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Der Corona-Terror eskaliert: Palmer macht den Lauterbach

Berlin – Wir wissen alle: Eine Impfpflicht wird das Virus nicht aufhalten, weil sich das Schnupfen-Monstereinfach zu schnell „wandelt“, dabei insbesondere Vollpfosten mit Leichtigkeit austrickst und die Pharmaindustrie gar nicht so schnell hinterherkommt, die „passenden“ Impfstoffe zu entwickeln, auch wenn aus den so genannten Notzulassungen inzwischen „Blind-Zulassungen“ geworden sind und sich dabei keiner mehr um irgendwelche Nebenwirkungen und Folgeschäden schert.

Weil die Verantwortlichen aber zusehends auf Grund des eigenen Versagens in Panik verfallen, heißt ihr letzter Ausweg „Impfpflicht“. Und in dieser Situation wird auch so mancher Kritiker zum Hardcore-Spritzer:

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) verlangt jetzt – wie viele seiner Amtskollegen – eine sofortige Impfpflicht gegen Corona. Um einen kompletten Lockdown im Januar zu verhindern, „kann uns nur noch die sofortige Impfpflicht helfen“, sagte Palmer zu „Bild“. „Wenn man bei den über 60-Jährigen anfängt, geht es um drei Millionen Menschen. Das kann man bis Mitte Januar schaffen“, sagte Palmer weiter. Die Belastung der Intensivstationen durch Corona sinke um die Hälfte, wenn alle Ü60 geimpft sind, so Palmer.

Woher er das wieder mal weiß, bleibt ein Rätsel. Man nennt das auch „im Nebel stochern“. Aber damit ist er nicht alleine:

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dringt auf eine möglichst schnelle Entscheidung des Bundestags zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. Dies müsse „so schnell wie es geht“ stattfinden, sagte Lauterbach zu „Bild“. „Ich rate uns, diesen Weg zu gehen, damit wir zukünftige schwere Wellen nicht fürchten müssen“, sagte Lauterbach, auch wenn die Impfpflicht keinen wesentlichen Beitrag leisten könne, die Omikron-Welle zu brechen.

Selbst wenn die Impfpflicht bereits im Januar käme, was er nicht glaube, würde es noch Monate dauern, bis man die Ungeimpften mit der zweiten Impfung versorgen könnte. Aber: „Ich gehe nicht davon aus, dass Omikron die letzte Variante ist.“ Er höre immer wieder, man müsse lernen, mit dem Virus zu leben.

„Aber mit dem Virus gut zu leben, wird uns nur gelingen, wenn der allergrößte Teil der Bevölkerung geimpft ist. Sie können nicht mit einem Tiger als Haustier leben.“ Denn darauf laufe es hinaus, mit Omikron oder mit neuen Varianten zu leben, ohne dass die Bevölkerung wirklich geimpft sei.

Man lese genau: Eine Impfpflicht wird die Omikron-Welle nicht brechen – und andere Wellen sowieso nicht – also muss eine Impfpflicht her.

Etwas widersprüchlich, oder? Das kommt aber davon, wenn man den Überblick verloren hat und wie eine Maus in der selbstgebastelten Falle herumzappelt.

Hier weitere aktuelle Meldungen aus der Coronahölle

Wegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Krankenhausgesellschaft warnt vor Eskalation der Lage

Vorab: Die bundesweite Hospitalisierungsrate für Corona-Infizierte ist weiter gesunken. Das RKI meldete am Montagmorgen zunächst 4,73 Einweisungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen (Sonntag ursprünglich: 4,84, Montag letzter Woche ursprünglich 5,17)

Angesichts dieser rasanten Ausbreitung der Omikron-Virusvariante in vielen europäischen Ländern und weil immer mehr Bürger erkältet sind – was eher typisch für diese Jahreszeit ist, hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) vor einer weiteren Eskalation der Situation in deutschen Krankenhäusern gewarnt. „Wenn sich die Prognosen bestätigen, wonach die Omikron-Variante sehr viel ansteckender ist als Delta und auch der Impfschutz gegen schwere Verläufe bei nicht geboosterten Menschen schwächer ist, werden wir es im schlimmsten Fall mit einer großen Zahl gleichzeitig schwer erkrankter Patienten zu tun haben. Für die Krankenhäuser wäre dies eine weiter verschärfte Lage, die über all das hinausgeht, was wir bisher erlebt haben“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der „Rheinischen Post“ (Montag).

