Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Es grünt so grün

+++ Herr Robert Habeck, seines Zeichens grüner Weltklima- und Wirtschaftsminister, hat das letzte bißchen Kerosin gar zusammengekratzt mit dem Spritschaber und ist bald unterwegs nach Katar und Saudi-Arabien. Und zwar mit dem bösen Strahlenflugzeug. Sein ausgefuchster Plan: Er will dort um die Hand des Ölprinzen anhalten. Das wird wieder teuer, heidernei. Er befindet sich nämlich in einer äußerst ungünstigen Verhandlungsposition. Die Saudis wissen das. In Katar wissen sie das auch. Und der grüne Robert hat sich in der Vergangenheit nicht unbedingt beliebt gemacht in diesen Ländern. Sein Gemecker über die Mißachtung elementarer Menschenrechte dort hätten ihm die Saudis vielleicht noch verziehen. Aber dafür, daß er zu den Menschenrechten obendrauf auch noch auf Frauenrechte pochte, wird es nicht so leicht Verzeihung geben. Die Saudis sind nämlich davon überzeugt, daß auch Frauen Menschen sind. Und dann noch die Sache mit dem Exportstopp für Rüstungsgüter in die ölhaltige Welt, den er vor knapp vier Jahren noch vehement befürwortet hat: Das wird so etwas wie ein Canossagang werden. Und von seiner heimischen Grünbasis wird er noch nicht einmal viel Lobpreis dafür erhalten. Jede Wette, daß sich der grüne Robert dafür in den eigenen Allerwertesten beißen könnte, unbedingt regieren gewollt zu haben. Wäre es anders, könnte er jetzt immer noch wohlfeil Haltungsnoten aus der Opposition heraus verteilen. Das muß man sich einmal vorstellen, wieviel Spaß man als Saudi mit dem grünen Robert haben könnte, wenn man fies wäre. Man könnte ihn mit freundlichem Gesicht zu einer Schwulenauspeitschung einladen zum Beispiel. Oder ihn auf einen Rundgang über den Sklavenmarkt für ukrainische Haushaltshilfen mitnehmen, zwischendurch nachfragen, ob es ihm gefällt und beiläufig ein Ölfläschchen schwenken dabei. Hoffentlich gibt es Filmaufnahmen von Roberts Ankunft auf dem Flughafen und den obligatorischen Handshakes. Dann noch ein Filmchen von den Verhandlungen für die heimische Grünenbasis, und der grüne Robert ist perfekt ins Bild gesetzt. Vorfreude ist die schönste Freude.

Der grüne Ölprinz: Robert Habeck (verdrießlich) – Foto: Imago

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+++ Frau Swantje Michaelsen ist Bundestagsabgeordnete der Grünen und Mutter von drei Kindern. Anscheinend ist sie politisch interessiert, denn sie macht irgendetwas mit Mobilität & Feminismus bei den Grünen. Das machen aber bei den Grünen fast alle. Lastenradfeminismus ist total hip. Jedenfalls scheint Frau Swantje Michaelsen etwas gegen den gelben Finanzminister Lindner zu haben, der diese Woche mit seinem genialischen Vorschlag eines 20-Cent-Rabatts auf den Liter Treibstoff brillierte, den die Tankstellenpächter erst einmal vorfinanzieren sollten. Frau Swantje Michaelsens Antipathie gegen Lindner kann meinereiner nachvollziehen. Nur die Gründe dafür nicht. Bei ihr ist es wahrscheinlich Lindners Porsche, bei mir ist es die Tatsache, daß Lindner meine Überzeugung zerstört hat, Porschefahrer seien charakterstarke Menschen. Aber sei’s drum. Lindners genialischer Tankrabatt sei nicht nur ökologischer und sozialer Unsinn, twitterte die grüne Frau und dreifache Mutter Swantje Michaelsen, sondern er sei auch „falsch in Sachen Geschlechtergerechtigkeit“. Daß sie da überhaupt draufgekommen ist, bedeutet, daß sie sich schwer den Kopf zerbrochen haben muß. Weil Männer häufiger Auto fahren und längere Strecken zurücklegten, würden sie von Lindners Tankrabatt auch überproportional profitieren, meinte Frau Swantje Michaelsen. Ein inexistenter Experte schlug nun vor, bei den Grünen eine Umfrage zu machen, um herauszufinden, ob dort jemand der Ansicht ist, Ricarda Lang würde im Vergleich mit einem völlig verarmten Obdachlosen überproportional satt werden, wenn sie von fünf Cheeseburgern vier selber vertilgt und dem Obdachlosen nur einen überläßt – und was das für die Cheeseburgergerechtigkeit bedeuten würde.

