Coronawahn: Deutschland geht auf „Spritztour“!

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Die Impfpflicht ist eine im politischen Hinterstübchen längst beschlossene Sache. Die Frage ist nur noch wann und wie sie kommen wird. Da müssen noch Details geklärt werden. Zum Beispiel: Wie der Staat überhaupt herausfinden will, wer geimpft und wer nicht geimpft ist, wenn der Datenschutz nicht komplett ausgehebelt werden soll. Feststehen müsste auch, wen man dann wegen der Nebenwirkungen verklagen darf. Den Hersteller sicherlich nicht, der hat sich mit perfiden Verträgen aus der Verantwortung gestohlen – und wir wissen alle, warum.

Außerdem wissen wir noch nicht, ob die Impfpflicht mit finanzieller Erpressung oder doch gleich vorsichtshalber militärisch durchgesetzt werden soll.

Hier schon mal einige aktuelle Meldungen zu einem Thema, was uns wohl den ganzen Winter begleiten wird:

Deutscher Kinderschutzbund würde Erwachsenen-Impfpflicht begrüßen

Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, hat für die Einführung einer Corona-Impfpflicht für Erwachsene plädiert – für den Fall, dass die Impfquote so niedrig bleibt wie jetzt (wir liegen bei 70 Prozent!!!). „Ich persönlich bin dafür, dass man über eine Impfpflicht für Erwachsene berät und sie im Frühjahr dann auch beschließt, wenn die Impfquote so niedrig bleibt“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Montagausgaben). „Das würde auch die Kinder schützen.“

Hilgers fügte hinzu: „Kinder und Jugendliche haben in dieser Pandemie sehr viel geleistet, in dem sie auf sehr vieles verzichtet haben. Es ist respektlos, wenn wir uns als Erwachsene nicht impfen lassen.“ Eine Impfpflicht für Kinder und Jugendliche lehnte er zum jetzigen Zeitpunkt ab, weil man noch nicht genug darüber wisse, wie eine Impfung auf sie wirke.

„Freiheit verlangt Verantwortung. Und wenn diese Verantwortung nicht wahrgenommen wird, dann brauchen wir eine Impfpflicht“, sagte er. Alles andere sei „Hedonismus statt Liberalismus“.

Kliniken mahnen Länder zu mehr Einsatz bei Impfzentren

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hat die Bundesländer angesichts der vierten Corona-Welle aufgerufen, umgehend die Impfzentren wieder zu öffnen und Krankenhäuser administrativ und organisatorisch beim Impfen zu unterstützen. „Wir brauchen ein hohes Impftempo“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). Außerdem müsse der Hospitalisierungsinzidenz ohne Zeitverzug digital gemeldet werden.

„Wir sind noch immer in einer Situation, in der wir ein analoges Meldeverfahren haben, das nicht überall tagesaktuelle Daten liefert. Das ist nicht länger vertretbar.“

Mittelstand: Betriebsärzte stärker in Impfkampagne einbinden

Der Mittelstand hat die Politik zu einer stärkeren Einbindung der Betriebsärzte und zur Bereitstellung von mehr Impfstoffen für die notwendigen Booster-Impfungen aufgefordert. „Die Politik muss hier eine gleichberechtigte Versorgung mit Vakzinen sicherstellen und gegebenenfalls in Corona-Hotspots eine Priorisierung der betrieblichen Impfungen ermöglichen“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). „Betriebsärzte kennen die betrieblichen Bedingungen, verfügen über die nötige Erfahrung beispielsweise durch Grippe-Impfungen und können den Mitarbeitenden ein maßgeschneidertes Impfangebot machen“, so der Chef des Mittelstandsverbandes.

Das sei angesichts der explodierenden Inzidenzen wichtiger denn je, zumal viele Impfzentren geschlossen blieben und die Hausärzte oftmals überlastet seien. Angesichts des nachlassenden Impfschutzes der in Erst- und Zweitimpfungen verabreichten Impfungen gegen Covid-19 werden in den nächsten Monaten Millionen sogenannter Booster-Impfungen notwendig. Die Politik habe den Betrieben die Verantwortung für den Impfschutz der Mitarbeitenden übertragen.

„Dann muss sie jetzt auch die notwendigen Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von Betriebsärzten bei den Booster-Impfungen schaffen und dabei aus Fehlern lernen“, sagte Jerger. Die Betriebsärzte seien bei den vergangenen Erst- und Zweitimpfungen zu spät eingebunden und zudem bei der Belieferung mit Impfstoff etwa gegenüber den Impfzentren benachteiligt worden seien. Der Mittelstandschef schlägt vor, dass sich kleinere Unternehmen, die über keine eigenen Betriebsärzte verfügten, sich größeren Betrieben anschließen oder Impfverbünde bilden könnten.

„Ich bin sicher, dass mittelständische Unternehmen hier pragmatische, flexible Lösungen finden“, sagte Jerger. Nach Angaben des Verbandes der Betriebs- und Werksärzte könnten in Deutschland rund 10.000 Betriebs- und Werksärzte beim Boostern sowie bei weiteren Erst- und Zweitimpfungen mit einsteigen.

Kekulé: Ohne Lockdown geht es nicht mehr

Der Epidemiologe Alexander Kekulé hält wegen der sich immer weiter zuspitzenden Corona-Lage einen Lockdown für notwendig. „Wir müssen uns eingestehen, dass sich die vierte Welle ohne vollständigen Lockdown nicht mehr aufhalten lassen wird“, schreibt er in einer Kolumne für „Focus-Online“. In der gegebenen Lage habe man nur noch begrenzte Möglichkeiten, „um im aufkommenden viralen Sturm noch so viele Ältere und Menschen mit besonderem Risiko wie möglich vor schwerer Erkrankung und Tod zu bewahren“.

Diese Chance zu nutzen, müsse oberste Priorität haben. Kekulé ging mit der Politik hart ins Gericht. Diese habe einen Sommer lang „im Wahlkampfmodus den aufziehenden viralen Sturm ignoriert“.

Die am Donnerstag beschlossene Novellierung des Infektionsschutzgesetzes werde aber nicht reichen. „Tragischerweise werden die meisten der an diesem historischen Donnerstag beschlossenen Maßnahmen auf die vierte Welle keinen Einfluss mehr haben“, so der Virologe. Die Maßnahmen kämen zu spät.