Auch Palmer und Lauterbach für Impfpflicht

Die Qual der Wahl (Foto: Imago)

Berlin – Die Impfpflicht ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Immer mehr Politiker wollen es so, wünschen sich es so und der Widerstand wird teuer:

Der SPD-„Gesundheitspolitiker“ Karl Lauterbach geht jetzt ebenfalls davon aus, dass Deutschland bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie an der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht nicht vorbeikommt. „Ohne Impfpflicht erreichen wir offensichtlich die Impfquote nicht, die wir benötigen, um bei der Stärke der Impfstoffe und dem R-Wert der Deltavariante über die Runden zu kommen“, sagte er dem TV-Sender „Bild“. Aktuell sei das Problem, dass die Impfstoffe etwas schneller unwirksam würden und dass die Zahl derer, die sich nicht impfen lassen wollten, größer sei.

Deswegen sage er: „Wir müssen uns einer Impfpflicht nähern. Das ist so.“ Lauterbach räumte ein, dass angesichts der Versprechungen der Politik, es werde eine solche Impfpflicht nicht geben, deren Einführung „ohne Wenn und Aber“ das Vertrauen der Bürger untergrabe.

Aber wenn die Epidemiologie es notwendig mache, dann könne man nicht sagen: „Es ist zwar jetzt notwendig, aber weil ich damals anders gesprochen habe, mach ich es nicht.“ Die allgemeine Impfpflicht könne aber nicht sofort eingeführt werden, da es gegenwärtig dafür zu wenig Impfstoff gebe. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) äußerte sich ähnlich: „Wenn wir ohne Impfungen kaum eine Chance haben, diese ewige Spirale aus Kontaktbeschränkungen und möglichen Schulschließungen zu durchbrechen: Was wollen wir denn dann tun?“ Pflicht sei ja „auch nichts Böses“.

Palmer: „Und die gießen wir in Form eines Gesetzes. Ich finde es schlüssig, weil wir anders nicht vorangekommen sind.“ Es sei jetzt an der Zeit, „zu diesem Instrument zu greifen“.

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer führte „massive“ Verfassungsbeschwerden gegen eine allgemeine Impfpflicht ins Feld: „Wir halten sie für verfassungswidrig. Und deshalb ist sie in Deutschland so nicht einführbar. Wir halten sie für mit unserem Grundgesetz nicht vereinbar.“

Man prüfe aber, ob es „eine Impf-Nachweispflicht für bestimmte Berufsgruppen“ geben werde.

Als ob die Verfassungswidrigkeit irgendeinen Politiker davon abhalten würde, so eine Impfpflicht durchzusetzen. Außerdem hat Merkel rechtzeitig vorgebeugt, in dem sie einen ihrer Günstlinge auf den Richterstuhl gedrückt hat.

So viel Zynismus und Menschenverachtung ist auch bei linken Politikern eher selten: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält eine Maskenpflicht in den Schulen voraussichtlich über den gesamten Winter für notwendig und warnt vor den Folgen von Long Covid für Kinder. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in eine epidemische Lage kommen, in der wir die Maskenpflicht in den Schulen nicht mehr brauchen, diese Wahrscheinlichkeit erachte ich als sehr gering“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Montagausgaben). „Die Maskenpflicht wird wahrscheinlich über den gesamten Winter benötigt werden“, fügte Lauterbach hinzu.

Er übte harte Kritik am nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU). „Ich habe noch versucht, zu warnen, als der neue Ministerpräsident Wüst in Nordrhein-Westfalen die Maskenpflicht in den Schulen aufgehoben hat – zu dem Zeitpunkt, als die Fallzahlen schon stiegen und darüber hinaus die Kinder nicht mehr so lange lüften konnten, weil es so kalt war.“ Lauterbach sagte: „Da haben sich viele Kinder infiziert. Das war vollkommen unnötig. Es war verantwortungslos.“ Der Politiker und Epidemiologe warnte zudem vor den Folgen von Long Covid für Kinder.

„Wir müssen damit rechnen, dass ungefähr vier bis sieben Prozent der Kinder, die an Covid symptomatisch erkranken, also Symptome bekommen, Long Covid entwickeln“, sagte Lauterbach. Long Covid sei bei Kindern zum Glück nicht so gravierend wie bei Erwachsenen, aber es sei auch keine Kleinigkeit. „Es führt dazu, dass beispielsweise Kinder danach durchweg Schwierigkeiten haben können, sich zu konzentrieren“, sagte er.

„Die Wahrheit ist, es wird auch Kinder geben, die sich über die Schulzeit nicht komplett davon erholen.“ Lauterbach sagte: „Es wird Kinder geben, die haben Covid und sind danach nicht mehr so schwungvoll und auch nicht mehr so gut in der Schule wie vorher.“ Der SPD-Politiker ergänzte: „Das sind natürlich, Gott sei Dank, nicht so viele, aber es könnte schon im Prozentbereich liegen.“

Daher sei es sehr wichtig, Kinder zu schützen.

„Long Covid“-Schäden werden vor allen Dingen eben durch das völlig überflüssige, sinnlose Maskentragen verursacht. Das müsste auch Karl Lauterbach wissen. Bleibt die Frage, was ihn eigentlich so antreibt, das Leben der Kinder so nachhaltig zerstören zu wollen.

Vielleicht denkt er auch nur an die Zukunft seiner Partei, die ohne den Psychowrack-Nachwuchs wohl keine Chance mehr hätte. (Mit Material von dts)