Kämpft eine Nazi-Armee in der Ukraine gegen Russen?

Berlin – Hunderte Bundesbürger haben sich als freiwillige Kämpfer bei der ukrainischen Armee gemeldet. Aktuell seien knapp 1000 Deutsche in der Ukraine im Einsatz, schreibt die „Bild“ unter Berufung auf Angaben aus ukrainischen Regierungskreisen. Allein in der ersten Kriegswoche hätten sich rund 500 Bundesbürger gemeldet – und den rechten Arm hochgerissen?

Insgesamt kämpfen in der ukrainischen Armee mittlerweile rund 22.000 Ausländer, heißt es aus Kiew. Die vorwiegend jungen Männer kämen zu großen Teilen aus Osteuropa, aber auch beispielsweise aus den USA. Die Gesinnung dieser Fremdenlegionäre könnte aber recht zweifelhaft sein.

So wurde auch in klar rechtsradikalen Telegram-Gruppen dazu aufgerufen, in die Ukraine zu reisen, um dort gegen Russland zu kämpfen.

Merkwürdigerweise gibt es hier keinen Aufschrei seitens der Linksregierung, die ja sonst alles dafür tut, um Telegram zu zensieren. Kommt ihr der Einsatz der Nazis in der Ukraine gegen die bösen Russen – wie damals – vielleicht recht, oder glauben sie, dass sie ihre inneren Feinde damit schneller loswerden?

Auf jeden Fall scheint Putin gar nicht so falsch zu liegen, wenn er behauptet, in der Ukraine würden sich Nazis tummeln. Nur hat er wohl nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet aus Deutschland der Nachschub so reibungslos läuft.

Hier weitere aktuelle Meldungen von der Front:

Konfliktforscher: Europa kann nur noch in „kaltem Frieden“ leben

Der Bielefelder Konfliktforscher Andreas Zick rechnet nach dem Ende des Kriegs in der Ukraine nicht damit, dass Russland und der Westen schnell wieder Freunde werden. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG): „Was wir erreichen können, ist nur ein kalter Frieden, kein Frieden, wie er vorher mal war.“ Europa werde dann in einem Zustand mit ständigen Kontrollen und einem unheimlich großen Maß an Misstrauen leben müssen.

Zick sagte: „Das ist ein Rückfall in Zeiten des Kalten Krieges. Vielleicht war das vorher ja auch ein trügerischer Frieden, weil der Westen die Besetzung der Krim viel zu harmlos interpretiert hat.“ Dazu kommen aus Zicks Sicht weitere Bedrohungen.

„Wir haben die Fragen aus den 1980er-Jahren der atomaren Bedrohung wieder auf dem Tisch“, sagte der Konfliktforscher. Dazu komme die Besetzung von Atomanlagen als eine Waffe und der Informationskrieg sowie eine Geopolitik, die eng mit Geschichtspolitik verwoben sei: „Das ist eine moderne Kriegsführung, daran werden wir uns gewöhnen müssen.“ Zick plädierte in der aktuellen Situation für eine einheitliche europäische Friedensmission, die über die sicher notwendigen Sanktionen hinausdenke: „Wir brauchen neue Formen, eine neue Agenda, die Stärkung der Demokratie und neue Kontrollgremien.“

Eine solche Friedensmission müsse einen umfassenden Friedensplan erstellen, der an der Stärkung der Zivilgesellschaft orientiert sei.

Russlands Notenbank schränkt Devisenhandel ein – Rating abgestuft

Russlands Zentralbank setzt den Handel mit ausländischen Devisen für ein halbes Jahr aus. Bis 9. September dürfen russische Banken keine ausländischen Devisen mehr verkaufen, teilte die Notenbank am Dienstag mit. Umgekehrt darf aber ausländische Währung noch gegen Rubel eingetauscht werden.

Maximal 10.000 US-Dollar dürfen von Fremdwährungskonten abgehoben werden. Der Handel an der Moskauer Börse bleibt vorerst ausgesetzt. Geschlossen bleibt der Handel auch im Derivatebereich mit Ausnahme der Währungsderivate (Währungspaare), im Rohstoffbereich (Edelmetalle) und bei bestimmten Kontrakten für Futures.

Unterdessen teilte die in New York und London ansässige Ratingagentur Fitch mit, die Bewertung für die Kreditwürdigkeit Russlands werde noch tiefer in den Ramsch-Bereich abgestuft. Die Bonitätsnote soll um sechs Stufen von „B“ auf „C“ fallen. Demnach steht ein Zahlungsausfall unmittelbar bevor.

Polen will Kampfjets nach Ramstein überstellen – USA überrascht

Polen will laut Medienberichten alle seine Kampfjets vom sowjetischen Typ MIG-29 an den US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz überstellen. Von dort könnten sie womöglich an die Ukraine geliefert werden. Dem Vernehmen nach will Polen damit den möglichen russischen Vorwurf direkter Kampfjet-Lieferungen an die Ukraine umgehen.

Die Regierung in Warschau erklärte am Dienstagabend: Alle MIG-29 würden „unverzüglich und kostenlos“ nach Ramstein überführt. Dort stünden sie den USA dann „zur Verfügung“. Der entsprechende Vorwurf würde in dem Fall allerdings die USA treffen.