Gaß bezog sich dabei auf aktuelle Modellierungen und warnte vor weiteren personellen Engpässen in den Krankenhäusern. „Diese fünfte Welle würde uns nach den Berechnungen der Wissenschaftler treffen, noch bevor die aktuell hohe Belegung auf den Intensivstationen deutlich gesunken ist. Wir sehen in Großbritannien und Dänemark, dass durch die hohen Infektionszahlen auch deutlich mehr Beschäftigte im Gesundheitswesen coronabedingt ausfallen. Noch mehr schwerkranke Patienten und zeitgleich massive Personalausfälle wäre eine weitere Eskalation der Situation, die über das bisherige hinausgeht“, so der DKG-Chef. „Die Regelversorgung müsste dann noch stärker und auch deutschlandweit eingeschränkt werden, um zumindest die dringlichsten Notfälle auch jenseits von Covid versorgen zu können.“ Gaß appellierte an die politisch Verantwortlichen, auch weitere Kontaktbeschränkungen nicht auszuschließen.

„Wir erwarten deshalb von der Politik, dass sie die Erkenntnisse zu Omikron aus anderen Ländern täglich analysiert und, falls sich die Befürchtungen bestätigen, sehr frühzeitig mit Kontaktbeschränkungen gegensteuert. Wir dürfen dann keine Zeit verlieren, dann muss sofort gehandelt werden, noch bevor die Zahlen auch in Deutschland nach oben gehen und eine Überlastung der Krankenhäuser nicht mehr zu verhindern ist“, so Gaß weiter.

Man muss dazu natürlich wissen, dass sich die Krankenhäuser dumm und dämlich an den Corona-Intensivbetten verdienen und deshalb jeder taschentuchtragende Patient dorthin verlegt wird.

Corona-Gipfel soll am Dienstag tagen

Bund und Länder haben sich einem Medienbericht zufolge kurzfristig zu einer neuen Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Dienstagnachmittag verabredet. Dabei solle es nur um das Thema Corona gehen, berichtet „Business Insider“. Demnach seien neben Verschärfungen bei Veranstaltungen (Innenräume: 20 bis 25 Teilnehmer anstatt 50, Außen: 100 Teilnehmer statt 200) auch eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht im Gespräch, sowie Kontaktbeschränkungen für Geimpfte.

Wie Letztere aussehen können, sei aber am Sonntagabend noch unklar. Konkret sollen laut „Business Insider“ die denkbaren Maßnahmen am Montag auf einer Telefonschalte der Chefs der Staats- und Senatskanzleien ab mittags besprochen werden. Dann solle auch besprochen werden, ab wann die neuen Regeln greifen sollen.

Hintergrund seien unter anderem Warnungen des wissenschaftlichen Corona-Beratergremiums von Kanzler Olaf Scholz (SPD), die in einer Stellungnahme am Sonntag vor gravierenden Auswirkungen eines weiteren Ausbreitens der Omikron-Variante warnen.

Dass dieses Beratergremium genau deshalb so zusammengesetzt wurde, um eben alles abzunicken, wird natürlich verschwiegen.

Lauterbach erwartet Zulassung des Impfstoffs Novavax am Montag

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet die Zulassung des proteinbasierten US-Impfstoffs Novavax binnen 24 Stunden. „Ich rechne morgen mit der Zulassung von Novavax“, sagte Lauterbach zu „Bild“. Zuständig für die Zulassung ist die EU-Arzneimittelbehörde EMA. Lauterbach warnte vor der Annahme, dass der neue Impfstoff „ein Game Changer wird.“

Studien zufolge seien Moderna und Biontech „eine ganze Spur sicherer“. Allerdings wartet ein Teil der Impfskeptiker auf Novavax sowie auf Totimpfstoffe, weil sie den mRNA-Impfstoffen nicht vertrauen. In der Folge könnte die Impfquote in Deutschland steigen.

