Auf dem Weg zur Impfung (Symbolfoto: Von Couperfield/Shutterstock)

Wieder mal zu spät reagiert? Erster Omicron-Verdachtsfall in Deutschland

Frankfurt/Main – Auch in Deutschland gibt es jetzt einen ersten Verdacht auf die neue Corona-Variante „Omicron“, weil die Behörden – wie soll es auch anders sein – mal wieder versagt haben:

„Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika wurden gestern Nacht mehrere für Omicron typische Mutationen gefunden“, sagte Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Samstag. Es bestehe deswegen ein „hochgradiger Verdacht“.

Die betreffende Person wurde häuslich isoliert. „Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus“, sagte Klose. Deutschland hatte am Freitag zwar Einreisebeschränkungen für Flüge aus Südafrika erlassen, Deutsche dürfen aber weiter transportiert werden.

Sie müssen sich, ob geimpft oder ungeimpft, 14 Tage in Quarantäne begeben. Mit den Vorschriften in anderen Ländern, wo Einreisende direkt am Flughafen in ein abgeschirmtes Hotel gebracht werden, sind die Quarantäne-Regeln aber nicht vergleichbar. Die Reisenden sollen sich lediglich „häuslich absondern“.

Kontrolliert werden kann das kaum. Am Freitagmorgen landeten zudem noch völlig ungehindert zwei Maschinen aus Johannesburg und Kapstadt kommend in Frankfurt. Eine weitere Maschine, die am Samstagmorgen um 5:30 Uhr aus Johannesburg kommend landen sollte, wurde zunächst um über einen halben Tag verschoben und soll nun am Samstagabend ankommen.

Die Variante kann sich also in aller Ruhe verbreiten, der nächste, übernächste und dann ewige Lockdown kommt garantiert und geimpft wird, bis das der Tod uns scheidet.

Derweil trommelt jetzt auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) für die völlig unnütze allgemeine Impfpflicht. „Ich befürchte, dass eine Impfpflicht gesellschaftlich spaltet. Aber eine nicht enden wollende Pandemie spaltet auch“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS).

Braun sagte weiter, er finde es „traurig, dass so viele nicht freiwillig das Impfangebot wahrnehmen“. Dies habe dazu geführt, dass das Infektionsgeschehen unter Ungeimpften derzeit zehnmal so hoch sei wie unter Geimpften und die Krankenhäuser überlastet würden. Zuletzt hatte Braun sich noch ablehnend gegenüber einer allgemeinen Impfpflicht gezeigt.

Diese sei bisher nur in Frage gekommen, wenn die WHO die Ausrottung einer infektiösen Krankheit ausgerufen habe. Gegenüber der FAS sagte Braun nun bezugnehmend darauf auch, dass die CDU-Politikerin Güler eine allgemeine Impfpflicht für nicht mehr vermeidbar halte: „Da hat sie leider recht.“ Güler ist Mitglied von Brauns Team, mit dem dieser sich um den Vorsitz der CDU bewirbt.

Angesprochen auf Gülers Aussage, sie sei nicht mehr bereit, wegen Ungeimpfter auf ihre Freiheiten zu verzichten. „Ja, und so denkt auch die Mehrheit der Bevölkerung.“ Er wünsche sich, „dass der Ethikrat sich jetzt intensiv mit den vielen offenen Fragen beschäftigt: Was sind die Sanktionen, wenn man einer Impfpflicht nicht nachkommt? Für wen gilt sie überhaupt? So eine grundlegende Frage sollte in einem breiten politischen Konsens entschieden werden. (Mit Material von dts)

 

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