Höchst brisant: Gefühlte Identität über alles

Nicole Höchst MdB; Bild: Nicole Höchst
Nicole Höchst (MdB) vom AfD-Landesverband Rheinland-Pfalz

Wie eine kindlich anmutende Weltsicht perspektivisch die gesamte Menschheit entmenschlicht / von Nicole Höchst

Ja, die Gedanken sind mächtig. Aber eben nicht mächtiger als Naturgesetze oder biologische Prinzipien. Wer das behauptet, ist ein ideologisch durchgepeitschter Scharlatan. Scharlantanerie ist auch eine jegliche Propaganda, die Gleichberechtigung durch sogenannte Gleichstellung erreichen will, eine, die immer Ergebnisgleichheit im Sinn hat. „Gleichstellung der Geschlechter” ist nicht möglich, weil die Männlein und Weiblein von Natur aus eben nicht gleichgestellt sind. Und kein Klimmzug, den wir unternehmen, wird das ändern. Böse Zungen behaupten, bestimmte Regenbogenkrieger gäben nicht eher Ruhe, bis das Trans-Sein die neue Krone der Schöpfung und Pflicht für alle sei. Und in der Tat könnte man genau dies annehmen – so illuster ist das Eindringen dieses neuen Biologismus in die Kinderköpfe – mittlerweile bereits in Kita und Grundschule.

Wo soll das enden? Dort, wo alle Menschen irgendwie beides, aber gleichzeitig auch nichts sind? Dort, wo „Geschlecht“ nichts mehr mir Biologie zu tun hat? Wo Intimität und Körperlichkeit zur reinen Egomasturbation verkommen und Sex generell steril ist? Wo Individuen Gefühle und Gedanken nur noch verschlossen und insgeheim für sich selbst hegen und niemandem anvertrauen können, weil ihr Tagewerk eine einzige selbstverliebte Nabelschau ist? Eine solche Agenda wäre wahrhaft satanisch – und würde Menschen, in deren Natur es liegt, sich tatsächlich im falschen Körper zu befinden, als Galionsfiguren dieser zerstörerischen Agenda missbrauchen. Denn dieser Ansatz, mit Wirklichkeiten umzugehen, würde in letzter Konsequenz bedeuten, das Geschlecht sei tatsächlich frei wählbar (wie es ja auch postuliert wird).

Erstrebenswertes Schöpfungsziel?

Das ist es aber eben nicht. Ich kenne einige Transgendermenschen. Sie wissen sehr genau, wer sie sind, tief in sich drin, und wen sie lieben. Sie möchten nicht ständig in die Öffentlichkeit gezerrt werden wie in einer Travestieshow und als erstrebenswertes Endziel der Schöpfung durch die Manege paradiert werden. Sie wissen sehr genau, wie sehr ihr Lebensweg mit Leid, Schmerz, tief empfundenden persönlichen Unglück angefüllt war und wie unendlich lange es für sie gedauert hat, sich in der Selbstfindung und Selbstakzeptanz der sexuellen Identität wirklich sicher zu sein.

Diese Menschen halten den Ansatz, dass Jugendliche bereits ohne Einverständnis der Eltern tiefgreifende Veränderungen an sich vornehmen dürfen sollen, für ein gewissenloses Verbrechen. Und diese Einschätzung teile ich. Wie soll man mit 14 über sich selbst wissen können?

Ich habe kein Problem, meine Freunde mit ihrer gelebten Identität anzusprechen. Das ist das eine. Das andere ist aber: Eine Frau, die sich als Mann fühlt und Anstrengungen unternommen hat, einer zu sein, ist biologisch immer noch eine Frau – sonst könnte er/sie kein Kind zur Welt bringen. Für diese Erkenntnis, für diesen heutzutage als biologistisch geschmähten Ansatz, der auf eine überall bei den Säugetieren seit -Millionen von Jahren Evolution gängige und erfolgreiche Banalität verweist, ist die Psychologie der betroffenen Menschen und die Umdefinition von Mann und Frau sowie deren Identifikation zunächst unerheblich.

