Freikirchen machen nicht mit: Gottesdienste ohne Corona-Regeln

„Unter keinen Umständen“ will ein bundesweiter Zusammenschluss von bisher 25 evangelikalen freikirchlichen Gemeinden und Vereinigungen akzeptieren, daß Gottesdienste nur noch für Geimpfte, Genesene und Getestete stattfinden.

Auf der gemeinsamen Homepage wir-schliessen-niemanden-aus.de heißt es, man stünde damit in „völliger Übereinstimmung“ mit dem im Grundgesetz verankerten Recht auf freie Religionsausübung. Der Gemeinde Jesu Christi sei es „verwehrt, einzelne Menschen von ihren Gottesdiensten auszuschließen und damit zu diskriminieren“. Mit ihrer Unterschrift versprechen die Gemeinden, weder eine Impf- noch eine Testpflicht für ihre Gottesdienste einzuführen.

Laut Impressum ist der Betreiber der Homepage der Leiter der freien evangelischen Bibelgemeinde Lage im ostwestfälischen Kreis Lippe. Für sie ist nach eigenen Angaben die Bibel die „alleinige Grundlage und Maßstab für unser Handeln und Leben innerhalb und außerhalb der Gemeinde“.

Informationen zu Corona-Schutzmaßnahmen bei Gottesdiensten finden man dort nicht. Laut Amtsblatt des Kreises Lippe vom 13. Dezember verfügen diverse Religionsgemeinschaften in der Region nicht über Regelungen zur Corona-Schutzverordnung oder wenden diese nicht an obwohl der Kreis für Gottesdienste 3G-Regel, Maskenpflicht, Abstandsgebot und ein Hygiene-Schutzkonzept vorschreibt.

Bisher haben sich dem Aufruf deutschlandweit 25 Gemeinden und Gruppen angeschlossen. Unter ihnen auch das Netzwerk „Christen im Widerstand“, das unter anderem „Aufklärungsarbeit über die Unverhältnismäßigkeit der Coronamaßnahmen und ihre desaströsen Folgen“ leistet. Ihre Telegram-Gruppe, den Angaben zufolge eines der Hauptkommunikationsmittel des Netzwerks, umfasst aktuell etwa 5.500 Mitglieder.

Der Gründer des Netzwerks und Leiter der Berliner Mandelzweig-Gemeinde, Christian Stockmann, kritisierte die Corona-Regelungen der Bundesregierung in einem Video als „absurd“ und erklärte: „Jeder, der sich daran beteiligt, das zur Normalität zu machen, der richtet in Deutschland ein zweites Nazi-Deutschland auf.“

Besonders rigoros verfährt das Erzbistum Berlin in Sachen Corona: Für die Feier der Gottesdienste in der Advents- und Weihnachtszeit hat es festgelegt, dass Sonn- und Feiertagsgottesdienste in Kirchen und Innenräumen grundsätzlich unter 2G-Bedingungen zu feiern sind. Gekrönt wird das Ganze noch von der Maskenpflicht beim Gemeindegesang, die im Freien genauso wie in der Kirche gilt.

Auch das Robert Koch-Institut pocht wegen der Omikron-Variante auf strengere Regeln beim Gottesdienst. Geht es nach dem RKI, sollen in Kirchen, Synagogen und Moscheen nur noch Menschen Zugang haben, die geimpft oder genesen sind und die einen zusätzlichen Test mitbringen (2G-plus-Regel). (MS)

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