„Logik ist ein patriarchales Konstrukt zur Unterdrückung von Frauen“ – Screenshot Facebook+++

 

+++ Frau Luisa Neubauer ist Klimaschutzaktivistin und wird nächsten Monat schon 26 Jahre alt. Damit kommt sie allmählich in ein Alter, in welchem man andere Menschen ernstnehmen muß. Im Augenblick muß man ihr aber noch den Leichtsinn der Jugend nachsehen.

Luisas häßliche Welt – Screenshot Facebook

Ein ziemlich griesgrämiger, inexistenter Experte für Weiße & Altersweisheit kommentierte Frau Luisa Neubauers Wurzelweisheit wie folgt: „Die Wurzel aller saudummen Einlassungen heutzutage ist der wahnsinnige Traum, daß sich die brutale Realität in einen hübschen Flakon mit wohlriechendem „Eau de la femme“ verwandeln ließe, wenn man nur endlich den jungen Frauen das öffentliche Reden überlasse.“ +++

+++ Die grüne Parteivorsitzende, Frau Ricarda Lang, wurde dabei beobachtet, wie sie fußläufig im Berliner Regierungsviertel unterwegs gewesen ist; entweder gerade unterwegs zur Debatte um die geplante Impfpflicht oder auf dem Rückweg. Ein Reporter wollte von ihr wissen, wie das denn nun gemeint sei mit dem feministischen Mantra von „My body, my choice“ („Mein Körper, meine Entscheidung“). Die entsprechenden Filmaufnahmen von der anmutig einherscharwenzelnden Parteivorsitzenden sind etwas verwackelt. Vermutlich die Ausläufer des Erdbebens von Fukushima, welches zur selben Zeit stattfand. Aber das ist nicht so schlimm, weil Frau Ricarda Lang ohnehin nicht antworten wollte. Zwei Möglichkeiten kommen in Betracht: Entweder hatte sie beherzigt, daß man mit vollem Mund nicht spricht, oder sie war nach ihrer Einlassung bei Markus Lanz, daß die fertiggestellte und befüllte Gaspipeline Nord-Stream-2 „so“ nicht gebaut werden könne, von PR-Strategen instruiert worden, einfach nichts mehr zu sagen, ohne vorher gebrieft worden zu sein. +++

+++ Auch der grüne Bundeslandwirtschaftsminister, Herr Cem Özdemir, brillierte dieser Tage mit einem genialischen Vorschlag zur Schwächung der russischen Kampfkraft. Er meinte: „Weniger Fleisch zu essen, wäre ein Beitrag gegen Putin„. Der „Spiegel“ erklärte kurz, wie der grüne Agrarministrierende darauf gekommen ist. „Droht der Welt durch den Krieg in der Ukraine der Weizen auszugehen? Cem Özdemir über Futter für Nutztiere in Deutschland und hungernde Menschen in Afrika.“ Ein inexistenter Experte für Tierfutter & Fleischkonsum interpretierte die ministerielle Einlassung wie folgt: Offenbar geht Deutschands oberster Landwirtschaftsministrierender davon aus, daß Nutztiere, die nicht auf dem Teller landen, kein Futter bräuchten und ernährungslos weiterleben. Tatsache sei jedoch, daß Nutztiere, die auf dem Teller landen kein Futter mehr brauchen. Weniger Nutztiere zu halten würde zwar schon bedeuten, daß weniger Tiere auch weniger Futter bräuchten; inwiefern es allerdings Putin treffen könnte, wenn weniger ukrainischer Weizen für Tierfutter – und stattdessen für hungernde Menschen in Afrika verwendet werden würde, erschließe sich ihm jedoch nicht. Der inexistente Experte wortwörtlich: „Özdemir uns amal keine Sorgen um den Cem machen. Der wird schon wissen, warum er sich die Grünen ausgesucht hat, um Politiker zu werden“. So schlimm werde es schon nicht kommen, daß es kein Franziskaner Hefeweizen in Flaschen mehr gibt. Weil die hungernden Menschen in Afrika kein Hefeweizen trinken, wenn ihnen der dazugehörige Schweinsbraten fehlt.

Weiz alles: Cem Özdemir – Foto: Imago+++

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