Herr Professor Doktor Matthias Quent vom Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Trägerschaft der Amadeu-Antonio-Stiftung liest dem rechten Publikum die Leviten aus einem von ihm selbst verfassten Buch heraus - Foto: Imago

Schmerzhaft: Nazi-Vergleiche bei Corona-Demos

Getroffene Hunde bellen. Im ZDF nahm der Gründungsdirektor des Instituts für Demokratie & Zivilgesellschaft in Jena, Herr Prof. Dr. Matthias Quent, zu den Nazi-Vergleichen Stellung, die bei Corona-Demos immer wieder zu hören sind. Vorgestellt wird der Mann beim ZDF übrigens als „Magdeburger Soziologe“. Die Stellungnahme zur Quentschen Stellungnahme.

von Max Erdinger

Google gibt bereitwillig Auskunft, um wen es sich bei dem „Magdeburger Soziologen“ handelt. Quent ist Jahrgang 1986 und in Thüringen aufgewachsen. Das Institut in Jena, dessen Gründungsdirektor er ist, arbeitet in Trägerschaft der Antonio-Amadeu-Stiftung. Über die Antonio-Amadeu-Stiftung selbst gab es über die Jahre immer wieder interessante Neuigkeiten. So heißt es bei Wikipedia z.B., einzelne CDU- und SPD-Politiker hätten die Befürchtung geäußert, die Amadeu-Antonio-Stiftung (AAS) solle den Verfassungsschutz ersetzen. Die Junge Union wiederum forderte eine Überprüfung der AAS durch den Verfassungsschutz. Die AAS erhält erhebliche Mittel aus Steuergeldern. Stiftungsvorsitzende ist die vormalige Stasi-Zuträgerin Anetta Kahane („IM Victoria“). Den Decknamen hatte sie sich selbst ausgesucht. Das lateinische „Victoria“ heißt auf Deutsch „Sieg“. Der Deckname „IM Denuntio“ scheint Anetta Kahane nicht gefallen zu haben.

Von Seiten der AAS sind Äußerungen dokumentiert wie die folgende: „Die AfD ist die erfolgreiche NPD“. Wer noch Zweifel hat, wo die AAS politisch zu verorten ist, dem hilft evtl. ein Blick in die Liste der Stiftungsratmitglieder. Zu finden sind dort u.a. Andrea Böhm, Redakteurin bei der „Zeit“, Dr. Sergej Lagodinsky von der „Heinrich-Böll-Stiftung“, einer parteinahen Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen – und da schau her: Stephan Kramer, Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes seit 2015. Die Vita Kramers ist für sich genommen schon hochinteressant für jeden, der sich gern mit dem Thema „Ambition, Karriere & Gewissen“ beschäftigt. Das ist also die Stiftung, in deren Trägerschaft das „Institut für Demokratie & Zivilgesellschaft“ in Jena forscht, und dessen Gründungsdirektor eben jener Prof. Dr. Matthias Quent ist, den sich das ZDF ausgesucht hat, um den Zuschauern und Lesern die Expertise eines „Magdeburger Soziologen“ anzudienen zum Thema „Nazi-Vergleiche bei Corona-Demos“. Das ist ungefähr so, als würde das ZDF den Billigfleisch-Magnaten Clemens Tönnies über die Vorteile der veganen Ernährung befragen. Zum Thema „Nazi-Vergleiche bei Corona-Demos“ hätten sich auch andere Experten angeboten, jüdische z.B. wie Henryk M. Broder. Ein Broder-Zitat: „Wenn ihr euch fragt, wie das damals passieren konnte: weil sie damals so waren wie ihr heute seid„. Auch der in Israel lebende, jüdische Schriftsteller Chaim Noll wäre in Frage gekommen. Er ist einer der schärfsten Kritiker von Anetta Kahane.

Prof. Dr. Matthias Quent hat die Arbeitsschwerpunkte „Politische Soziologie“ und „Öffentliche Soziologie“, ist also jemand, der offensichtlich ein starkes Interesse am Leben der Anderen hat. „Das Leben der Anderen“ wiederum ist ein deutscher Politthriller aus dem Jahr 2006, in dem es um die Kontrolle und Bespitzelung von DDR-Bürgern durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS,“Stasi“) geht. Die Hauptrolle spielte Ulrich Mühe. Der wiederum war in der Vorwendezeit 1989 als Bürgerrechtler in Ost-Berlin öffentlich aktiv.

