Danke, aber nein danke: Südafrika muss 100.000 Covid-Impfdosen vernichten

In Südafrika müssen Ende März rund 100.000 Covid-19-Impfdosen laut der südafrikanischen Gesundheitsbehörden vernichtet werden, weil die Nachfrage bei den Bürgern zu gering ist.

Obwohl das Land offiziell die meisten COVID-19-Infektionen und Todesfälle auf dem afrikanischen Kontinent verzeichnet, sinkt die Impfbereitschaft. Inzwischen sitzt das Land am Kap der Guten Hoffnung auf einem Berg von Impfstoffvorräte in Höhe von etwa 25 Millionen Dosen.

„Es besteht das Risiko, dass etwas mehr als 100.000 Dosen, die bis Ende März ablaufen, entsorgt werden müssen… Wir hoffen, dass es nicht so weit kommt“, erklärte der südafrikanische Gesundheitsminister Joe Phaahla laut tvpworld.com auf einer Online-Pressekonferenz am vergangenen Freitag. Das Ministerium versuche die Impfungen nun „zu beschleunigen“, um zu verhindern, dass die Impfstoffdosen auf dem Müll landen.

Südafrika hat bisher rund 43 Prozent seiner 40 Millionen Erwachsenen vollständig geimpft. Die Impfkampagne des Landes, bei der die Impfstoffe von Johnson & Johnson (J&J) und Pfizer zum Einsatz kommen, kam aufgrund von Schwierigkeiten bei der Beschaffung der ersten Impfdosen nur langsam in Gang, wurde aber in letzter Zeit immer wieder durch Zögerlichkeit der betroffenen Südafrikaner unterbrochen.

Letzten Monat änderte das Land seine COVID-19-Impfrichtlinie, indem es den Abstand zwischen der ersten und der zweiten Dosis des Pfizer-Impfstoffs von 42 auf 21 Tage verkürzte und Personen, die bereits zwei Dosen des Pfizer-Impfstoffs erhalten haben, eine Auffrischungsdosis drei Monate nach der zweiten Impfung statt wie bisher sechs Monate zwischen den einzelnen Dosen erhalten können.

Nichtsdestotrotz setzen Pharmakonzerne, Politik und Hilfsorganisationen weiter auf das fette Geschäft mit den experimentellen Impfstoffen. Erst im Februar forderten mehrere Hilfsorganisationen die Patentfreigabe der Covid-Impfstoffe und prangerten an, das die EU Impfstoffe bis zum Verfallsdatum hortet, statt sie zu spenden und den afrikanischen Kontinent damit zu beglücken. 30 Millionen von den Europäern nach Afrika geschickten Impfstoffdosen standen nach Angaben der Aktivisten der People’s Vaccine Alliance rund 55 Millionen Dosen gegenüber, die demnach bis Ende Februar entsorgt werden müssen, so die Tagesschau.

Laut Oxfam seien erst elf Prozent der Afrikaner in den Genuss der zwei Impfungen gekommen, insgesamt 151 Millionen Menschen, deshalb würde sich ihrer Meinung nach die Pandemie verlängern und neue Virusvarianten hervorbringen.

Angesichts der Zahlen erklärte die People’s Vaccine Alliance die internationale Impfinitiative Covax für gescheitert. Deshalb sollten die Patente aufgehoben und die neuartigen Vakzine vor Ort produziert werden. Ein entsprechender Antrag bei der Welthandelsorganisation WTO liegt seit anderthalb Jahren vor. Widerstand gegen den Plan kommt vor allem aus Deutschland und der EU. (MS)

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