„Gefühlte“ Größe

Und, einmal ehrlich: wo fängt das identifikationsstiftende Wirklichkeitswerden den an und wo hört es auf? Per Analogie müssten Transager dem gleichen Raisonnement wie Transgender unterliegen. Dann wäre zum Beispiel die Identität eines 78-jährigen, der sich wie ein Säugling fühlt, genauso realitätsstiftend, und er müsste als Säugling angesprochen und wie einer behandelt werden. Oder, ein anderes Beispiel. Ein kleiner Mensch, der im Körper eines großen Menschen gefangen ist, müsste ebenfalls rechtlich behandelt werden so wie gewünscht, und im Personalausweis unabhängig von seiner der tatsächlichen Größe die „gefühlte Größe“ eingetragen bekommen. Ist so etwas möglich? Wohl kaum. Denn kann könnten 2,17m große Personen das Recht einfordern, Kampfjetpilot zu werden, obwohl sie sich zusammenfalten müssten, um ins Cockpit zu passen.

Noch ein Beispiel wäre „Transpeciesm“, das Recht, sich seine biologische Artzugehörigkeit frei erwählen zu dürfen. Aber nichts, was jemand mit noch so verzweifelten Kraftanstrengungen unternimmt und womit er sich darin vom Staat unterstützen ließe, macht ihn tatsächlich zur Schlange, zum Einhorn oder zur Fledermaus.

Und was ist mit Transnationalisten? Ein Senegalese kann nicht behaupten, er sei Deutscher und sich das eintragen lassen. Aber halt – das geht ja bereits tatsächlich, und zwar nicht nach der Logik der „gefühlten Identitäten“, sondern nach den Absonderlichkeiten unserer Zuwanderungs-, Einwanderungs- und Staatsbürgerpolitik! Nur andersherum geht es eben nicht. Geboren als Deutscher kann man sich nicht einfach umdefinieren zu einem Senegalesen, sich die Haut schwärzen, sich so kleiden, alle Traditionen pflegen, Habitus und Gestus imitieren und dann ein waschechter Afrikaner sein. Das funktioniert nicht – und dürfte auch gar nicht sein, denn Cultural appropriation, „kulturelle Aneignung“, nennt sich diese Verwerflichkeit (sofern sie in diese Richtung läuft), und das große Pfui erstreckt sich längst schon auch auf Karnevalskostüme und dergleichen. Kinder in Kindertagesstätten dürfen sich nicht mehr als Alibaba, Mohren, Indianer usw. verkleiden.

Im Kreuzfeuer der Wokista

Ja, nicht einmal als Erwachsener darf man sich entsprechend verkleiden, wie Kanadas Ministerpräsident Trudeau am eigenen Leib feststellen musste. Der Mann hatte sich einst allen Ernstes als Mohr verkleidet, „Blackfacing“ praktiziert und wurde nach Bekanntwerden dieses „Skandals“ wochenlang durch die Gazetten geschmiert, wobei er sich selbst erniedrigen und tränenreich Buße tun musste.  Mit geschwärztem Gesicht steht man sogleich im Kreuzfeuer der Wokista, die darüber exklusiv bestimmt, was unziemliche Kulturaneignung ist und was gerechtfertigte Durchsetzung einer Identität. Mit allen Mitteln, auch vor sämtlichen Gerichten, tobt der Kulturkampf um die Deutungshoheit, wer was sein darf und wer nicht… wobei es die Dreadlocks von „Helden” wie Kapitän Carola Rakete noch nicht auf die Shitstormliste der Cultural appropriation geschafft haben (und nein, „Kapitän“ gendere ich jetzt nicht). Schließlich weiß ich ja nicht, wie sich Rakete gerade fühlt und schreibe ihr noch ein falsches Geschlecht zu (Zwinkerauge)!

