Politisches Führungspersonal im vormals freien Westen - Foto: Screenshot Youtube (Harry Enfield-Comedy: "Women know your limits")

Die deutsche Expertokratie: Wer hängt von wem ab?

Jan Fleischhauer hat im „Focus“ eine interessante Betrachtung zur deutschen Expertokratie abgeliefert. Er fürchtet um die Pressefreiheit. Allerdings liefert Fleischhauer mit seiner Betrachtung den Grund, warum man sich nicht nur um die Pressefreiheit, sondern um die Freiheit überhaupt allergrößte Sorgen machen muß – und warum es notwendig ist, der Politik ihre Grenzen aufzuzeigen.

von Max Erdinger

Im „Focus“ kommt Jan Fleischhauer zu dem Schluß, daß sich hierzulande ein Teufelskreis etabliert habe, der in etwa so aussieht: Politiker umgeben sich mit ausgesuchten Experten aus der Wissenschaft, die Empfehlungen für das politische Handeln aussprechen. Fallen politische Entscheidungen so aus, wie die Experten das empfohlen hatten, ist „alles in Butter“. Weichen die Politiker vom Expertenpfad ab, dann sitzt der Experte als nächstes in irgendeiner Talkshow und kritisiert den Politiker dafür, daß er dem Rat des Experten nicht gefolgt ist. Das Problem: Die Experten sind niemandem gegenüber verantwortlich für ihre Ratschläge, weil das unter „Freiheit der Wissenschaft“ fällt. Experten können sich so oft irren, wie sie wollen, ohne daß das negative Folgen für sie hätte. Sie sind niemandem Rechenschaft schuldig. Das führe dazu, daß sich Politiker argumentativ hinter den ihnen genehmen Experten verschanzen. Genehm müssen sie ihnen sein, sobald sie den Medien genehm sind. Wissenschaftler und Medien – zumal mehr oder weniger gleichgeschaltete Medien – werden jedoch von niemandem gewählt. Die Verteilung der Parteipräferenzen in deutschen Redaktionen sind bestens bekannt. Medien machen aber die öffentliche Meinung, welche der Politiker zu berücksichtigen hat, weil er als einziger aus dem Trio Wissenschaft, Medien und Politik gewählt werden muß. Das wäre in aller Kürze das, was Fleischhauer im „Focus“ zu bedenken gab. Er nannte das einen Teufelskreis, dem zu entkommen es gelte.

Gekaufte Wissenschaft

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Einlassung einer Wissenschaftlerin. Sie schrieb im Vorwort ihres Buches: „Es ist eine Befreiung, ohne Auftrag forschen zu können. Das Ergebnis noch nicht einmal zu ahnen und neugierig zu sein auf das, was am Ende als Fazit stehen wird. So etwas habe ich bisher nie getan. Stets war das Ergebnis meiner Forschung von vorn herein klar definiert. Ich bekam genügend Gelder, um in Richtung auf dieses Ergebnis zu forschen und es ausführlich zu bestätigen. Ich musste die mir vorgegebene Prämisse beweisen. So läuft Forschung in weiten Teilen ab. Wer das ablehnt, bekommt keine Gelder. Gelder sind an die erwünschten Ergebnisse gebunden.“ – Womit das Trio zum Quartett wird. Medien, Wissenschaft, Politik – und neu: Wirtschaft. Sobald sich die Finanzierung von Wissenschaft & Forschung daran festmacht, daß sie sich in den Dienst der Interessen ihrer Geldgeber stellt, verlieren Forschung & Wissenschaft für die Allgemeinheit an Relevanz.

Was die herbeidefinierte Pandemie angeht, ist bekannt, wer der größte private Finanzier der WHO ist, zugleich auch Finanzier der Impfallianz der Pharmahersteller (GAVI), Spender an das RKI und an die Charité (Drosten) – und spendabler Unterstützer der „unabhängigen Presse“, die er mit bislang 320 Mio. Dollar in ihrer „Unabhängigkeit“ gestärkt hat. Allein der „Spiegel“ hat zuletzt erneut 2,9 Millionen von diesem „Philanthropen“ erhalten. Auch die „Zeit“ ist von ihm bedacht worden, in Großbritannien der „Guardian“ und weltweit die „passenden Zeitungen“. Es handelt sich um Bill Gates. Im Fall des „Spiegel“ ist interessant, daß von dort auch die neue Vize-Sprecherin der Bundesregierung kommt. Unter der Schlagzeile „Rent a Sozi“ berichtete der „Cicero“ vor drei Tagen, die SPD habe sich u.a. bei dem Impfstoff-Giganten Pfizer und bei Microsoft für das Sponsoring ihres Bundesparteitages bedankt. Der Microsoft-Gründer und Multimilliardär Bill Gates wiederum ist auch einer der größten – wenn nicht der größte internationale Pharmaaktionär überhaupt und denkt seit Jahrzehnten über Möglichkeiten nach, die Weltbevölkerung zu reduzieren. Da fragt man sich natürlich, wer hierzulande der eigentliche Souverän zu sein hätte – und wer es dann tatsächlich ist. Es sieht so aus, als seien sowohl Demokratie als auch Rechtsstaat, Presse- und Meinungsfreiheit, die Freiheit der Wissenschaft sowie neutrale und unabhängige Berichterstattung nicht mehr viel mehr, als wohlfeile Begriffe, die gern verwendet werden, um zu verschleiern, daß ihnen nicht viel bis keine Bedeutung mehr zukommt.

