Im Focus: Kann Jan Fleischhauer denken?

Jan Fleischhauer - Foto: Imago

Jan Fleischhauer hält es für überlegenswert, ungeimpfte Corona-Patienten eine Verzichtserklärung auf Behandlung unterschreiben zu lassen. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

Jan Fleischhauer ist so etwas wie der Quotenkonservative in einem medialen Umfeld, das wohl dachte, ein kleines Feigenblättchen stünde ihm ganz gut. Fleischhauer hat vor über zehn Jahren ein recht lesenswertes Buch herausgebracht. Titel: „Unter Linken: Von einem, der aus Versehen konservativ wurde“. Im „Focus“ stellt er gerade aus, daß der Titel mit „Unter Linken geblieben: Von einem, der aus Versehen dachte, er sei konservativ geworden“ besser gewählt gewesen wäre.

Im „Focus“ plaudert er recht unterhaltsam zum Thema Impfpflicht, erzählt, mit wem er sich darüber unterhalten hat, was er sich selbst dazu überlegt hat, um am Schluß hiermit zu „brillieren“: „Vielleicht ist das der Weg: Impfpflicht für alle, aber man kann sich davon befreien lassen. Wer sich nicht impfen lassen will, muss vorher unterschreiben, dass er die Konsequenzen trägt. Im Netz kursiert eine entsprechende Patientenverfügung, die man sich herunterladen kann. Nennen Sie mich kaltherzig, aber ich finde in dem Fall: Wer A sagt, sollte auch B sagen.

Wenn Fleischhauer nicht selbst behauptet hätte, daß er aus Versehen konservativ geworden sei, würde ich zur „Brillanz“ seines Vorschlags sagen, von einem Linken habe auch kein Mensch etwas anderes erwartet. Linke legen sich bekanntlich alles so zurecht, wie es ihnen im jeweiligen Moment nützlich zu sein scheint. Bei einem Freiheitlich-Konservativen ist das anders. Der akzeptiert beispielsweise den kulturellen und den gesetzlichen Rahmen, innerhalb welchem er sich überhaupt Gedanken macht zu dem, was gehen könnte und was nicht. Auf Fleischhauer komme ich weiter unten noch einmal zurück. Um zu verdeutlichen, worum es im Kern geht, beschäftige ich mich zunächst mit zwei anderen Schlagzeilen des heutigen Tages.

Zwei Schlagzeilen

„spektrum.de“: „Warum eine Impfpflicht jetzt sinnvoll ist“ / „Spiegel.de“: „Zum Lesen und Weiterleiten: Warum soll ich mich impfen lassen?“

Zu Spektrum: Glaubt Ihr allen Ernstes, daß nach bald zwei Jahren „Pandemie“ und hunderttausend Artikeln, Videos und Fernsehsendungen, die es dazu gegeben hat, noch irgendjemand ein „Info-Update“ dazu braucht, warum angeblich eine Impfpflicht sinnvoll sei? Interessanter wäre eine Antwort auf die Frage gewesen, woher Ihr die Gewißheit nehmt, Ihr müsstet Erklärungen darüber abgeben, warum es sinnvoll sein soll, Grundrechte zu pulverisieren. Es kann nicht sinnvoll sein, Antworten auf Fragen zu geben, die von vornherein gar nicht gestellt zu werden hätten. Dafür, daß sie sich nicht zu stellen haben, gibt es gute Gründe. Weder das Grundgesetz noch der Nürnberger Kodex stehen zur Disposition. Was käme denn als nächstes? – „Warum die Einführung der Todesstrafe jetzt sinnvoll ist“ – ?