Als Mohr darf man sich nicht mehr verkleiden – aber als Frau schon? Und damit meine ich in drei Gottes Namen nicht Transgender-Menschen, die sich selbst im falschen Körper geboren sehen. Der Vergleich trifft wohl er auf die Travestiekünstler zu, die sich eben als Frau verkleiden. Das geht natürlich in Ordnung – und setzt keine Wokista-Regenbogenrollkommandos in Marsch. Identitätspolitik ist vielleicht identitätsstiftend, aber niemals physisch bis zur letzten Konsequenz realitätsstiftend. Tut mir echt leid!

Rüden werfen keine Welpen. Hengste keine Fohlen, Elefantenbullen keine Babyelefanten, Rehböcke setzen keine Kitze. Männer gebären nicht. Ende der biologischen Lehrstunde. Aber wie immer, wenn sich die menschliche Hybris definitorisch und konzeptuell an der Schöpfung vergeht, scheitert das Realitätssurrogat am Kontakt mit der echten Realität. Und als wäre das nicht schon genug, scheitert diese Clownwelt auch noch an sich selbst.

Der Fall Markus aka Tessa Ganserer

Die „Emma“ titelt: „Ganserer: Die Quotenfrau„, und schreibt über den physischen – und juristischen – Mann Markus Ganserer, der sich „Tessa“ nennt, als Frau kleidet und fühlt und für die Grünen im Bundestag sitzt – wohlgemerkt auf einem Frauenquotenplatz. Jetzt regt sich Protest. Die Initiative „Geschlecht zählt” hat Widerspruch beim Wahlprüfungsausschuss eingelegt. Denn hier geht es um nicht weniger als die Frage: Wie definieren wir künftig Geschlecht?

Markus Ganserer, 44, von Beruf Forstwirt, ist seit 2001 mit seiner Frau zusammen, inzwischen verheiratet und dazu Vater zweier Kinder. Dass er sich als Frau identifiziert (außer im Ausweis und in seiner rechtlichen Identität nach) und „Tessa“ nennt, ist schön und gut, mag alles sein gutes Recht in unserer toleranten und aufgeklärten Gesellschaft sein und wird ihm sicherlich auch von niemandem abgesprochen werden. Ganserer hat weder sein Geschlecht operativ angleichen lassen, noch hat er jemals seinen Personenstand amtlich geändert. Er möchte das auch nicht. Auch das ist sein gutes Recht, betrifft nur ihn und die seinen privat und geht niemanden etwas an.

Die Geschichte hat jedoch einen Riesenpferdefuß, weil sie nun auch eine öffentlichkeitswirksame und politische Komponente bekommt. Denn Ganserer, zuvor acht Jahre für die Grünen im bayrischen Landtag, kandidierte im Herbst 2021 für den Bundestag – und das ausgerechnet auf einem Frauenquotenplatz der grünen Liste. Das muss man sich also genüsslich auf der Zunge zergehen lassen: Statt einer Frau beansprucht also jetzt ein Mensch diesen Platz, der rein rechtlich und anscheinend auch körperlich ein Mann ist (so weiß es die „Emma„), sich jedoch als Frau „fühlt”.

Restlos absurde grüne Statuten

Möglich ist dieses eigentlich restlos absurde Problem nur bei den Grünen, weil die Partei in ihrem „Frauenstatut“ erklärt: „Von dem Begriff ‚Frauen‘ werden alle erfasst, die sich selbst so definieren.“ Grandios. Pipi Langstrumpf lässt grüßen:

„Widdewiddewitt
und Drei macht Neune!!
Ich mach‘ mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ….

