Foto: Joana Cotar (über dts Nachrichtenagentur)

Konservative Bewegungen nach Meuthens Flucht nach vorne

Der klägliche Rest des Konservativismus in Deutschland ist dank Meuthens Flucht nach vorne in Bewegung geraten:

Der bisherige Chef der Werte-Union, Max Otte, hat den Vorsitz nun endgültig niedergelegt. Das teilte er am Sonntag mit. Medienberichte, wonach er sich aus der aktiven Politik zurückziehen wolle, stimmten aber „nicht ganz“, so Otte.

„Richtiger: ich will mich aus der Parteipolitik zurückzuziehen und strebe kein Amt und Mandat mehr an.“ Vorher hatte er schon erklärt, das Amt ruhen zu lassen, nun soll der Abschied wohl endgültig sein. Die CDU hatte am Dienstag ein Parteiausschlussverfahren gegen Otte gestartet, nachdem dieser sich bereit erklärt hatte, auf Vorschlag der AfD das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren.

Der Bundesvorstand der Werte-Union nahm den Rücktritt offensichtlich zufrieden entgegen. Man danke Otte „angesichts der öffentlichen Diskussion für seine Bereitschaft, durch diesen Schritt weiteren politischen Schaden von der Werte-Union abzuwenden“, wie es in einer Erklärung am späten Sonntagnachmittag hieß. Aufgrund der politischen Lage hielten viele Mitglieder „die Annahme der Nominierung durch eine andere Partei für ein falsches politisches Signal“ und seien „davon überrascht worden“.

„Die Werte-Union sieht ihr satzungsgemäßes Ziel weiterhin darin, innerhalb der Union zu wirken, um mit einer Rückkehr der Union zur breit aufgestellten Volkspartei der Mitte wieder zur Mehrheitsfähigkeit zu kommen“, hieß es in der verbreiteten Mitteilung weiter.

Die Werte-Union, das billige Alibi der CDU, für den Fischfang bei der AfD eingesetzt, ist endgültig am Ende. Aber auch bei der einzigen Oppositionspartei in Deutschland ist wieder Unruhe eingekehrt:

Joana Cotar, Mitglied des AfD-Bundesvorstandes, beansprucht nun plötzlich eine Führungsrolle in der Partei. „Es muss uns gelingen, einen Konsens-Bundesvorstand zu finden, der sich weniger streitet“, sagte Cotar den Zeitungen der „Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft“ (Montagsausgaben). Sie selbst möchte in diesem eine „führende Rolle übernehmen“.

Eine solche Führungsrolle sieht sie auch für Partei- und Fraktionschef Tino Chrupalla, der bereits angekündigt hat, erneut als Parteichef kandidieren zu wollen. Allerdings will Cotar von Chrupalla, „dass er mehr auf die freiheitlich-konservativen in der Partei zugeht“. Gesetzt im neuen Bundesvorstand ist für die 48-jährige Cotar der Generalleutnant a. D. Joachim Wundrak, mit dem sie sich als Spitzenkandidaten-Duo für die Bundestagswahl beworben hatte, aber Chrupalla und der Co-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel unterlag.

Cotar galt als enge Vertraute des am Freitag aus der Partei ausgetretenen, langjährigen AfD-Parteivorsitzenden Jörg Meuthen.

Damit sind weitere Flügelkämpfe in der AfD vorprogrammiert, die Spaltung wird sich weiter fortsetzen, bis auch dieser Versuch, das Ruder der deutschen Titanic noch einmal herumzureißen, endgültig gescheitert ist. (Mit Material von dts)

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