Seit Jahren ist bekannt, daß „Volksvertreter“ das Steuergeld im 100-Millionen-Pack an „Berater“ verteilen. Und zunehmend sieht es so aus, als sei „Berater“ nicht viel mehr als ein Euphemismus für „Instruktor“. Und schon steht die nächste Frage im Raum: Wenn diese Instruktoren die Politik nicht in der Frage „beraten“, wie sie am besten ihrem Auftrag und ihrer Verantwortung dem Souverän gegenüber gerecht werden können, sondern wie sie am besten die Interessen der Instruktoren gegen den Souverän durchsetzen – warum wählt das Volk dann nicht gleich die Instruktoren? Wozu wählt und bezahlt es dann auch noch seine „Volksvertreter“? Die Frage wiederum, wofür sich die „Volksvertreter“ ihrem Selbstverständnis nach halten, stellt sich im Verlauf der herbeidefinierten Pandemie ohnehin jeden Tag mit immer größerer Dringlichkeit.

Getroffene Hunde bellen

Aufhänger für Fleischhauers Betrachtung zu dem Teufelskreis, der sich hier etabliert zu haben scheint, war der Protest aus der Wissenschaft gegen einen „Bild“-Artikel. Die „Bild“ hatte gut zwei Wochen vorher einen Bericht über neue „Corona-Schutzmaßnahmen“ veröffentlicht, die von dem im Grundgesetz nicht vorgesehenen Entscheidungsgremium „Bund-Länder-Konferenz“ beschlossen worden waren – und zwar im wesentlichen aufgrund von Vorschlägen, die dem Gremium von sogenannten Experten gemacht worden sind. Bekannt wurden hauptsächlich drei von ihnen: Die Physiker (?) Viola Priesemann, Dirk Brockmann und Michael Meyer-Hermann, schreibt Fleischhauer. Wozu man in einer noch so herbeidefinierten Pandemie ausgerechnet Physiker als Experten braucht, ist zumindest mir nicht sofort ersichtlich. Fleischhauer weiter: „Die Empfehlungen seien dann über den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach an Olaf Scholz gegangen, der sie den Ministerpräsidenten präsentiert habe.“ Empörung hat dann die Schlagzeile der „Bild“ hervorgerufen. Sie lautete: „Die Lockdown-Macher – Experten-Trio schenkt uns Frust zum Fest.“ Und dann steppte der Bär. Fleischhauer im „Focus“: „94 Beschwerden sind bis heute beim Presserat eingegangen. Mehrere Wissenschaftsorganisationen, darunter die Leopoldina und die Max-Planck-Gesellschaft, kritisierten die Berichterstattung als einseitig und diffamierend. Die Forscher würden zur Schau gestellt und persönlich für unpopuläre, aber erforderliche Maßnahmen verantwortlich gemacht. Die Humboldt-Universität wandte sich in einer Erklärung dagegen, dass den Lesern suggeriert werde, die Wissenschaft sei ein Treiber politischer Entscheidungen. Das sei eine bewusste Falschaussage, die Verschwörungstheoretikern Auftrieb verleihe.

Der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ steht inzwischen allerdings vor seiner Dechiffrierung. „Verschwörungstheoretiker“ scheint als pejoratives Substantiv in Wahrheit ein Synonym zu sein für Begrifflichkeiten wie „weise Vorausblickender“, „Informierter“, „Kriminalist“, „Detektiv“ und „Intelligenter“. Es gibt nicht leicht etwas, das vor zwei Jahren noch als „Verschwörungstheorie“ gehandelt worden wäre, ohne daß es sich bis zum heutigen Tage als „zutreffende Vorhersage“ entpuppt hätte. Einziger Nachteil: Bis sich die Verschwörungstheorie entpuppt als das, was sie tatsächlich ist, ist es regelmäßig zu spät. Wie ginge es besser? – „Verschwörungstheoretiker“ sofort ernstnehmen.