Zum Spiegel: Ist das „ich“ in der Schlagzeile die Intensivierung des allgegenwärtig gewordenen „Wir“? Hat da einer einen Besinnungsaufsatz verfassen müssen? Muß mich interessieren, warum einer meint, daß er sich impfen lassen soll? Wenn nicht, warum heißt dann die Schlagzeile nicht: „Warum Sie sich impfen lassen sollen“? Warum soll ich „lesen und weiterleiten“, was jemand von Euch zu der Frage geschrieben hat, weshalb er – und niemand sonst – sich impfen lassen soll? Ist die Bedeutung des Wörtchens „Ich“ noch geläufig in der Redaktion? Welche Schlagzeile kommt als nächstes? – „Warum ich den Spiegel abonnieren soll“. – ? Wen würde das interessieren? Ein Auszählreim, Spiegel. Ich fange bei mir an: „Ich und du, Müllers Kuh, raus bist du.“ Du bist draußen, Spiegel. Der Fairness halber fange ich jetzt mal mit dir an : „Du bist der Relotius, dem ich kein Wort mehr glauben muß.“ – Eiderdaus, du bist schon wieder draußen. Und jetzt schreibt bitte jemand einen Artikel bei euch: „Warum ich draußen bin und dort bleiben soll“.

Aus Versehen ans Konservativsein gedacht

Ganz egal, ob Spektrum, Sascha Lobo im „Spiegel“, Frank Ulrich Montgomery als oberster Weltärztebündler oder Markus Söder als oberster Kampfjetpilot gegen das Virus: Alle scheinen sie vergessen zu haben, daß es erstens ein Grundgesetz gibt, daß dieses Grundgesetz nicht umsonst so heißt, daß Grundrechte eben auch Grundrechte gegen den Staat sind, daß es den Nürnberger Kodex gibt, daß in Florida dieser Tage eine Impflicht per Gesetz ausgeschlossen worden ist und daß deswegen auch gar nicht erst darüber debattiert zu werden braucht.

Fleischhauer im „Focus“: „Ich bin, was Ansteckungsgefahr angeht, ein Schisshase. Die beste Errungenschaft der Corona-Krise ist aus meiner Sicht, dass man sich nicht mehr die Hand geben muss. Wenn es nach mir ginge, könnte es für immer beim Faust- oder Ellbogengruß bleiben. Noch besser finde ich die asiatische Begrüßung: Beide Handflächen aneinanderlegen, dann die gefalteten Hände vors Gesicht führen und sich leicht verbeugen. Die Asiaten wissen, warum sie aufs Händeschütteln verzichten. Sie haben dort Erfahrung mit Viren, von denen wir nur träumen können.

Daß der Schisshase ein Schisshase ist, ist das Problem des Schisshasen. Was er meint und findet, ist sein Privatvergnügen. Nach Jahrhunderten der Erfahrung mit ungewaschenen Händen, Pest, Cholera und der Spanischen Grippe war bis zu Corona dennoch niemand auf die Idee gekommen, das Händeschütteln zu unterlassen. Frage also: Woran liegt´s? An der Infektionsgefahr oder an der psychischen Disponiertheit des Gegenwartsmenschen? Könnte es sein, daß der Gegenwartsmensch einfach einen infantilen Bezug zu Leben, Krankheit und Tod entwickelt hat? Ist er diesbezüglich kulturell degeniert? Könnte es sein, daß er Sterben inzwischen für „unnormal“ hält?

Dafür spricht einiges, zum Beispiel seine Überzeugung, daß das Entwicklungspotential der Zahnbürste unerschöpflich sei und daß es vernünftig sein könnte, anzustreben, möglichst so fit wie ein Turnschuh aus „unerfindlichen Gründen“ das Zeitliche zu segnen knapp nach dem 85sten Geburtstag. Daß er schwer einen an der Klatsche haben könnte, dafür liefern auch andere Aussagen Indizien, z.B. die, daß „wir“ uns zurückzunehmen hätten, damit „wir“ im kommenden Frühjahr leben können. Tatsache ist aber folgendes: Praktisch findet das Leben immer in der Gegenwart statt, in der Zukunft nur theoretisch. Es gibt hunderttausend denkbare Gründe außer Covid, warum jemand, der jetzt lebt, im kommenden Frühjahr nicht mehr leben könnte. Ihn ständig auf die Zukunft zu vertrösten, bedeutet, ihm das Leben im Augenblick zu klauen.

