Jetzt sollen die Ungeimpften auch noch für verschobene Krebsoperationen verantwortlich sein

Diverse notwendige Operationen wurden 2020 wegen Corona verschoben - und jetzt erneut (Foto:Imago/VCG)

Schließungen und Bettenabbau im großen Stil – das sind die Gründe warum es jetzt in manchen Kliniken eng wird. Der politisch gewollte Sparhammer ist also daran schuld, wenn wichtige OPs verschoben werden müssen – und nicht die Ungeimpften. Wer so etwas behauptet, hetzt die Meute auf, gibt die Kritiker und Skeptiker zum Abschuss frei. Wie dieser werte Herr:

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, hat die mangelnde Impfbereitschaft von Millionen Bürgern kritisiert und Auswirkungen wie abgesagte Operationen in den Kliniken beklagt. Die Folgen für die Patienten jenseits der Pandemie seien „ebenso dramatisch wie tragisch“, schreibt er in einem Gastbeitrag für die „Rheinische Post“ (Freitagausgabe). „75 Prozent aller Krankenhausstandorte mit Intensivstationen meldeten heute einen nur noch eingeschränkten Betrieb. Konkret heißt das, dass wir wie im Januar 2021 erneut fast jeden dritten Patienten im Regelsystem nicht versorgen können“, so Gaß. Man werde rund 20 Prozent weniger Darmkrebs-Operationen durchführen und etwa sieben Prozent weniger Operationen bei Frauen mit Brustkrebs, so der DKG-Chef. Die Situation, auf eine Warteliste gesetzt zu werden, sei für jeden einzelnen Krebspatienten psychisch und körperlich schwer zu ertragen.

„Jeder vierte Patient, der für eine orthopädische Operation vorgesehen war, muss erneut viele Monate auf die schmerzlindernde Behandlung warten“, schreibt Gaß. Er warnte vor fatalen Auswirkungen der hohen Klinikauslastung für Notfallpatienten. „Die Notfallversorgung von Herzinfarkt- und Schlaganfall-Patienten ist vielfach heute schon durch längere Fahrzeiten zu entfernt liegenden Krankenhäusern deutlich eingeschränkt. Es werden mehr Menschen in dieser Notfallsituation sterben, als dies normalerweise der Fall ist, und es werden mehr Menschen lebenslang schwere Folgeschäden zum Beispiel bei einem Schlaganfall davontragen, als dies bei einer schnellen Therapie sein müsste“, beklagte er. Vor dem Hintergrund forderte er eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene. „Dies alles sind die unmittelbaren Folgen einer unzureichenden Impfquote und der daraus resultierenden hohen Infektionszahlen mit schweren Covid-19-Verläufen“, schreibt Gaß.

„Leider gehört zu dieser bitteren Erkenntnis auch, dass wir wegen der fehlenden Einsicht bei einem Teil der Bevölkerung diese Pandemie ohne eine allgemeine Impfpflicht nicht hinter uns lassen werden. Die Politik sollte den Mut haben, diese Entscheidung zu treffen“, so der DKG-Chef.

Sie versuchen wirklich, mit allen Mitteln den Impfzwang durchzusetzen. Der Druck der Pharmaindustrie muss gewaltig sein. Klar, die Notfallzulassungen laufen bald alle ab, da müssen die Lagerhüter noch schnell weg.

Hier weitere aktuelle Meldungen aus der Coronahölle:

Kinderschutzbund warnt vor öffentlichem Druck auf Stiko

Der Kinderschutzbund hat nach der EU-Zulassung des Biontech-Impfstoffs auch für Kinder vor zu viel Druck auf die Ständige Impfkommission gewarnt. „Die Stiko muss nun mit Sorgfalt prüfen, ob man Biontech auch für Kinder unter 12 Jahren in Deutschland empfiehlt“, sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). Dabei dürfe keinerlei politischer Druck ausgeübt werden.

Er hob auch hervor: „Eine Impfentscheidung obliegt den Eltern in Einvernehmen mit ihren Kindern. Je älter die Kinder sind, desto größer muss die Mitsprache sein.“ In der Politik stieß die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde für die Zulassung des Impfstoffs Biontech auch für Kinder unter 12 Jahren auf ein positives Echo.

„Ich halte es für eine positive und wichtige Entwicklung, wenn auch für Kinder unter 12 Jahren künftig eine Impfung möglich ist“, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Denn gerade für Kinder sei die Pandemie eine unglaubliche Belastungsprobe in einer wichtigen Phase der persönlichen Entwicklung.

Ethikratsmitglied für allgemeine Impfpflicht

Das Ethikratsmitglied Wolfram Henn spricht sich angesichts hoher Infektionszahlen und weiterhin niedriger Impfquote für eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland aus. „Wir müssen dieses Mittel jetzt entschlossen ergreifen, denn alle auf Einsicht setzenden Mittel sind ausgereizt“, sagte der Humangenetiker dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). Es sei der „vielleicht größte Fehler der Politik“ gewesen, zu Beginn der Pandemie eine Impfpflicht auszuschließen.

Zur Durchsetzung schlägt Henn Bußgelder vor, die nach Vorlage eines Impfzertifikats zurückerstattet werden könnten. So sollten diese als „Sanktion und Anreiz zugleich“ dienen. Als erstes europäisches Land plant Österreich die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gegen Covid-19. Der Deutsche Ethikrat hatte sich zuletzt für die Prüfung einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen ausgesprochen.

Änderungen am Infektionsschutzgesetz unter Deutschen umstritten

Das Auslaufen der epidemischen Notlage und die damit verbundenen Änderungen der rechtlichen Grundlage für weitreichende Corona-Beschränkungen stoßen auf ein geteiltes Echo in der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den ARD-„Deutschlandtrend“. 53 Prozent der Bürger finden das neue Infektionsschutzgesetz ab dem 25. November ohne die Möglichkeit von Lockdowns, Schulschließungen oder Ausgangssperren demnach richtig, 40 Prozent finden es falsch.

Für den ARD-„Deutschlandtrend“ befragte Infratest im Auftrag des „Morgenmagazins“ vom 23. bis 24. November insgesamt 1.239 Wahlberechtigte in Deutschland. (Mit Material von dts)

 

 

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JuttaLH
JuttaLH (@juttalh)
26. November 2021 10:15

Ich kann es einfach nicht mehr hören! Gernot Marx ist der Präsident des DIVI e.V., also des Deutschen Intensivregisters. Und er sagte kürzlich, dass es keinerlei Erfassung des Impfstatus der Patienten auf den Intensivstationen gibt. Mit anderen Worten, es gibt keine Klarheit darüber, ob tatsächlich mehr Ungeimpfte auf der „Intensiv“ liegen oder nicht. Leider war aber dieses Narrativ die Grundlage für die Aussage der „Pandemie der Ungeimpften“. Politiker habe dieses Narrativ in die Welt gesetzt und Medien haben das ungeprüft übernommen. Hinzu kommt erschwerend, dass rund 350 Corona-Patienten nach Deutschland zwecks Behandlung von der Bundeswehr eingeflogen wurden. Was also soll… Weiterlesen »