Pandemischer Nebenkriegsschauplatz

Ein kleiner Abschweif auf einen Nebenkriegsschauplatz, einen der schönsten, weil es dort immer richtig bumst und kracht: Eine beliebte „Verschwörungstheorie“ unter sogenannten Frauenfeinden, die tatsächlich nur Antifeministen sind, aber gegen die Frauenbewegung gar nichts haben, solange sie schön rhythmisch ist, geht so: Frauen in öffentlichen Ämtern denken gar nicht daran, sich für die gesamte Öffentlichkeit zu engagieren oder gar aufzuopfern. Das ist harter Tobak. Aber es kommt noch härter. Vielmehr dächten Frauen in öffentlichen Ämtern zuerst an sich selbst und an gleichgesinnte Schwestern im Ungeiste, mit denen sie vollsubjektivistische Gefühlsallianzen gegen „das Patriarchat“ bilden können zum weiberseitigen Vorteil der rein materiellen Art. Das deutsche Wort „Mutter“ bezeichnet die biologische Haupteigenschaft von Frauen. Auf Latein heißt es „mater“ – und etymologisch von der „mater“ stammen wiederum die Begriffe Materie und Materialismus ab. – Boooaahh! Dicker Hund. Wie gesagt, handelt es sich dabei um eine „Verschwörungstheorie von Frauenfeinden“. Und auch da paßt wieder alles, wenn man nicht nur an ein besorgniserregendes Foto von WEF-Gründer Prof. Klaus Schwab (u.a. Buchautor von „The Great Reset“) mit der EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen denkt. Er steht da wie ein Papa, der stolz auf „sein braves Mädchen“ die Arme ausbreitet – und sie schickt sich freudestrahlend an, sich von Papa Schwab an die väterliche Brust drücken zu lassen. Ein ähnliches Foto gibt es von Ursula von der Leyen mit Albert Bourla, dem Chef von Pfizer. Und nun das – neueste Meldung: Die taffe Nahkämpferin im Rang einer Verteidigungsministerin – der dritten in Serie übrigens -, Frau Christine Lambrecht von der SPD, will „mehr Soldatinnen im Generalsrang“. Laut Soldatengesetz dürfen „Soldatinnen“ im Konfliktfall aber nicht an die Front abkommandiert werden, es sei denn im Sanitätsdienst. Verrecken dürfen hingegen die Soldaten ohne Generalsrang. Aus Afghanistan kamen über 50 Zinksärge mit den sterblichen Überresten von Bundeswehrsoldaten zurück – ausnahmslos Männer. Aber die Verteidigungsministerin, selbst bar sämtlicher militärischen Kenntnisse, will  „mehr Soldatinnen im Generalsrang“. Das ist östrogenale Rosinenpickerei par excellence. Der „Verschwörungstheoretiker“: Wenn mit der Weiberherrschaft im öffentlichen Raum nicht allmählich wieder Schluß gemacht wird, weil das Experiment nach einem guten halben Jahrhundert als gescheitert angesehen werden muß, dann sind wir alle maximal am Arsch. Zu bedenken ist dabei: Wenn sich die Verschwörungstheorie als wahr herausstellt, ist es immer zu spät. Aber genug jetzt von den bösen Frauenfeinden und ihrer Verschwörungstheorie. Zurück zur Expertokratie in der herbeidefinierten Pandemie. Immer diese Abschweifungen …

Totalausfall Bundesverfasungsgericht

Nun hätten wir „Deutschinnen und Deutsche“ ja ein Bundesverfassungsgericht, in dem als Präsident ein weiser Mann darüber wacht, daß unserem schönen Grundgesetz kein Haar gekrümmt wird. Theoretisch ist das ein gewissenhafter Mann, verdienter Verfassungsrechtler, völlig frei von Fehl & Tadel und mit dem besten Leumund, den man sich nur denken kann. Jedenfalls wäre das so, wenn es keine „Verschwörungstheorie“ ist. Einerlei. Jan Fleischhauer im „Focus“: „Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil zur sogenannten Bundesnotbremse den Weg in die Expertokratie eröffnet. Solange die Regierung sich bei ihren Entscheidungen auf die Expertise von Fachleuten stützen kann, ist jedes Grundrecht disponibel, lautet im Kern das Urteil. Gibt es mehrere Studien, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, ist der Gesetzgeber frei, welcher Studie er den Vorzug gibt. Entscheidend ist, dass er eine Expertise vorweisen kann.“ – Ganz schlecht wird einem, wenn man sich vorstellt, was es alles für Experten und Experteusen mit ihren Expertisen gibt und von wem sie beauftragt werden könnten, gegen fürstliche Entlohnung Gutachten für politische Entscheidungen beizubringen. Feministische Expertisen und ökologistische Expertisen wären nur zwei. Klimatologische Expertisen und planetarische Expertisen und etliche andere wären ebenfalls denkbar.