Der Schisshase nimmt sein beschissenes Schisshasenleben sogar so wichtig, daß er es einfach über jede andere Überlegung stellt. Wieviele Alte – gottlob sieht man sie ja nicht sterben in ihren Altenheimen – sterben wegen der „Schutzmaßnahmen für die Schisshasen“ ohne jedes tröstende Wort und jede Liebkosung eines Angehörigen einsam und verlassen in ihren Betten? Das sind Fragen, die sich Schisshase Fleischhauer nicht gestellt zu haben scheint. Aber er würde vermutlich unterschrieben, daß er in der „menschlichsten Gesellschaft“ lebt, die es in Deutschland je gab. Ich glaube, daß die Tatsache, ein Schisshase zu sein, noch das geringste Problem von Fleischhauer ist.

Absatz 1 des Nürnberger Kodex aus dem Jahr 1947

Die freiwillige Zustimmung der Versuchsperson ist unbedingt erforderlich. Das heißt, dass die betreffende Person im juristischen Sinne fähig sein muss, ihre Einwilligung zu geben; dass sie in der Lage sein muss, unbeeinflusst durch Gewalt, Betrug, List, Druck, Vortäuschung oder irgendeine andere Form der Überredung oder des Zwanges, von ihrem Urteilsvermögen Gebrauch zu machen; dass sie das betreffende Gebiet in seinen Einzelheiten hinreichend kennen und verstehen muss, um eine verständige und informierte Entscheidung treffen zu können. Diese letzte Bedingung macht es notwendig, dass der Versuchsperson vor der Einholung ihrer Zustimmung das Wesen, die Länge und der Zweck des Versuches klargemacht werden; sowie die Methode und die Mittel, welche angewendet werden sollen, alle Unannehmlichkeiten und Gefahren, welche mit Fug zu erwarten sind, und die Folgen für ihre Gesundheit oder ihre Person, welche sich aus der Teilnahme ergeben mögen. Die Pflicht und Verantwortlichkeit, den Wert der Zustimmung festzustellen, obliegt jedem, der den Versuch anordnet, leitet oder ihn durchführt. Dies ist eine persönliche Pflicht und Verantwortlichkeit, welche nicht straflos an andere weitergegeben werden kann.

Abgesehen davon, daß es sich bei der Impfung mit RNA-Impfstoffen nicht um eine passive Impfung im klassischen Sinn handelt, sondern um eine Gentherapie, für die lediglich eine Notfallzulassung besteht, darf man die in Frage kommenden „Impflinge“ gegen Covid 19 wohl als Versuchspersonen bezeichnen. Nicht wenige haben den Versuch nicht überlebt, darunter auffallend viele Fußballer und Leistungssportler nicht. Zweifelsfrei feststeht zudem, daß in Deutschland ein 12-Jähriger in Cuxhaven an seiner „Impfung“ verstorben ist und im Kreis Ostwestfalen-Lippe eine 32-jährige Frau namens Diana Ortmann. Der Mutter von Diana Ortmann wurde inzwischen eine Hinterbliebenenentschädigung ausbezahlt, da der Tod ihrer Tochter gerichtsmedizinisch als „Impfschaden“ anerkannt worden war. Höhe der Hinterbliebenentschädigung unbekannt.

