Ein Engel auf einem Friedhof; Bild: Shutterstock
Ein Engel auf einem Friedhof; Bild: Shutterstock

Gruselig: Die ganz besonderen Toten der „Bild“

Steinmeier hat eine herzmuskelentzündliche Trauerrede gehalten, es wird sogar über einen Gedenktag nachgedacht mit Gottesdienst und allem Drum und Dran.

Und die „Bild“ macht mit – und zeigt uns, dass diese Pandemie ein reines Medienspektakel ist, mehr nicht:

Mehr als 100.000 Mitbürger sind inzwischen an oder mit Corona gestorben. Eine Zahl, die unsere Vorstellungskraft übersteigt. BILD am SONNTAG zeigt in der heutigen Ausgabe auf fünf Seiten die Fotos von 100 Opfern, um der anonymen Statistik ein Gesicht zu geben.

Man muss sich wirklich fragen, ob für dieses linksradikale Blättchen die anderen Toten Menschen zweiter Klasse sind.

Hier diesbezüglich ein paar Zahlen vom Statistischen Bundesamt (allerdings für das Jahr 2020):

Die häufigste Todesursache im Jahr 2020 war, wie schon in den Vorjahren, eine Herz-/Kreislauferkrankung. Mit 338 001 Verstorbenen war gut ein Drittel (34 %) aller Sterbefälle darauf zurückzuführen (2,1 % mehr als im Vorjahr mit 331 211 Fällen). 47 % davon waren Männer, 53 % Frauen. Vor allem bei älteren Menschen führten diese Erkrankungen zum Tod: 93 % der an einer Krankheit des Herz-Kreislaufsystems Verstorbenen waren 65 Jahre und älter. An einem Herzinfarkt, der zu dieser Krankheitsgruppe gehört, verstarben 2020 insgesamt 44 529 Menschen (2019: 44 282). Davon waren 59 % Männer und 41 % Frauen.

Zweithäufigste Todesursache waren die Krebserkrankungen: Beinahe ein Viertel (23,5 %) aller Verstorbenen (231 271 Menschen) erlag im Jahr 2020 einem Krebsleiden, das waren ungefähr so viele wie im Vorjahr (2019: 231 318). 54 % der Krebstoten waren Männer, 46 % Frauen. Bei Männern waren die bösartigen Neubildungen der Verdauungsorgane beziehungsweise der Atmungsorgane (Lungen- und Bronchialkrebs) die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Frauen waren ebenfalls am häufigsten von einer bösartigen Neubildung der Verdauungsorgane betroffen. Häufigste Einzeldiagnose bei den Krebserkrankungen von Frauen war jedoch der Brustkrebs mit 18 425 Fällen.

4,2 % oder 41 794 aller Todesfälle im Jahr 2020 waren auf eine nicht natürliche Todesursache wie zum Beispiel eine Verletzung oder Vergiftung zurückzuführen (2019: 41 779). In 17 211 Fällen (49 % Männer und 51 % Frauen) war ein Sturz die Ursache für den Tod. Durch einen Suizid beendeten 9 206 Menschen ihr Leben, drei Viertel (75 %) davon waren Männer und ein Viertel (25 %) Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr war die Zahl der Suizide mit +1,8 % leicht höher (2019: 9 041 Fälle).

Natürlich verrät uns die „Bild“ auch nicht, ob die abgelichteten Personen an oder mit Covid gestorben sind und auch die knapp 100.000 Toten, die seit 2009 an der Grippe gestorben sind, finden keine Erwähnung.

Shit happens, liebe „Bild“, wenn’s kein Corona ist?

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