Hey – Pippi Langstrumpf
trallari trallahey tralla hoppsasa
Hey – Pippi Langstrumpf,
die macht, was ihr gefällt.“

Dass das Definieren, Postulieren und Übernehmen von grundsätzlich absurden Inhalten hingegen kein reines Problem der Grünen ist, stellt auch die „Welt“ bestens unter Beweis. Auch Medien und allerlei gesellschaftliche Einflusszirkel stricken mit an des Kaisers neuen Kleidern. Ganserer wurde im bayrischen Landtag also als Frau angesprochen, ohne jemals offiziell nach deutschem Recht seinen Personenstand geändert zu haben? Das ist nun meiner Meinung nach eher schwierig. Ich halte es generell für eine Unsitte der heutigen Zeit, sich über geltendes Recht hinweg zu setzen, wenn es „für die gute Sache“ ist. Das betrifft das skandalöse „Rückgängigmachen“ der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen ebenso wie das bewusste Brechen der Maastrichtkristerien („no bail out„), das Asylrecht, übrigens auch das Nutzen der Luca-App zur Strafverfolgung von Verdächtigen bis hin zum Verwehren des Bundestagsvizepräsidenten sowie der Ausschussvorsitze für die demokratisch von Millionen Wählern gewählte Partei Alternative für Deutschland.

Statistische Geschlechtsbestimmung

Aber zurück zur Wirklichkeit jenseits der Buchstaben des Gesetzes der Frauwerdung Ganserers. Die parteiinterne Grünen-Klausel zur Definition wurde nun jedoch de facto von den deutschen Wahlbehörden übernommen: Ganserer wird im Bundestag und statistisch als Frau geführt. Doch auch aus den eigenen Reihen gab es Protest. Der sah zum Beispiel in Reutlingen so aus: David Allison wollte sich dort auf die Position eines weiblichen Vorstandes bewerben und dadurch darauf hinweisen, dass es eine inhaltliche Fehlentwicklung der grünen Identitätspolitik gibt und die Gleichstellung von Männern und Frauen gefährdet ist.

Ich glaube, ich habe mit der Aktion gezeigt, dass Plätze, die explizit für Frauen vorgehalten werden, trotzdem von biologischen Männern besetzt werden können. Das ist möglich”, so Allison in „Bild„. Dass das problemlos möglich ist, hat Ganserer in Bayern ja bravourös gezeigt. Bislang fliegen biologisch unhaltbare Aussagen von Ganserer in der „taz“ wie : „Ein Penis ist nicht per se ein männliches Sexualorgan“ gänzlich unter dem Radar des gesunden Menschenverstands und jeglicher biologischer Fakten.

Die SPD beantragte in Sachsen Mülleimer für Hygieneartikel auf Herrentoiletten – für menstruierende Männer. Zu Recht beklagt die feministische Initiative „Das Geschlecht zählt”, die Grünen würden die Strategie verfolgen, die Selbstdefinition des Geschlechts faktisch einzuführen – obwohl es dafür keine rechtliche Grundlage gibt. „Gültige Rechtslage ist, dass das juristische Geschlecht nur nach dem Transsexuellengesetz (TSG) geändert werden kann. Genau das will Markus Ganserer nach seiner Aussage den Medien gegenüber nicht tun.” (siehe „Emma“, idem)

Was ist noch geltendes Recht?

Eine Gesellschaft, in der sich jeder jederzeit über geltendes Recht hinwegsetzen kann und dem dann auch noch willfahren wird, ist dem Untergang geweiht. Bislang exsitierten als allgemein anerkannte basale Leitlinien für eine als untersubjektiv und universell empfundene Orientierungs- und Verständigungsgrundlage in der „Realität“: Naturgesetze in Physik, Chemie, Biologie, oder die zehn Gebote und Gesetze für Christen, Grundgesetz und Bundesgesetzblatt für Juristen. Wenn nun aber Politik, nachgegliederte Wissenschaft und Medien permanent von menstruierenden Männern, gebärenden Vätern usw. schwafeln und dies in unseren Schulen auch noch propagiert wird – wie soll die Gesellschaft diesem Trommelfeuer aus dem Ideologielager noch widerstehen?