Komorbidität

Nicht auszuschließen ist, daß es eine erkleckliche Zahl über 50-Jähriger gibt, die aufgrund diverser „Zivilisationskrankheiten“ (Übergewicht, Raucherlunge, Herzschwäche usw.) mit einer gewissen Komorbidität leben, die ihnen momentan den Tod noch nicht bringt, lediglich aber noch den RNA-Impfstoff bräuchte, um sofort tödlich zu werden. Dessen ungeachtet gab und wird es Impfzentren geben, aus denen nicht mehr so viele lebend wieder herauskommen, wie eine Stunde zuvor hineinspaziert sind. Solche Fälle hat es bereits gegeben – und nicht zu knapp. Es ist nicht übertrieben, zu behaupten, daß solche Impfzentren u.a. eine Art „Selektionsfunktion“ haben. Ausführliche medizinische Voruntersuchungen finden dort nicht statt. Eigentlich fehlt nur noch, daß man sich im Drive-In bei McDonalds inokulieren lassen kann, wenn man blöde ist.

Und das alles, obwohl es aufs Ganze gesehen folgendermaßen aussieht: Inzwischen gab es Meldungen zu Intensivstationen, zu einem kleinen Teil belegt mit ungeimpften Covid-Patienten, bei denen unberücksichtigt blieb, daß geimpfte Covid-Patienten auf den Normalstationen verstarben. Und selbst auf den Intensivstationen liegt ein gewisser Prozentsatz Geimpfter. Dreißig Prozent sollen es zuletzt in Bayern gewesen sein. Ungeachtet der Tatsache, daß der heilige Inzidenzwert kein Infektions-, sondern ein Testgeschehen widerspiegelt, werden aus Gibraltar die höchsten Inzidenzwerte gemeldet, obwohl es dort zugleich eine der höchsten Impfquoten der Welt gibt. Sie liegt bei 100 Prozent für zweifach Geimpfte, bei etwa 115 Prozent, wenn man die Dreifachgeimpften dazunimmt. Das ist heute so und war schon vor einem halben Jahr so. Der ganze afrikanische Kontinent hat im Durchschnitt eine Impfquote von circa 5 Prozent und Covid ist weitgehend unbekannt.

Wahrscheinlichkeit und Stringenz

Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb der Bandbreite des Krankheitsverlaufs von leicht bis schwer in Deutschland nach einer Infektion zu überleben, liegt bei etwa 99,8 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, nicht an Impfnebenwirkungen zu laborieren oder gar zu versterben, liegt für Ungeimpfte „todsicher“ bei 100 Prozent. Das ist eine verdammt gute Überlebenschance, die in keiner Weise den hysterischen Hype rechtfertigt, der hier von diversen Schisshasen zur Aufführung gebracht wird. Überhaupt habe ich Fleischhauer im Verdacht, daß er sich selbst deswegen als „Schisshase“ bezeichnete, weil ihm das Wort „Neurotiker“ nicht gefallen hat. Es hätte sich mit einer Neurose nicht so nett kokettieren lassen.

Dieses Land scheint angefüllt zu sein mit Neurotikern, die jeden realistischen Bezug zum Leben ansich verloren haben. Anders ist schier nicht zu erklären, daß der Verwirrte, der sich selbst aus Versehen für einen Konservativen hält, Leute bei der Impffrage „B“ sagen lassen will, die unter ganz anderen Rahmenbedingungen vorher „A“ gesagt haben, sich selbst aber ausnimmt. Wenn man dieses „A+B-Prinzip“ konsequent anwenden wollte, gäbe es verdammt viel, wofür man es gelten lassen müsste. Wer im Glauben, daß das Grundgesetz gilt, „A“ gesagt hat, als er eine Krankenversicherung abgeschlossen hat, heute „B“ sagen soll, indem er eine Verzichtserklärung auf Behandlung unterschreibt, sollte er sich als Ungeimpfter eine Covid-Erkrankung einhandeln, der müsste dann auch insofern „B“ sagen, als daß er seine gezahlten Kassenbeiträge zurückfordert. Die vielbeschworene „Solidargemeinschaft“ ist eine im Rahmen des Grundgesetzes. Wer damals, als es noch galt, „A“ gesagt hat, muß mitnichten „B“ sagen, wenn es auf einmal nicht mehr gälte.