Das Kürzel „ZDF“ für „Zweites Deutsches Fernsehen“ wurde in jüngster Zeit öfter bereits umdefiniert als Kürzel für „Zentrum der Finsternis“ – und die Entscheidung des ZDF, ausgerechnet Prof. Dr. Matthias Quent als Experten für „Nazi-Vergleiche bei Corona-Demos“ aufzurufen und ihn dem Publikum dann als einen harmlosen „Magedeburger Soziologen“ anzudrehen, spricht dafür, daß die Umdefinierung des Kürzels „ZDF“ eine gewisse Berechtigung hat.

Was hatte er also zu sagen, der Herr Prof. Dr. Quent vom „Institut für Demokratie & Zivilgesellschaft“ in Trägerschaft der hochdemokratischen „Amadeu-Antonio-Stiftung“, dieser Mutter aller rechtsstaatlichen Neutralität? Auf der Seite des „Zentrums der Finsternis“ kann man es nachlesen.

Zitat: „Zum einen gehe es um Provokation, erläutert Quent. Auf der anderen Seite schwinge eine Form von Relativierung mit, wenn Menschen die Frage, ob sie sich impfen oder testen lassen sollen, mit der industriellen Ermordung von Millionen Menschen gleichsetzen. Damit gehe es auch um Verharmlosung von Geschichte.

Kommentar: Themaverfehlung. Es geht nicht um die Frage, ob sich Menschen impfen oder testen lassen sollen, sondern ob sie das über die Einführung einer Impfpflicht müssen sollen. Und eine Verharmlosung der Geschichte ist es, Prof. Dr. Matthias Quent als „Magedeburger Soziologen“ vorzustellen.

Zitat: “ (…) indem man sich selbst zum Opfer von quasi nationalsozialistischen Methoden erkläre, so wie das ja viele Gegner*innen der Corona-Politik tun, bringe man sich in eine Situation, in der man als Opfer – vermeintlich diskriminiert – in keiner rationalen Rechtfertigungspflicht mehr sei. So lässt sich dann in ihrer Argumentation auch Widerstand gegen die aktuelle Politik rechtfertigen.

Kommentar: In Australien gibt es bereits Quarantäne-Lager für Ungeimpfte. In Deutschland gab es Läden mit der Aufschrift „Ungeimpfte sind hier nicht erwünscht“. In den sozialen Netzwerken wimmelt es nur so vor Kommentaren, in denen gegen Ungeimpfte ein staatliches Vorgehen gefordert wird, das dem der Nazis gleicht. Die Vergasung von Ungeimpften und ihr kompletter gesellschaftlicher Ausschluß wurden bereits angeregt. Die rationale Rechtfertigungspflicht in seiner Gegenrede läßt Prof. Dr. Quent vermissen.

Zitat: „Geschädigt werden laut Quent die tatsächlichen Opfer des Nationalsozialismus: sowohl die Jüdinnen und Juden aus den Communities, als auch die, deren Angehörige vernichtet wurden.

Kommentar: Es gibt nicht wenige Juden – und nicht nur in Deutschland – die den Nazi-Vergleichen der Corona-Demonstranten vollumfänglich zustimmen. Sie werden wohl kaum einen „Magedeburger Soziologen“ brauchen, der ihnen erzählt, wer hier „geschädigt“ wird, weil sie das durchaus selbst beurteilen können. Von einem in Trägerschaft der AAS forschenden Herrn Professor Doktor aus Jena als Experten für Demokratie und Zivilgesellschaft wird man wohl erwarten dürfen, daß er solche subjektivistischen Meinungsäußerungen zugunsten objektiv nachweisbarer Fakten zurückstellt. Er war nicht nach seiner präferenzutilitaristischen Meinung oder der seiner „Community“ gefragt worden, sondern nach einer wissenschaftlichen Expertise.