Immer weniger Menschen wissen, ob sie Männlein oder Weiblein sind, von Männern wird erwartet, dass sie sich wie bessere Frauen benehmen und umgekehrt. Sie sind ideologisch als Konkurrenten gegeneinander in Stellung gebracht worden. Und nichts anderes betreibt die Gleichstellung. Kein Wunder, dass in derart verstümmelten, gehirngebumsten und darin gleichgestellten Gesellschaften Kinder immer seltener zur Welt kommen. Erledigt sich die westliche Welt unter der eisernen Faust der kognitiven Dissonanz also von alleine?

Weit gefehlt. Nachdem so viele Anstrengungen unternommen worden sind, Männer und Frauen von sich selbst und von einander zu entfremden, die Familie zu zerstören, indem man Großeltern von der „Kernfamilie“ , Kinder von den Eltern und Eltern von einander trennt, ist die Stunde der rein technischen Fortpflanzung (endlich?) gekommen. Die Möglichkeit menschliches Leben auch außerhalb des Körpers der Mutter am Leben erhalten zu können, ist ein lebensrettendes Wunder der modernen Medizin. Problematisch wird es jedoch, wenn die Mutter prinzipiell gegen eine synthetische Gebärmutter getauscht werden soll und ein Opfer des künstlich geschürten Geschlechterkampfes werden soll.

Design-Menschen à la carte

Die beiden Milliardäre und Tech-Unternehmer Vitalik Buterin und Sahil Lavingia möchten genau das. Sie reden von einer Verringerung des Wohlstandsgefälles zwischen Mann und Frau und wollen Frauen die Last und die Verantwortung für die Schwangerschaft abnehmen. Die fortlaufende Technisierung der menschlichen Lebenswelt gerät in zunehmenden Widerspruch zur erstrebten Humanität. Die Reifung und Menschwerdung ist nicht nur ein medizinisch technischer Vorgang. Die Nähe zur Mutter, zu ihrem Herzen, welches für ihn schlägt, die Gefühle der Mutter, all das prägt den zukünftigen Menschen. Eine sterile Reifung in einer künstlichen Gebärmutter entmenschlicht, verhindert persönliche Beziehungen und macht den so entstandenen Menschen zur Krone der Beliebigkeit.

Wenn der oben beschriebene Trend der Geschlechterverwirrung anhält, werden Menschen perspektivisch nur noch in Reagenzgläsern vermehrt, in Plastiksack herangezüchtet, unspektakulär entnommen. Was ist eine Welt ohne Vater und Mutter? Die Hölle auf Erden.

Muss wirklich jeder Schritt, der technisch möglich ist, gegangen werden? Wo bleiben die Aufschreie von Kirchen und Ethikrat? Ich war davon überzeugt: In Deutschland haben Kinder keine starke Lobby. Ungeborene sowieso nicht. Leider muss ich feststellen, das Menschen in diesem satanischen Plan, der Gottes Schöpfung (bzw. für Nichtgläubige die Evolution) in allen erdenklichen Weisen konterkariert, wohl keine Lobby haben. Dabei stellen sich so wichtige Fragen: Wie definieren wir „Mensch“ noch? Ist der neue Mensch, losgelöst von Biologie und Realität, noch Mensch? Oder ist er vielmehr das fleischgewordene Produkt und die logische Fortsetzung kranker Phantasmen, wonach alleine die Gedanken in der Lage seien, biologische, physikalische und chemische Naturgesetze zu einer neuen Realität zu formen?