Da liegt nicht mehr nur der Hase im Pfeffer, sondern „hierzulande“ wird zum Land „wo der Pfeffer wächst“, zu Madagaskar nämlich. Dort können die Leute gar nicht mehr so viele Hasen braten, wie im Pfeffer herumliegen.

Jüngster Beweis: Die Stadtverwaltung von Hannover/Madagaskar wird samt ihrem grünen Oberbürgermeister Belit Onay seit drei Jahren dafür angefeindet, daß sie im amtlichen Sprachgebrauch gendert, was soviel heißt, wie, daß sie bestimmte Wörter nicht mehr verwendet, andere erfindet und beibehaltene mit allerlei Sonderzeichen verunstaltet. Von den Anfeindungen wegen Sprachverhunzung hatten die grünen Pfeffer-Hannoveraner aber genug und wollten daher ein- für allemal klargestellt haben, wer rechthat. Eine Expertise mußte her. Am besten eine von jemandem, den man sich selber ausgesucht hat, damit er einem die Expertise liefert, die man haben will. Et voilá: Nun gibt es ein sogenanntes „Rechtsgutachten“, das den Pfeffer-Hannoveranern vollumfänglich Recht gibt. Die Berliner Juraprofessorin Ulrike Lembke hat es auftragsgemäß erstellt. Die Verwendung eines Gender-Sterns im Rahmen geschlechtergerechter Amtssprache ist demnach kein Fehler. Vielmehr sei dies die „überfällige Verwirklichung zentraler Anforderungen an verfassungskonformes Verwaltungshandeln„. Es sei sogar ein Verfassungsauftrag, die deutsche Sprache zu gendern. Mit anderen Worten: Es existiert ein „Rechtsgutachten“, in dem behauptet wird, es gebe einen Verfassungsauftrag, die deutsche Sprache den Hirnfürzen durchgeknallter Linksideologen anzupassen. Das ist Wahnsinn. „Das Grundrecht auf Gleichberechtigung ist ein zu Gunsten von Frauen wirkendes, antipatriarchales Verbot, von der gesellschaftlich dominanten Gruppe der Männer unterdrückt zu werden„.

Komplett irre. Allein schon die Behauptung, Frauen würden von der „gesellschaftlich dominanten Gruppe der Männer unterdrückt“ ist nichts als eine realitätswidrige Behauptung. Auf der fußt dann alles weitere. Nach sechzehn Jahren Merkel, nach der dritten Verteidigungsministerin in Serie, nach Heerscharen von Weibspersonen in Talkshows und Nachrichtenmoderationen, Politmagazinen, trotz Lebensalter- und Suizidstatistiken, Soldatengesetz usw.usf. – es ist Wahnsinn in Reinkultur, genauer: Weiberwahnsinn! Und kommentiert wird der ganze Weiberwahnsinn vom grünen Oberbürgermeister wie folgt: „Sprache formt das Denken„. Hat irgendwer Belit Onay und die Stadt Hannover/Madagaskar damit beauftragt, das Denken aller Anderen zu verformen? – Wer keine Tomaten auf den Augen hat, erkennt ganz klar, worauf das alles hinausläuft.

Die neue Wendezeit

Es ist abzusehen, daß sich das politische Bewußtsein der Bürger auch und gerade während der massiv zunehmenden Demonstrationen gegen den Maßnahmenstaat und sein pervertiertes Verständnis von „Schutz“ fortbilden wird, und daß es nicht mehr lange lediglich um Impfpflicht und partiellen Grundrechtsentzug gehen wird, sondern bald schon gegen ein komplett geisteskrankes System. Die Ampelkoalition wird, schneller als ihr lieb sein kann, identifiziert werden als das sichtbare Vollbild einer kollektiven Geisteskrankheit namens Bundesrepublik Deutschland. Ihre Hofberichterstattung wird als Klapsenbulletin identifiziert werden. Die Politos unter den ´68ern samt ihren Nachfahren im Ungeiste sind am Endpunkt angekommen. Die Bilanz: Ein Desaster. Hier muß nicht mehr renoviert werden, sondern hier muß neu gebaut werden. Und zwar radikal im besten Wortsinne: An die Wurzel gehend.

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