Zitat: „Sie werden erneut zu Opfern gemacht und instrumentalisiert, indem eine völlig entgrenzte Gleichsetzung betrieben werde, mahnt Quent. Ihre Geschichte wird quasi uminterpretiert und die nationalsozialistischen Verbrechen an den europäischen Jüdinnen und Juden werden so rückblickend bagatellisiert.

Kommentar: Quent ist erstens nicht in der Position, irgendwen zu ermahnen, und zweitens geht es bei den Corona-Demos mit den Nazi-Vergleichen nicht um eine Gleichsetzung von Resultaten einer perversen Politik, sondern um die einer solchen perversen Politik zugrunde liegende Systematik im Denken, besonders unter Berücksichtigung des Verhältnisses von Staat und Individuum. Hinsichtlich der nazistischen Systematik des regierungsamtlichen Denkens war es unerheblich, wer letztlich zu ihren Opfern hätte werden können. 2021 wird auch nicht mit 1941-1945 verglichen, sondern mit 1933-1938, mit dem Anfang einer sich desaströs steigernden Entwicklung also, und nicht mit ihren Resultaten. Wer einem etwas anderes weismachen will, der weiß, warum er es tut. Herr Prof. Dr. Quent zieht es vor, zielgerichtet Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Zitat: „Da ist eine Gesellschaft schon sehr weit weg von einem rationalen Diskurs

Kommentar: Der Fehler liegt im „schon“ (sehr weit weg …). Tatsächlich ist die Gesellschaft noch sehr weit weg von einem rationalen Diskurs. Das ist deswegen so, weil bei den Corona-Demos (eigentlich: Anti-Impflicht & Pro-Grundrechte-Demos) nicht nur die Anfangsjahre der Nazizeit thematisiert werden müssten, sondern auch die DDR und ihre „Schläfer“, die nach dem Untergang der DDR inzwischen bald alle staatlichen und halbstaatlichen Institutionen im wiedervereinigten Deutschland unterwandert haben. Je mehr sich die Gesellschaft einem rationalen Diskurs nähert, desto deutlicher würde auch hervortreten, welche Rollen solche Figuren wie der „Magdeburger Soziologe“ oder eine Antonio-Amadeu-Stiftung übernommen haben – und wie sehr das öffentlich-rechtliche Fernsehen dem doktrinären Ostfernsehen von damals bereits gleicht.

Zitat: „Man sehe, dass es derzeit nur noch um Polarisierung geht, um die höchstmögliche Steigerung mit der Bezugnahme auf den Nationalsozialismus, so Quent. Ein sachliches Abwägen, eine Argumentationsführung sei in einer so aufgeregten Stimmung kaum noch möglich. Was verloren gehe, sei der zivilisierte Diskurs.

Kommentar: Die Geschichte zeigt, daß es Zivilisierten von jeher unmöglich gewesen ist, mit Sozialisten jedweder Couleur einen zivilisierten Diskurs zu führen. Der Grund dafür ist, daß sich Sozialisten jedweder Couleur keinen zivilisierten Diskurs leisten können, da sie in einem zivilisierten Diskurs keinen Blumentopf zu gewinnen hätten. Sozialisten sind deshalb darauf angewiesen, die Macht zu erringen, um dann jeden zivilisierten Diskurs abzuwürgen. Daß es um Polarisierung geht, ist richtig. Diese Polarisierung ist auch nötig, weil es darum geht, die sozialistischen Totalitarismuserreger jedweder Couleur auszuschwitzen (Waaahhh! Er hat „auszuschwitzen“ gesagt!). In einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft mit ihrem Rechtsstaat wirken rote, braune und grüne Totalitaristen als machtgeile Ideologen wie eine rohe Kartoffel im Auspuff. Sie würgen den Motor ab, der eine freiheitliche Demokratie antreibt. Der freiheitliche Demokrat kann Sozialisten allerdings auch so lange noch für sein Entertainment gebrauchen, wie er sie noch nicht endgültig aus jenem „Wir“ ausgeschwitzt hat, das der Sozialist nach seinem Verständnis von „Wir“ gern im Munde führt.

