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Strom zu teuer: Einziges Stahlwerk in Bayern stoppt Produktion

Aufgrund der hohen Stromkosten stellen die Lech-Stahlwerke im bayerischen Meitingen die Produktion vorerst ein. Die Produktion sei wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll, so ein Unternehmenssprecher und gibt damit einen Ausblick auf die Zukunft, denn das Stahlwerk bringt den Stahl mit Strom zum Schmelzen und nicht, wie die klassischen Hochöfen, mit Eisenerz oder Kohle.

Die Situation sei schon länger kritisch und habe sich durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine noch einmal verschärft. Jetzt wolle das Unternehmen zunächst die Strompreisentwicklung verfolgen und dann das weitere Vorgehen planen. „Sobald es wirtschaftlich wieder Sinn macht, werden wir die Produktion wieder hochfahren“, gibt ein Sprecher von Bayerns einzigem Stahlwerk bekannt und appelliert an die verantwortliche Politik „dafür zu sorgen, dass die Versorgungssicherheit der energieintensiven Stahlindustrie sichergestellt wird, und das möglichst mit erneuerbaren Energien. Schließlich sei Stahl ein sehr nachhaltiger Werkstoff, weil er beliebig oft recycelt werden könne und so einen großen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Der Stromverbrauch des Elektrostahlwerks entspricht einer Stadt wie Augsburg mit rund 300.000 Einwohnern. Dort werden rund Million Tonnen Stahl pro Jahr, vor allem hochwertigen Qualitätsstahl für die Industrie, aber auch Bau- und Betonstahl, produziert .

Elektro-Stahlwerke schmelzen in erster Linie Stahlschrott ein und verbrauchen deutlich mehr Strom als die klassischen Hochöfen, die Eisenerz mit Kokskohle zum Schmelzen bringen. Die Lech-Stahlwerke beschäftigen inklusive ihrer Tochterunternehmen mehr als tausend Mitarbeiter. Laut der Gewerkschaft IG Metall geht es wegen der hohen Strompreise mit den Arbeitszeiten der Belegschaft drunter und drüber. Da die Strompreise tageszeitabhängig sind, müssten die Mitarbeiter vermehrt nachts oder an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Das sei „eine irre Herausforderung“, erklärt Björn Kannler von der Augsburger IG Metall auf Anfrage des BR. Am Standort Herbertshofen sind – Tochterfirmen eingerechnet – knapp über 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, so Unternehmenssprecher Bastian Mangliers. (MS)

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