Polizei bei Demo-Einsatz (Symbolbild:Imago)

Der Linksstaat schlägt zurück: Corona-Demonstration in Essen aufgelöst, Anzeige gegen alle

Die Essener Innenstadt am 18. Dezember 2021: Während zahlreiche Konsumenten auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken in der Innenstadt flanierten, spielte sich am Essener Dom eine Szene ab, die ich so bis dato nur von Fernsehberichten aus der DDR im Sommer 1989 kannte. Ein Augenzeugenbericht.

Zu der angemeldeten Demonstration fand sich um ca. 15.30 Uhr eine kleine Schar von Demonstranten ein, alle wie ich eher „normale“ Bürger, die mit der aktuellen Corona-Politik nicht einverstanden sind. Ich unterhielt mich u.a. mit einer jungen Frau, laut eigener Aussage im Bereich Medizin tätig. Sie äußerte mehrfach ihr Unverständnis über die zur Zeit laufende Impfkampagne und zeigte sich bestürzt darüber, dass Zitat „…so viele ihr bekannte Mediziner völlig unkritisch impfen und sich haben impfen lassen“. Alles in allem eine friedliche, eher unauffällige Gruppe, vielleicht 30-40 Leute.

Während wir in Gesprächen vertieft waren, unterhielt sich der Veranstalter mit einem Polizeibeamten, einige andere Polizisten standen maskiert mit ein paar Meter Abstand drumherum. Alles soweit normal. Zu diesem Zeitpunkt wusste keiner der Teilnehmer, warum die Demonstration nicht startete und das mitgebrachte Material in Rucksäcken verpackt blieb.

Die Ausweise bitte!

Um ca. 16.00 Uhr fuhren zwei Mannschaftswagen vor, denen ein gutes Dutzend zusätzliche Beamte entstiegen und uns in die Zange nahmen. „Von allen Anwesenden einmal die Ausweise“ fuhr man uns an. Während einer dieser Polizisten meine Personalien aufnahm, fragte ich ihn, was denn der Grund für diese Maßnahme sei. „Sie erhalten alle eine Ordnungswidrigkeitsanzeige wegen einer nicht genehmigten Versammlung, die Veranstaltung sei zum Hirschlandplatz verlegt worden“ antwortete der Angesprochene. Anschließend forderte man uns auf, den Bereich sofort zu verlassen.

Zur Klarstellung: Es handelte sich nach meinem Kenntnisstand um eine angemeldete Demonstration, schon eine Woche zuvor fand an gleicher Stelle eine Demo mit ähnlicher Teilnehmerzahl statt, bei der es keinerlei Probleme gab. Zu keinem Zeitpunkt wurde uns die Verlegung der Veranstaltung erkennbar mitgeteilt, weder als mündliche Ansage geschweige denn per Megaphon. Man beschuldigt uns also, eine Anordnung der Polizei nicht befolgt zu haben, obwohl diese Anordnung gar nicht erkennbar bekannt gemacht oder gar ein Platzverweis ausgesprochen wurde. Auch gab es keinerlei Randale, Sprechchöre etc., alle haben sich jederzeit friedlich und vernünftig verhalten. Sogar die vorgeschriebenen Abstände zwischen den Personen sind eingehalten worden.

Mein persönlicher Eindruck

Natürlich bin ich in die Pläne der Stadt oder Polizei nicht eingeweiht, ich habe jedoch den Eindruck, die Verantwortlichen wollen die Etablierung einer ständigen Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Essen mit allen Mitteln im Keim ersticken. Man möchte offenbar verhindern, dass sich, wie beispielsweise in Düsseldorf oder der Nachbarstadt Bochum, mehrere hundert Mann einfinden und das schöne Bild der vorweihnachtlichen „Einkaufsstadt Essen“ stören.

Auf dem Rückweg ging ich das Erlebte nochmal durch, „das ist nicht mehr die Bundesrepublik, die ich noch aus den 80er und 90er Jahren kannte“ dachte ich mir. Damals sah sich die Polizei noch als „Dein Freund und Helfer“ und die Einwohner galten als „mündige Bürger“, die Grundrechte hatten und der Willkür eines allmächtigen Staates eben nicht hilflos ausgesetzt waren. Heute stellt sich mir die Polizei als Helfer der Obrigkeit dar, um friedliche, aber unliebsame Protestler einzuschüchtern und mittels Anzeigen zu „disziplinieren“.

Jahrzehntelang hat man uns rund um die Uhr in zahlreichen „Guido Knopp-Dokumentationen“ gepredigt, wie falsch das Mitläufertum vieler unserer Vorfahren doch gewesen sei, wie sich die Exekutive und Judikative doch habe instrumentalisieren lassen und wie froh wir doch sein können, heute in einem „anderen, besseren Deutschland“ zu leben. Aufgrund der Entwicklungen in den letzten Monaten und den gestrigen Ereignisse muss ich jedoch zu dem Schluss kommen, dass man hierzulande leider viel zu wenig aus der Geschichte gelernt hat.

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