Deutschland im Winter 22/23 Symbolfoto: Durch Smileus/Shutterstock

Kalter Hauch: Gaspreise können bis zu 300 Prozent steigen!

Die Bürger haben es gleich mit zwei übermächtigen und sehr, sehr gierigen Gegnern zu tun. Und beide sind Kriegsgewinnler, die den Ausnahmezustand dazu missbrauchen, ihre Taschen zu füllen.

Zum einen sind es die Mineralöl- und Energiekonzerne, für die Putins Krieg gerade recht gekommen ist, um die Profite zu steigern und zum anderen ist es der Staat, dem man jetzt sogar steuerlicher Völlerei vorwerfen kann.

Es ist auch so, dass sich beide Seiten die Bälle zuspielen und sich scheinbar gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben, wohl wissend, dass Staat und Konzerne sich am Bürger bereichern. Und wenn Lindner zum Beispiel großzügig Rabatte verteilt und dann das Geld auf der anderen Seite – der Steuer – wieder einkassieren will, wissen wir, wer hier der ewig Dumme ist.

Es ist der Untertan. Er muss sich dumm- und dämlich bezahlen, kann sich und seine Familie nicht mehr so richtig ernähren und wird sich im nächsten Winter einen Ast abfrieren, während der Staat ihm den letzten Blutstropfen absaugt.

Nur arbeiten – das darf er noch, aber ob er dann auch noch kann, ist fraglich.

Und es gibt noch die Klima-Kröten, die jetzt ebenfalls Angst haben, dass sie zu kurz kommen:

Der Klimaökonom Ottmar Edenhofer warnt vor einer gefährdeten Akzeptanz der Klimapolitik durch langfristig hohe Energiepreise. „Es darf nicht passieren, dass sich der Gedanke festsetzt: steigende Energiepreise, das hält unsere Gesellschaft nicht aus“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). „Das wäre ein gefährliches Trauma, das uns über Jahre in der CO2-Bepreisung und damit in der Klimapolitik lähmen würde.“

Den von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) geäußerten Vorschlag eines Benzinzuschusses hält Edenhofer für „Gift“. Denn: „Er heizt die Nachfrage an, er ist klimapolitisch kontraproduktiv, und er spült den Anbietern Geld in die Tasche“, sagte Edenhofer, der das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung leitet. Er fordert von der Politik, soziale Kompensation für massiv steigende Gaspreise vorzubereiten, „statt das Geld durch Subventionen an der Zapfsäule zu verpulvern“.

Bei einem Embargo könnten die Gaspreise um 275 Prozent steigen. „Auf einen durchschnittlichen Haushalt könnten dann Mehrkosten von 800 bis 2.500 Euro pro Jahr zukommen“, so Edenhofer.

Deshalb brauche es ein umfassendes Entlastungspaket. „So könnte ein nach Haushaltsgröße gestaffeltes, aber verbrauchsunabhängiges „Energiegeld“ die Härtefälle sehr gut abmildern“, sagte der Klimaökonom. Edenhofer sprach sich außerdem gegen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken aus, um die Gaslücke zu füllen. „Einerseits ist der Rückbau schon weit vorangeschritten und andererseits kommen auch die Brennstäbe, die wir bräuchten, aus Russland. Das spricht dagegen“ sagte Edenhofer. Es handele sich um eine Scheindebatte, die von den eigentlichen Herausforderungen ablenke: Ausbau der Kapazitäten für Flüssiggas, Erneuerbare Energien, Wasserstoff. Aufgrund steigender Gaspreise befürchtet Edenhofer einen wachsenden Zuspruch für Kohlekraft in Asien.

Sollte sich der Trend fortsetzen, würde es sehr schwierig werden, die Klimaziele zu erreichen. Die Gefahr einer Renaissance der Kohle nennt er „sehr groß“.

Was für ein billiges durchschaubares Manöver. Der Herr hätte sich auch kurz fassen können: Klima gerettet, Menschheit ausgestorben.

Und wie immer gibt es die passende Umfrage zu diesem Wahnsinn:

Viele Menschen zeigen sich angeblich zu höheren Energieausgaben bereit, um den Druck auf Russland zu erhöhen. 58 Prozent würden dazu weitere 10 Cent oder mehr je Liter Treibstoff ausgeben, ist das Ergebnis einer Umfrage des Bonner Briq-Instituts für Verhalten und Ungleichheit, über die die „Frankfruter Allgemeine Zeitung“ (Donnerstagausgabe) berichtet. Darunter ist auch ein Drittel der Deutschen, das sogar eine Preiserhöhung um 30 Cent oder mehr auf sich nehmen würde.

„Solidarität mit der Ukraine hat ihren Preis. Und viele sind offenbar bereit, ihn zu zahlen“, sagte der Bonner Verhaltensökonom Armin Falk der FAZ. Die Umfrage hat Falk mit seinen Kollegen Teodora Boneva und Lasse Stötzer durchgeführt. Grundlage waren die Durchschnittspreise am 10. März mit einem Preis für Super E10 von 2,17 Euro.

Falk sagte dazu der FAZ: „Es ist weder ökonomisch, ökologisch noch sozialpolitisch sinnvoll, den Spritpreis zu deckeln.“ Die Umfrage zeigt, dass die Zahlungsbereitschaft zwar fällt, wenn weniger verdient wird: Unter Haushalten mit einem Jahresbruttoeinkommen von bis zu 20.000 Euro würden demnach aber immer noch 54 Prozent einen Treibstoff-Aufschlag von mindestens 10 Cent zahlen und 47 Prozent einen Heiz-Aufpreis von mindestens 10 Euro. Mit einem Einkommen von 60.000 Euro geben dies 64 Prozent sowie 70 Prozent an.

Zu höheren Ausgaben sind eher ältere Befragte, Personen in Westdeutschland sowie mit Fach- oder Hochschulreife bereit. Der Anteil derjenigen, die Aufschläge ablehnen, ist wesentlich höher unter AfD-Wählern und am geringsten unter Grünen-Wählern. Ökonom Falk sagte der FAZ: „Die Befragung zeigt: Die Leidensfähigkeit der deutschen Autofahrer an der Zapfsäule wird offenbar ebenso unterschätzt wie die Bereitschaft der Besserverdienenden, denjenigen unter die Arme zu greifen, die sich steigende Sprit- und Heizkosten nicht leisten können.“

Zwei Drittel der Befragten würden höhere Heizkosten sowie Treibstoffpreise von mehr als 2,20 Euro je Liter in Kauf nehmen. 58 Prozent würden zum Heizen 10 Euro oder mehr im Monat zahlen und 31 Prozent mindestens 20 Euro. Ebenfalls zwei Drittel würden ihren Verbrauch so anpassen, dass die Durchschnittstemperatur in der Wohnung um 1 Grad oder mehr sinken würde.

Für die Erhebung befragte das Bonner Institut insgesamt 2.000 Menschen in Deutschland unter Einbeziehung der Durchschnittspreise am 10. März mit einem Preis für Super E10 von 2,17 Euro.

Solche Umfragen sind schon fast als kriminell zu bezeichnen. Und diese 2.000 Befragten sind wahrscheinlich sorgsam ausgesucht worden. Vielleicht aus einigen geschlossenen Anstalten. (Mit Material von dts)

 

 

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