Wie passend: Merkel zieht in Margot Honeckers Büro

Unter den Linden 71 lautet die neue Adresse der Endlos-Kanzlerin. Sie sei künftig in „Margot Honeckers Büro zu finden“, freut sich Angela Merkel. Von dort will sie weiterhin „nicht öffentlich“ mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Sie werde nicht völlig von der Bildfläche verschwinden, erklärte sie. Offenbar wird sie weiterhin vom ehemaligen Margot Honecker Büro das Regierungsgeschehen mit ihren Ratschlägen beeinflußen – nur hinter verschlossenen Türen und mit Blick auf den Berliner Prachtboulevard Unter den Linden. Merkel richtet sich bereits in ihrem Altkanzlerinnen-Büro im Bundestagsgebäude ein. Genau dort hatte früher die DDR-Volksbildungsministerin Margot Honecker ihren Sitz.

Eine „Dame“-Schachfigur sei bereits in ihr „Honecker-Büro“ umgezogen, die anderen lasse sie einlagern, teilte Merkel laut nau.ch mit. Die grossen Schachfiguren aus Holz waren ein Geschenk des Verbandes der Waldbesitzer.

Einsam wird die 67-Jährige dort nicht sein. Insgesamt werden sie neun Mitarbeiter unterstützen: Ein Büroleiter, einen stellvertretenden Leiter, zwei Referentinnen, drei Sachbearbeiter und zwei Fahrer werden für sie Termine vorbereiten, Reden schreiben und andere administrativen Aufgaben übernehmen.

2019 hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags zwar beschlossen, dass künftige Bundespräsidenten und Bundeskanzler nach deren Ausscheiden nicht mehr als fünf Mitarbeiter bekommen sollen – doch der Beschluss gilt nur für die „Zukünftigen“ und sei   „nicht auf die amtierende Bundeskanzlerin anwendbar“, wie ihr Sprecher Steffen Seibert mitteilte. Und so kann Merkel noch einmal aus dem Vollen sch(r)öpfen: Für die zwei Leitungsstellen sei eine Besoldung von B6 vorgesehen, also rund 10.400 Euro im Monat. Insgesamt könnten – je nach Berufserfahrung der Mitarbeiter – monatlich zwischen 46.000 und 56.000 Euro anfallen, so das Merkel-geneigte ZDF.

Das Bürohaus Ecke Wilhelmstraße / Unter den Linden in Berlin-Mitte wurde in den 1960er Jahren für das Ministerium für Volksbildung der DDR errichtet. Margot Honecker residierte hier von 1963 bis zum politischen Sturz von Ehemann Erich im Jahr 1989. Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland im Oktober 1990 war das Gebäude zunächst Sondervermögen. Nach dem Berlin-Umzug des Bundestages kam es in die Verfügung der Bundestagsverwaltung. (MS)

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