Was Jan Fleischhauer zum Ausdruck gebracht hat, war im Grunde, daß er sich entlang seiner persönlichen Neurosen selbst aussucht, wann er eine Solidargemeinschaft als solche begreifen will und wann nicht. Das ist eine typisch linke Denke. Die spiegelt sich zum Beispiel bei Rauchverboten in Kneipen. Die Tabaksteuern sind heftig. Wer vierzig Jahre lang geraucht hat in Deutschland, der hat den Gegenwert von zwei Einfamilienhäusern in Form von Tabaksteuern beim Staat abgeliefert. Steuern dienen dem Allgemeinwohl (theoretisch). Warum soll er nicht „B“ sagen und von allen Nichtrauchern, die von ihm erst während seiner Raucherkarriere auf einmal unbelästigt bleiben wollen –  und somit einseitig die „Geschäftsbedingungen“ änderten, unter denen er Tabaksteuern zahlt, den Anteil seiner Tabaksteuern zurückfordern, der ihnen ab dem Änderungszeitpunkt zu Unrecht zugute gekommen ist? Nur eine rein theoretische Frage. Es kann doch nicht sein, daß die Gesundheitshysteriker in ihrem Glauben an das unerschöpfliche Entwicklungspotential der Zahnbürste erst „A“ sagen, um sich dann vor „B“ zu drücken?

In ihren Sonntagsreden von der Menschlichkeit vor ihren „die Menschen“ reden Linke immer dann von „die Menschen“, wenn es sich um welche handelt, die sie entweder schützen oder bevormunden wollen. Ihre Gegner sind ausdrücklich keine Menschen, sondern Klimaleugner, Ungeimpfte, Coronaleugner, Rechte, Rechtspopulisten, Männer (meistens nur einer, der inzwischen weltberühmte „Einmann“, meistens psychisch krank), Ewiggestrige, Sexisten, Rassisten, Xenophobe, Homophobe, Islamophobe usw.usf. – das Hirn des Linken ist sozusagen eine einzige gedankliche „Selektionsrampe der Menschlichkeit“ entlang seiner persönlichen Präferenzen. Fleischhauer ist einer, der sich aus Versehen für konservativ hält. Echte Konservative zeichnen sich durch Stringenz abseits ihrer Präferenzen aus. Womit „wir“ beim nächsten Punkt wären.

Haftungsfragen

Weder die Pharmahersteller noch die EU-Kommission oder die Bundesregierung übernehmen irgendeine Haftung für mögliche Impfschäden. Wie kann überhaupt jemand auf die völlig perverse Idee kommen, jemanden zu „seinem Glück“ zwingen zu wollen, ohne bereit zu sein, eine Garantieerklärung abzugeben für den Fall, daß es hernach eben nicht zu „seinem Glück“ gewesen sein könnte? Sich eine Impfung andrehen zu lassen, obwohl man ohne Impfung zu 100 Prozent keine Nebenwirkungen hätte – und immerhin noch einen 99,8 prozentige Überlebenschance, sollte man sich infizieren – was ja wiederum trotz Impfung nicht auszuschließen ist, gleicht der Idiotie, sich im Casino einen silbernen und geladenen Revolver reichen zu lassen, um nebenher ein bißchen „Russisch-Roulette“ zu spielen, während es beim richtigen Roulette ganz gut läuft.

