich Mitte August.

Ähnlich verhält es sich mit den neurologischen Notfällen. Anfang Mai stiegen auch hier die Fallzahlen massiv an um sich dann auf einem hohen Level einzupendeln. Vor zwei Jahren verzeichneten die sechs oben benannten Krankenhäuser hier ebenfalls tägliche Fallzahlen zwischen 50 und 80. Seit Mai 2021 liegen sie durchweg darüber und stiegen teils bis auf über 100 Fälle an.

Merkwürdige Abnahme bei den Notfällen, die mit Atemwegserkrankungen

Höchst merkwürdig indes: Obwohl das Coronavirus ein Atemwegserreger ist, sank die Zahl der Notfälle von etwa Mitte November 2020 bis Mitte Januar 2021 – also inmitten der sogenannten zweiten Welle – rapide unter das Niveau von 2019. Jedoch stieg hier die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Kindern wiederum massiv an, was auf die Schwächung des Immunsystems insbesondere bei Kindern durch die Coronamaßnahmen von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) begründet wurde: Seit Anfang September befinden sich auf den Intensivstationen bis zu 25 Prozent mehr Kinder als im Herbst vor einem Jahr. Dass Atemwegserkrankungen nicht mit den Coronazahlen korrelieren, muss verwundern: Während der Hochzeit der Coronafälle in Kliniken im vergangenen Spätherbst und Winter wäre eigentlich eine Zunahme bei den Notfällen, die mit Atemwegserkrankungen eingeliefert werden, zu erwarten gewesen. Das Gegenteil war allerdings der Fall.

Eine plausible Erklärung für diese Merkwürdigkeiten lieferte das RKI auf Anfrage von Susan Bonath, die sich für ihren bei RT erschienen Artikel Auskunft erhoffte, nicht. Aus den Daten lasse sich laut einer RKI-Sprecherin weder ein genereller Anstieg von Herzkreislauf- und Nerven-Erkrankungen ableiten noch ein etwaiger Zusammenhang mit den Impfungen.

Keine ausreichende Datenlage

Die Autorin wurde sodann auf die Sicherheitsberichte des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), das für die Beobachtung von Impfnebenwirkungen zuständig ist, verwiesen. In seinem jüngsten Bericht listet das Institut unter der Rubrik „Sehr seltene Nebenwirkungen bzw. Komplikationen durch die Impfungen“ einige Reaktionen auf, die in die Kategorie Herzkreislauf- und Nerven-Erkrankungen fallen oder fallen könnten. „Könnten“ sei hier das Stichwort, das dazu benutzt werde, die in seinem jüngsten Bericht bis zum 30. September 2021 gemeldeten, insgesamt 930 Herzentzündungen nach einer Impfung mit dem Pfizer/BioNTech-Vakzin, 238 weitere nach Moderna, 61 nach AstraZeneca und 27 nach einer Spritze mit dem Vakzin von Johnson&Johnson, in den Bereich des Zufalls zu verschieben. Ein weiteres Problem sei die fehlende Untersuchungen solcher gemeldeten Fälle. „Wo nichts untersucht wird, kann auch nichts gefunden werden, weder in die eine noch in die andere Richtung. Eindeutig ist jedenfalls festzustellen, dass weitaus mehr schwere Verdachtsfälle bis hin zum Tod bezüglich der COVID-19-Impfstoffe gemeldet wurden, als in den 21 Jahren davor zu herkömmlichen Vakzinen. Warum das kein Anlass für die Behörden ist, hier näher zu prüfen, zumal das RKI die Zunahme von Notfällen verzeichnet, die damit im Zusammenhang stehen könnten, entzieht sich jedoch der Kenntnis der Autorin“. (SB)