Bundesregierung erwägt weitere Einschränkung von Veranstaltungen

Wegen der Gefährlichkeit der Omikron-Variante des Coronavirus erwägt die Bundesregierung die weitere Einschränkung von Veranstaltungen. Auf einer Sondersitzung von Bund und Ländern noch in dieser Woche könnten entsprechende Kontaktbeschränkungen beschlossen werden, berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ unter Berufung auf Regierungskreise. Denkbar sei es, dass die Obergrenze für Indoor-Veranstaltungen von 50 auf 20 bis 25 Teilnehmer gesenkt werde und die für Veranstaltungen unter freiem Himmel von 200 auf 100 Teilnehmer.

Zudem könnten Clubs und Diskotheken geschlossen werden. Voraussichtlich würden diese Beschränkungen noch nicht an Weihnachten, sondern erst nach den Feiertagen in Kraft treten. Dies würde allerdings bedeuten, dass Silvester-Veranstaltungen deutlich kleiner ausfallen müssten.

Grüne und Union für zusätzliche Maßnahmen wegen Omikron-Variante. Lockdown jetzt und knallhart!

Angesichts der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in Europa drängen die Bundestagsfraktionen von Grünen und CDU Bund und Länder zur Ausweitung der Schutzmaßnahmen auch in Deutschland. Die Entwicklung der Omikron-Variante zeige, „dass wir uns auch hierzulande große Sorgen machen müssen hinsichtlich einer Überlastung unseres Gesundheitssystems und der Sicherstellung grundlegender öffentlicher Aufgaben“, sagte die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Marie Klein-Schmeink, der „Welt“. „Deshalb müssen dringend weitere Vorkehrungen getroffen werden, um so gut wie möglich gegenzusteuern.“

Eine „kurzfristig angesetzte Ministerpräsidentenkonferenz“ könne erforderlich sein. Auch die SPD-Bundestagsfraktion schließt zusätzliche Schutzmaßnahmen nicht aus. „Sollte es Verschärfungen brauchen, steht die SPD-Fraktion im Parlament bereit, kurzfristig Entscheidungen zu treffen“, so die stellvertretende Vorsitzende Dagmar Schmidt.

Für weitere Kontaktbeschränkungen sprach sich mit Blick auf Omikron auch die CDU/CSU-Bundestagsfraktion aus. „Jeder zusätzliche, nicht notwendige Kontakt, ist einer zu viel. Im schlimmsten Fall erwarten wir bis zu 700.000 Neuinfektionen pro Tag“, so Unions-Fraktionsvize Sepp Müller (CDU).

Deswegen brauche es jetzt „eine gesetzliche Grundlage auch für einen nationalen Lockdown“. Gegen jede weitere Einschränkung des öffentlichen Lebens sprach sich die Vorsitzende der AfD-Fraktion, Alice Weidel, aus. „Lockdowns bringen nichts und sind kontraproduktiv, das haben die bisherigen Versuche hinlänglich gezeigt“, so Weidel der „Welt“.

Die Kollateralschäden seien „erheblich, der Nutzen im Sinne des Infektionsschutzes fraglich“.

Corona-Expertenrat empfiehlt zeitnahe Kontaktbeschränkungen

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung empfiehlt der Politik, zeitnah Kontaktbeschränkungen umzusetzen. Dies solle „bereits in den kommenden Tagen“ erfolgen, berichtet das ARD-Hauptstadtstudio am Sonntag unter Berufung auf eine Stellungnahme des Gremiums. Weiter heißt es in dem Papier demnach, dass „wirksame bundesweit abgestimmte Gegenmaßnahmen zur Kontrolle des Infektionsgeschehens“ vorzubereiten seien.

Das Expertengremium zur wissenschaftlichen Begleitung der Covid-19-Pandemie war in der vergangenen Woche von der neuen Bundesregierung einberufen worden. Es soll gemeinsame Vorschläge zur Pandemiebewältigung entwickeln und ist aus Wissenschaftlern mit unterschiedlichem Hintergrund zusammengesetzt. (Mit Material von dts)

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