Russland hatte am Wochenende erklärt, bereits das Zurverfügungstellen von Flughäfen eventuell als direkten Kriegseintritt zu werten. Luftunterstützung ist ein wunder Punkt für die Russen: Deren Vormarsch in der Ukraine läuft ohnehin schon überraschend schleppend, sollten die Ukrainischen Streitkräfte nun auch noch die Lufthoheit zurückerobern können, könnte sich das Blatt womöglich tatsächlich zu Gunsten der Ukraine drehen. Das Besondere an den MIG-29: Dieser Flugzeug-Typ wurde in der Sowjetunion entwickelt, zudem gibt es bei den ukrainischen Streitkräften Piloten, die ihn fliegen können.

Die USA reagierten am Abend überrascht: Die Staatssekretärin im US-Außenministerium Victoria Nuland sagte, Polens Entscheidung sei mit Washington nicht abgesprochen. Und Kritik kam aus Deutschland von der AfD: Deutschland werde immer mehr zur Zielscheibe, wenn 28 MIG-29, die Deutschland an Polen verschenkt habe, nun auch noch über Deutschland in die Ukraine geschickt würden, sagte AfD-Fraktionschefin Alice Weidel. „Deeskalation sieht anders aus“, sagte sie.

Lettland plant „allumfassende Mobilmachung“

Der lettische Vizepremier und Verteidigungsminister Artis Pabriks kündigt eine „allumfassende Mobilmachung“ an und fordert von der Bundesregierung Militärhilfen nach US-amerikanischen Vorbild. In den vergangenen Wochen hätten sich viele Dinge verändert. „Deutschland hat eine historische Wende vollzogen, die wir sehr respektieren“, sagte Pabriks dem „Spiegel“.

Nun müsse das Geld sinnvoll investiert werden. „Die Deutschen sollten uns helfen, ihre Waffen zu kaufen, damit wir uns schützen können. Europa ist nur gemeinsam sicher.“

Gebraucht würden insbesondere Artilleriesysteme zur Luftverteidigung, so der Politiker. Sein Land könne sich solche Systeme allein nicht leisten. Auch an der Küste benötige man bessere Ausrüstung.

„Natürlich freuen wir uns, wenn man uns Soldaten schickt. Aber was wir wirklich benötigen, ist bessere Ausrüstung und mehr Feuerkraft“, so Pabriks. „Dafür muss man nicht auf die EU warten, das lässt sich auch in einem bilateralen Vertrag regeln.“

Um selbst die Sicherheit Lettlands zu gewährleisten, plane man eine Vergrößerung der Nationalgarde und verpflichtenden Wehrunterricht ab der 10. Klasse. Ziel sei eine „allumfassende Mobilmachung“ der Gesellschaft, um etwaige Aggressionen abwehren zu können. Die Ukraine habe gezeigt, wie man als kleineres Land der russischen Übermacht begegnen könne, so Pabriks weiter.

„Wir merken, wie schlecht die Logistik Moskaus ist. Derzeit sieht es auf der russischen Seite unserer Grenze sehr leer aus. Sie benötigen jeden Nachschub. Offensichtlich hat sich Putin brutal verschätzt.“

Gazprom-Tochter Wingas schränkt Gashandel in Deutschland ein

Die hundertprozentige Gazprom-Tochter Wingas bietet laut eines Medienberichts keine neuen Langfrist-Geschäfte für Gaslieferungen, sogenannte Termingeschäfte, mehr an. Ein Broker eines großen Portfoliomanagers, der für deutsche Stadtwerke und Energiefirmen Erdgas einkauft, sagte dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe), er könne mit Wingas schon seit mehreren Tagen keine Termingeschäfte abschließen. Ein Verkäufer von Wingas bestätigte der Wirtschaftszeitung, dass die Firma bestehende Lieferverträge erfülle, neue Langfrist-Geschäfte aber nicht mehr möglich seien.

Schriftlich teilte Wingas auf Anfrage der Zeitung mit, das Unternehmen liefere zuverlässig seine vertraglich vereinbarten Mengen. Ebenso könnten Kunden ihre vertraglich zugesicherten Optionsrechte ausüben. Aber: „Bei Termingeschäften für Lieferungen in der Zukunft ist der Markt aufgrund der Markt- und Preisentwicklungen sowie der hohen Volatilität zurzeit sehr zurückhaltend. Wingas agiert hier – wie offenbar viele andere Lieferanten auch – entsprechend vorsichtig.“ Am Markt wird vermutet, dass Wingas keine langfristigen Verbindungen mehr eingehen will wegen drohender Sanktionen des Westens gegen Russland. Analyst Ingo Becker vom Finanzdienstleister Kepler Cheuvreux sagt, als Gazprom-Tochter in Deutschland könne Wingas nicht sicher sein, dass sie künftig noch Gas liefern könne.

„Die Gefahr, dass Russland das Thema strategisch nutzt und kein Gas mehr liefert, ist extrem hoch.“ Zudem sind Gaskunden gegenüber Gazprom zurückhaltend. Tobias Federico, Geschäftsführer des Beraters Energy Brainpool, sagte: „Das hat weniger moralische Gründe. Es geht eher um die Bewertung des Ausfallrisikos, weil man nicht weiß, wie der Marktteilnehmer in den nächsten Jahren dasteht.“ (Mit Material von dts)

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