Dem Impfrausch verfallen: Hausärzte fordern für ihr Personal jetzt auch mehr Geld!

Impfung (Bild: shutterstock.com/B Von BaLL LunLa)

Zuerst haben sie sich darum gerissen, beim Impfrausch dabei sein zu dürfen. Und wir wissen auch warum: Impfärzte verdienen sich nebenbei dumm und dämlich. Eine nette Geste, dass nun auch an das Personal gedacht wird, die meistens diese Impfungen durchführen:

Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt hat angesichts der großen Arbeitsbelastungen in den impfenden Arztpraxen einen Corona-Bonus für Medizinische Fachangestellte gefordert. „Der Druck in den Praxen ist im Moment sehr hoch“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben). „Deshalb ist es auch höchste Zeit, dass auch die Mitarbeitenden in den impfenden Praxen endlich die gesellschaftliche Anerkennung erhalten, die ihnen zusteht“, so Weigeldt.

„Am einfachsten und schnellsten lässt sich das mit einem staatlichen Bonus für die Medizinischen Fachangestellten regeln.“ Die Hausärzte impften gemeinsam mit anderen Stellen mehr Menschen als jemals zuvor. „Das kostet unendlich viel Kraft – gerade, weil die Umstände weiterhin alles andere als optimal sind.“

So würden Impfstofflieferungen immer noch kontingentiert, was einen erheblichen organisatorischen Aufwand nach sich ziehe, kritisierte der Mediziner. Bei allen Appellen, das Impftempo aufrechtzuerhalten, müssten die Hausärzte „zusammen mit ihren Mitarbeitenden deshalb auch in den kommenden Tagen die Gelegenheit bekommen, ein wenig durchzuschnaufen“. Denn neben dem Impfen müssten sie auch die Patientenversorgung stemmen.

„Neben dem Impfen“ also. Da weiß man, wo die Prioritäten sitzen. Und da ALLE Deutschen spätestens ab nächstes Jahr mindestens alle drei Monate geimpft werden müssen, wird diese Geldquelle wohl ewig sprudeln.

Und wo das große Geld lockt, wollen andere natürlich ein Stück vom fetten Kuchen abbekommen. Aber das gibt es wohl noch einige Hürden zu überwinden:

Bis Apotheker in großem Stil gegen das Coronavirus impfen dürfen, werden wohl noch einige Wochen vergehen. Apotheken, die schon an Modellprojekten für die Grippeschutzimpfungen beteiligt waren, können „vielleicht Anfang Januar“ loslegen, sagte die Präsidentin der Apothekervereinigung ABDA, Gabriele Regina Overwiening, der „Süddeutschen Zeitung“. Bei allen anderen Apotheken werde es wohl noch länger dauern – bis Mitte, Ende Januar.

„In größerem Stil wohl erst von Februar an.“ Die Apotheker müssen Overwiening zufolge die Geimpften dem Robert-Koch-Institut melden. Die Software dazu werde derzeit programmiert.

Etwa gut die Hälfte der gut 18.700 Vor-Ort-Apotheken in Deutschland wollen sich an den Impfungen beteiligen, so Overwiening. „Manche haben nicht genügend Platz oder zu wenig Personal. Und es gibt einige, die mögen einfach das Spritzen nicht.“

Auf gar keinen Fall wolle man in Konkurrenz zu den Ärzten treten. „Das Ziel ist ja nicht, den Ärzten Impfstoff wegzunehmen, das Ziel ist, die Impfquote zu erhöhen. Das geht nur, wenn viel Impfstoff in das System fließt.“

Das hat allerdings in den vergangenen Monaten nicht immer reibungslos funktioniert. „Seit geboostert wird, werden die Mengen wieder gekürzt, zum Teil deutlich“, so Overwiening.

Dann kommen noch die Tierärzte, Pathologen und Friseure dazu. So eine Impfpflicht muss schließlich gut vorbereitet werden. (Mit Material von dts)