Ganz anders

Pandemien sahen früher ganz anders aus. „Legt eure Toten vor die Haustüren …!“ Sollte also diese herbeidefinierte „Pandemie“, um sie nicht eine reine Medien-„Pandemie“ zu nennen, jemals wieder aufhören, wäre es allerhöchste Zeit, sich zu überlegen, was man mit Figuren wie Fleischhauer, Söder, Montgomery, Spahn, Wieler usw. machen sollte, die ihre eigenen – und die neurotischen Befindlichkeiten der Masse als Maßstab für die Gültigkeit des Grundgesetzes und des Nürnberger Kodex hernehmen wollen, anstatt sich einfach damit abzufinden, daß es ihr je persönliches Lebensrisiko ist, mit dem sie in einer Welt voller Viren konfrontiert sind – und daß es niemandem außer ihnen selbst obliegt, sich um ihren Schutz zu kümmern. Ob und wie sie das machen wollen, ist ganz ihr persönliches Ding. Anbieten ließe sich da selbstverständlich alles mögliche. Aber Zwang? Wie das denn? Man müßte sich ernsthaft überlegen, was mit Leuten wie dem Chef der österreichischen Ärztekammer, Thomas Skezeres, geschehen soll, der öffentlich darüber nachdenkt, Impfunwillige auf Stühlen festzuschnallen, um ihnen die Spritze auch gegen ihren Willen reinzujagen. Wahrscheinlich sollte man neben dem Fesselungsstuhl schon mal einen Galgen aufbauen und dem feinen Herrn Skezeres klarmachen, worauf er sich einläßt: Wenn der Gefesselte nach der Zwangsspritze stirbt oder krasse Nebenwirkungen auftreten, Skezeres, dann hängst Du keine Minute später an diesem Galgen. Willst Du ihn immer noch zwangsimpfen?

Ich halte das überhaupt für eine gute Idee: Wenn gelten soll, daß „B“ sagen muß, wer vorher „A“ gesagt hat, wie Fleischhauer meint, dann sollte das auch für Pharmahersteller und Politiker gelten. Für jeden, der ein Impfzentrum nicht mehr lebend verläßt, obwohl er eine Stunde vorher noch quicklebendig reinspaziert ist, hängt abwechselnd ein Pharmazeut, ein Medizinfunktionär, ein Pro-Impfpflicht-Medialer oder ein Politiker. Und zwar direkt vor dem entsprechenden Impfzentrum. Mit den obersten in der Hierarchie geht’s los. Hallo Frank-Ulrich! Schön, daß Du mitliest. Wenn die Herrschaften so davon überzeugt sind, daß sie alles unter Kontrolle haben, sollten sie sich darauf einlassen können. Eine entsprechende Anzahl dieser Herrschaften hätte sich dann während der Öffnungszeiten des Impfzentrums in einem Partyzelt zur Verfügung zu halten.

Wie war das, Jan Fleischhauer? Wenn Du einen Verkehrsunfall verursachst, bei dem Du selbst schwer verletzt wirst, Unschuldige aber ums Leben kommen durch Deine fahrerische Dämlichkeit: Willst Du auf die Behandlung Deiner Verletzungen verzichten und jedesmal eine entsprechende Erklärung unterschreiben, bevor Du losfährst? Wie jetzt, nicht? Ja, was schwätzt Du denn dann im „Focus“ daher?

Zum Schluß möchte ich mich beim A+B-Jan und allen anderen für das „Du“ entschuldigen. Eigentlich wäre das nicht mein Stil. Ich sah mich leider dazu genötigt, seit ich Krankenhauspersonal auf einem Foto gesehen habe, das mit beschrifteten Täfelchen folgendermaßen ans Volk appellierte: „Bitte. laßt. euch. impfen.“ Früher, als Deutschland noch ein zivilisiertes Land gewesen ist, wäre da zu lesen gewesen: „Bitte. lassen. Sie. sich. impfen.“ Nehmt mir meine Respektlosigkeit also nicht übel, Jan, Frank Ulrich, Thomas, Markus usw. Wenn sich unterschiedslos alle impfen lassen müssen, dann duzen „wir“ uns eben auch unterschiedslos. Was meint Ihr? Ob dieses hemmungslose Geduze ein Symptom jenes unkultivierten Distanzverlustes ist, welcher der Idee zugrunde liegt, man dürfe andere Leute zu einer Impfung zwingen?  Na egal – „Vielen Dank für euer Verständnis“ jedenfalls.