Zerreißt „Putin“ jetzt auch noch die Linken?

Nachdem sich die konservative Szene gerade wegen für oder gegen Putin – nach der Pandemie-Krise – noch einmal zerlegt hat und nur noch aus kläglichen Einzelteilen besteht, hat es jetzt auch die Linken erwischt:

Die Vorsitzende der Linken, Janine Wissler, sieht in Teilen ihrer Partei ein Umdenken in Bezug auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dessen Krieg gegen die Ukraine „macht viele gerade sehr nachdenklich“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Wissler selbst schaut nach eigenen Angaben mit „großem Entsetzen, großer Fassungslosigkeit“ auf die Ereignisse in der Ukraine.

Dass Putin „skrupellos“ sei, habe sie gewusst, so die Linken-Chefin. Aber nun zeige sich, dass es um „Großmachtstreben und Nationalismus“ gehe: „Das macht es unberechenbar.“ Für Putins Vorgehen gebe es keine Rechtfertigung.

Aus der Fraktionssitzung der Linken am Donnerstag wurde der FAS von Teilnehmern berichtet, dass die sogenannte Russia-Today-Fraktion, eine Gruppe von etwa fünf Abgeordneten, die als besonders putinnah gelten, „Kreide gefressen“ habe, wie es hieß. So habe etwa Sahra Wagenknecht, die dieser Gruppe zugerechnet wird, zugegeben, dass sie Moskaus Absichten falsch eingeschätzt habe. Auch Selbstkritik sei geübt worden: Man habe Sanktionen gegen Russland immer abgelehnt, weil sie vor allem der russischen Zivilbevölkerung schaden würden, doch keine Alternativ vorbereitet.

Nun werde der ukrainischen Zivilbevölkerung schlimmer Schaden zugefügt, und man habe nichts in der Hand, hieß es.

Und natürlich gibt es noch Gregor Gysi. Der warnt die NATO zumindest vor einem militärischen Eingriff in den Krieg zwischen Russland und der Ukraine. „Wenn die NATO das täte, dann hätten wir den Dritten Weltkrieg.“ Gleichzeitig hoffe der Bundestagsabgeordnete und außenpolitische Sprecher der Linken-Fraktion, dass der russische Präsident klug genug sei, kein NATO-Land anzugreifen.

„Denn wenn das passierte, hätten wir ebenfalls den Dritten Weltkrieg“, sagte Gregor Gysi den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Einen Krieg gegen Russland zu führen, wäre ein Wahnsinn, eine absolute Katastrophe“, so Gysi. Die Menschen in der Ukraine dürfe man trotzdem nicht im Stich lassen.

„Wenn Putin eine Marionettenregierung einsetzen sollte, können wir auch über diese der Bevölkerung helfen“, meint Gysi und sieht Putin unter Druck. Denn würde der russische Präsident in der Ukraine ein „richtiges Besatzungsregime“ aufbauen, hätte er viele Probleme. „Eines bestünde darin, dass er für „seine“ Ukraine keinen einzigen Euro, keinen einzigen Dollar erhielte, es für ihn also sehr, sehr teuer werden würde.“

Gleichzeitig betonte der Linken-Politiker, dass seine Partei immer noch eine „Friedenspartei“ sei. „Wer jetzt versucht, diesen verbrecherischen Angriff Russlands auf die Ukraine zu verteidigen oder zu rechtfertigen, gehört nicht in unsere Partei“, sagte der 74-Jährige den Funke-Zeitungen.

In welche Partei denn dann? In die SPD? In die AfD? Vielleicht braucht es ja bald eine Putin-Partei in Deutschland, sozusagen als Vorhut. (Mit Material von dts)

 

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