Jenseits des Corona-Ablenkungsmanövers

Wenn dieser Schritt zur rein technischen Vermehrung des Menschen einmal getan ist: Wer verhindert dann, dass „Modifikationen“, „human enhancement„, vorgenommen werden? Dass genetische wie technische „Verbesserungen“ folgen? Es ist sicher denkbar und auch schon möglich, direkt nach der Geburt beispielsweise technische Schnittstellen zu implantieren, die das Ansteuern von neuronalen Netzwerken des Menschen und somit die totale Kontrolle über ihn ermöglichen. Modifikationen könnten auch die Erschaffung von Mischwesen sein; Klonen und so weiter wäre denkbar. Kinder könnten also demnächst wie ein neues Auto bestellt und entsprechend konfiguriert werden. Menschen würden mit den Robotern, die es ja nun schon gibt (Haushaltsroboter in Menschengestalt, Sexroboter usw.) nicht nur Beziehungen eingehen, sondern ihnen durch eingebaute, technische Unterstützungen immer ähnlicher werden.

Ist die Menschheit dann noch Menschheit? Oder ist sie dann etwas anderes? Und vor allem: Wollen wir das? Hinter den Kulissen des gigantischen Corona-Ablenkungsmanövers findet gerade ein Quantensprung in eine Zukunft statt, die keiner von uns so je gewollt geschweige denn bestellt hat. Das können wir vermutlich gar nicht mehr verhindern. Doch die Fragen: „Wollen wir Menschen die Technik beherrschen oder wollen wir zulassen, dass wir zukünftig von ihr beherrscht werden?“, „Wollen wir Menschen sein und bleiben, mit allen Stärken, Schwächen und liebenswürdigen Eigenheiten oder streben wir nach selbstgebauter Vollkommenheit, deren Ausgestaltung keinerlei Grenzen mehr gesetzt sind?“ „Wollen wir Familien-, Bindungs- und Beziehungsmenschen sein oder doch lieber singuläre Ereignisse, die auf ihrem Weg durch ihre Lebenszeit einsam wie eine Supernova verglühen?“ oder „Wollen wir fühlen oder nur noch funktionieren?“ – de sind noch nicht einmal im Ansatz final beantwortet.

Ich möchte in einer Welt leben, in der Schwangerschaft nicht als lästiges Handicap für Mütter bei ihrer Selbstverwirklichung verstanden wird, sondern als ihr ganz persönlicher, neunmonatiger Schöpfungsakt. Wir Frauen können Leben schenken. Das ist eine Gnade, keine Last! Ich möchte meinen Kindern und Nachfahren eine Welt hinterlassen, in der Männer und Frauen nicht Konkurrenten sind, sondern Partner. Eine Welt, in der sie nicht auch noch in Konkurrenz zu Maschinen treten müssen. Eine Welt, in der der Mensch Mensch sein darf (und gut ist!), ohne dass er technisch genetisch aufgepeppt werden muss. Ich möchte Menschheit mit Menschlichkeit verbunden wissen und uns alle vor der Hybris und Sterilität einer ethisch entgrenzten Technisierung bewahren.

 

 

Zur Person:

Nicole Höchst, Jahrgang 1970, ist AfD-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz. Sie trat 2015 in die AfD ein und ist seit 2017 Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 201 (Bad Kreuznach/Birkenfeld). Dort ist sie unter anderem als ordentliches Mitglied und Obfrau des Bildungsausschusses und als Sprecherin der AfD-Fraktion für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung tätig. Ferner ist sie stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Familie, Senioren und Jugend sowie für Digitales. Höchst ist desweiteren Delegierte des Deutschen Bundestages in den Europarat für die AfD-Fraktion und stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Bis 2012 unterrichtete sie als Studienrätin am Staatlichen Speyer-Kolleg, anschließend war sie bis Oktober 2017 Referentin am Pädagogischen Landesinstitut (vormals IFB). Höchst war 2015 Mitglied der AfD-Bundesprogrammkommission und ist stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Speyer. Sie ist katholisch, hat vier Kinder und lebt mit ihrer Familie in Speyer, wo sie auch Stadträtin ist.

Auf jouwatch veröffentlicht Nicole Höchst alle 14 Tage die kritische Kolumne „Höchst brisant“ zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Unter demselben Titel veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen Videobeiträge auf ihrem YouTube-Kanal.