So lassen sich Sozialisten gerade in der Vorweihnachtszeit ganz hervorragend auf die Palme bringen, indem man beispielsweise vorschlägt, eine Parodie auf den beliebten Vorweihnachtsfilm „Ein Hund namens Beethoven“ zu produzieren. Titel: „Ein Hund namens Hitler„. Unendliche Möglichkeiten für eine witzige Dialogregie: „Hitler, mach Sitz! – Bring Stöckchen, Hitler! – Braver Hitler! – Boooaaahh, Hitler, hast du einen ziehen lassen? – Hitler, fass´! – Oh, das ist aber ein Süßer! Wie heißt er denn?“ Kochsendungen wären auch geeignet: „Kulinarische Köstlichkeiten aus der Bunkerküche“ – usw.usf. Man könnte auch z.B. die linke Empörungsorgie um Alexander Gauland und sein „Vogelschiss“-Bonmot noch einmal aufgreifen, etwa, indem man einen Zeisig gegen einen Straußenvogel im Zeitscheissen antreten lässt, um herauszufinden, ob ein großer Vogelschiss länger dauert als ein kleiner. Möglichkeiten gibt es schier unendlich viele. Ich bin mir sicher: Würde man mich hierzulande machen lassen wie ich will, – bestes Entertainment auf Kosten von Sozialisten jedweder Couleur wäre garantiert. Den Herrn Professor Doktor aus Jena, den „Magedeburger Soziologen“ also, würde es vor Wut in der Luft zerreißen wie anno dunnemals das Rumpelstilzchen. Anetta Kahane hätte ein Blaulicht auf dem Kopf. Sehr amüsant. Und eine Zivilisiertheit würde allüberall herrschen, daß man sich das heute noch gar nicht richtig vorstellen kann.

So, jetzt aber wieder ernsthaft, weil das Zeitalter der Lustigkeit noch nicht angebrochen ist, respektive, weil es gerade total am Abkacken ist: Die Entnazifizierung nach dem Krieg war schon ein ganz guter Anfang, aber „somewhat“ inkonsequent. Nationalsozialisten waren schließlich Sozialisten. Deswegen hat auch die „Entnazifizierung“ zu kurz gegriffen. Es hätte eine Entsozifizierung sein müssen, damit es was wird mit der Lebensfreude in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Deshalb ist dringend anzuraten, die kommende Ent****fizierung so gründlich durchzuführen, daß die nächsten 500 Jahre Ruhe ist mit diesem peinlichen Geschmeiß. Womit ich – der Herr Professor Dr. Quent ist außerordentlich klagefreudig, wie ich am eigenen Leib bereits erfahren musste – nicht gesagt haben will, daß es sich bei seiner Person um ebensolches handelt. Ganz im Gegenteil. Wer die personifizierte Honorigkeit sucht, wird in der Person von Herrn Professor Doktor Matthias Quent als dem Gründungsdirektor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Trägerschaft der sagenhaft freiheitlichen Amadeu-Antonio-Stiftung garantiert fündig. Würden die lieben „die Menschen“ heute noch Hüte tragen, hätten sie glatt etwas auf dem Kopf, das sie vor dem Herrn Professor Doktor Quent ziehen könnten, so honorig ist der Mann. Ohne Scheiß.

Übrigens: Kriminalpsychologen haben das Verhalten von Tatverdächtigen bei Vernehmungen untersucht und dabei herausgefunden, daß hochfrequentes Klappern mit den Augenlidern den Versuch des Tatverdächtigen darstellt, die Lügenhaftigkeit seiner Aussagen zu verstecken, resp., sich von seinen eigenen Aussagen zu distanzieren. Um nun die Honorigkeit des Herrn Professor Doktor Matthias Quent zu beurteilen, empfiehlt es sich, einmal sein jüngstes Interview beim ZDF anzuschauen. Alter Schwede: Wenn man die Frequenz beachtet, mit welcher er seine Augenlider klappern läßt, hat man fast den Eindruck, als habe er ein Maschinengewehr verschluckt. Das muß aber nichts heißen. Auch Kriminalpsychologen sind nicht vor Irrtümern gefeit. Der Mann meint es schon ehrlich. Andernfalls hätte er schließlich nicht diese sagenhafte Honorigkeit. Und andere als die Allerhonorigsten kämen ja auch im ZDF niemals zu Wort. Wie? Das glauben Sie nicht? Ja, was sind denn Sie für einer?

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