Wegen Impfpflicht droht Unterfranken der Pflegenotstand – Verbände fordern Spritze für jeden

Mit einem Brandbrief haben sich mehrere Pflegeeinrichtungen aus Unterfranken an den bayerischen Landtag gewendet: Die für kommenden März beschlossene Impfpflicht für den Gesundheitssektor zeige schon jetzt „katastrophale Auswirkungen“ im Bereich der Altenpflege. „Impfunwilliges“ Pflegepersonal kündige bereits schon jetzt und wandere in andere Berufe ab. Um das zu verhindern, fordern sie „die allgemeine Impfpflicht“. 

Diakonie, AWO und Caritas machen in ihrem gemeinsamen Brandbrief auf einen akuten personellen Notstand aufmerksam. Von Kissingen bis Kitzingen seien etliche Einrichtungen betroffen, heißt es in dem Schreiben mit dem Titel „Pandemie, Impfpflicht, Überbelastung“, das Jochen Keßler-Rosa, Sonja Schwab und Martin Ulses stellvertretend für die Diakonie Unterfranken, den Caritas-Verband Würzburg und die Arbeiterwohlfahrt Unterfranken laut inFranken.de am Montag (20. Dezember 2021) an die Landtagsabgeordneten der Regionen Schweinfurt und Bad Kissingen gesendet haben.

Stationären Einrichtungen und auch die ambulanten Pflegedienste würden schon jetzt unter der kommenden Impfpflicht leiden. „Weil impfunwillige Mitarbeiter*innen den Pflege-Beruf aufgeben und sich eine Arbeit dort suchen, wo keine Impfpflicht besteht“, so die brav durchgegenderte Erklärung von Keßler-Rosa, Schwab und Ulses zum derzeitigen Pflege-Notstand. Dann lassen sie die Katze aus dem Sack und präsentieren die Lösung. Nein, nicht etwa bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für das überlastete Pflegepersonal, sondern die allgemeine Impfpflicht soll es richten. „Die von uns nachdrücklich geforderte allgemeine Impfpflicht würde diese Entwicklung unterbinden“, glaubt das Trio allen Ernstes und zeigt damit kein Herz für ihre Angestellten.

Der Pflegenotfall trete schon in wenigen Tagen ein, dann seien die Einrichtungen nicht mehr dazu imstande, pflegebedürftige Menschen wie bisher verantwortungsvoll und professionell versorgen zu können, heißt es in dem Brief. Schon jetzt würden frei werdende Betten nicht mehr belegt und keine neuen Bewohner und Patienten mehr aufgenommen.

„Die ersten Kündigungen liegen mir bereits vor, was bedeutet, dass es schon an Weihnachten zu Lücken im Dienstplan kommt“, erklärt Keßler-Rosa. Noch sei nicht überschaubar, welche Auswirkungen die Kündigungen der Mitarbeiter für das verbleibende Personal habe und welche zusätzlichen Konsequenzen drohen.

Noch in dieser Woche wollen die drei Verbände Diakonie, Caritas und AWO deshalb eine Überlastungsanzeige gegen die Pflegekassen erstatten, um sich selbst in der momentanen Situation nicht strafbar zu machen. Man habe sehr für das Impfen geworben und auch konkrete Impfangebote gemacht, betont der Diakonie-Regionalbeauftragte Keßler-Rosa am Ende des Schreiben. In einigen Einrichtungen seien dadurch eine „relativ hohe“ Impfquote erreicht worden. In anderen dagegen liege sie „nur“ bei 70 Prozent, klagt er. (MS)

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