Hinter der Maske: American Gothic - Foto: Imago

Covidioten: Die süddeutsche Impflamistin und ihr Viren-Tschador

In der „Süddeutschen Zeitung“ ist ein Kommentar erschienen, der gut in eine ganze Reihe anderer Einlassungen von Nachkommen jener Rippe passt, welche der Herr dem Adam einst entnommen hatte, um daraus das erste Weib zu formen. Was von der holden Weiblichkeit und ihren durchfeminisierten Pudeln in jüngster Zeit alles zu Virus und Krieg geäußert wurde, spottet jeder Beschreibung. Christina Brandt setzte noch einen drauf. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

In der Rubrik „Covid 19“ titelte Frau Christina Brandt im Befehlston: „Maske auf – aus Solidarität!„. Noch nicht einmal dann, wenn ich nach den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre – und speziell denen der vergangenen vier Wochen – dazu aufgefordert werden würde, mir eine angebotene Million Euro aus Solidarität in die Tasche zu stecken, könte ich mich überwinden, Solidarität zu zeigen. Ich stelle mich ja auch nicht zum Schäfer auf die Weide aus Solidarität mit seinen Schafen. Solidarität mit diesem Volk können eigentlich nur noch Lobotomierte zeigen. Und das liegt nicht an einem persönlichen Unwillen, sondern an der völligen Unmöglichkeit für jeden, der sich noch einen Funken Selbstachtung bewahrt hat. Dieses Volk hat fertig. Und zwar unwiderruflich. Ich solidarisiere mich nicht mit den Fertigen. Aber gut, ehe ich jetzt zu Frau Christina Brandts Kommentar komme, illustriere ich vielleicht einmal den Rahmen, innerhalb welchem ein solcher Kommentar in Deutschland erscheint.

Vorgestern war ja Bundestagsdebattensimulation im Reichstag wegen der angedachten Einführung einer „Impfpflicht“. Alice Weidel sagte binnen fünf Minuten alles Bedenkenswerte dazu und damit hätte es dann auch gut sein können. Aber es gab natürlich noch andere Redebeiträge – und nicht wenige waren ebenfalls hörenswert. Allesamt kamen sie aus der AfD-Fraktion. Der Abgeordnete Stephan Brandner nannte den Talkshow-Beauftragten der Bundesregierung im Rang eines Gesundheitsministers, Karl „Welle“ Lauterbach, einen „Impflamisten“ und einen „Lügner“. Daß das zutreffende Bezeichnungen für Lauterbach sind, läßt sich dutzendfach nachweisen. Brandner hatte also die Wahrheit gesagt. In einem zivilisierten Gemeinwesen hätte ein solcherart zutreffend Geschmähter schamvoll geschwiegen oder wäre sogar aufgestanden, hätte sich für seine Lügen entschuldigt und seinen Rücktritt angeboten. Nicht so in Deutschland 2022. In Deutschland erhebt sich der Lügner von seinem Platz auf der Regierungsbank und geht an eines der Saalmikrofone im Plenarsaal. Alsdann bemängelt er in besonders betulichem Tonfall, daß es wohl am Anstand im Hohen Haus fehle, wenn seinereiner als Lügner – Obacht: diffamiert – wird. Er schiebt also seinen vorherigen Lügen gleich die nächste hinterher. Lauterbach ist nicht diffamiert worden. Er war zutreffend als das bezeichnet worden, was er ist.

Woher kommt das? – In Deutschland hat es sich eingebürgert, nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Wahrheit und Lüge sind unterschiedslos zu „gleichberechtigte Meinung“ verschmolzen. Wer das nicht akzeptieren will, gilt als Antidemokrat und als intolerant. Allein deswegen schon sind nach allen Regeln der Logik sämtliche Debatten überflüssig. Wo argumentativ nichts mehr zu erreichen ist, weil zwischen Wahrheit und Lüge, richtig und falsch nicht mehr unterschieden werden darf, braucht es auch kein Parlament mehr. Daß man noch eines hat, beweist eigentlich nur, daß man seine Überflüssigkeit nicht wahrhaben will, weil man sich sonst schämen müsste für den Degenerationszustand, in welchem sich die Demokratie in Deutschland befindet. Und Gott bewahre: Sich aufrichtig für etwas zu schämen, wäre das allerletzte, was einem Deutschen im Jahr 2022 in den Sinn käme. Die Fähigkeit zu Selbstkritik und Selbstreflexion ist von Deutschland inzwischen so weit entfernt wie die Sonne vom Mond. „Rechthaben“ ist eigentlich auch nicht mehr wichtig. Viel wichtiger ist es, in der Wahrnehmung einer bis unter die Haarspitzen indoktrinierten Mehrheit Recht behalten zu haben. Mit der Realität muß das überhaupt nichts mehr zu tun haben. Sein ist nichts, der Schein ist alles.

Frau Christina Brandt

Das ist also der „moralische Rahmen“, innerhalb welchem Frau Christina Brandt in der „Süddeutschen Zeitung“ ihren Kommentar im Befehlston abgefasst hat. Der strotzt nur so vor Wahnsinn & Einbildung. Und es ist kein Zufall, daß es die „Süddeutsche Zeitung“ ist, in der er erschienen ist. Dieses ganze Blatt selbst ist nichts weiter mehr, als der gedruckte Degenerationsausweis einer sterbenden Kultur, deren Rückgrat einst die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Lüge, sowie die Differenzierung bei den kleinsten Unterschieden gewesen ist. Es vollzieht sich hier eine Kulturtragödie mit einer nicht für möglich gehaltenen Geschwindigkeit. Aber gut, was hat sie nun geschrieben, die Frau Christina Brandt? So geht’s los: „Bald fällt die Maskenpflicht weitgehend. Das wird als Freiheit gefeiert. In Wahrheit ist es ein Ausdruck von Rücksichtslosigkeit„. Der Fall der Pflicht ist Rücksichtslosigkeit. Gut, der Meinung kann Frau Christina Brandt sein. Aber sie begreift es nicht als ihre Meinung, sondern als die Wahrheit. Ihre Meinung ist die Wahrheit. Offensichtlich glaubt sie, es könne niemanden geben, der das widerlegt. Das ist Irresein. Das ist gaga! „Es wäre so klug und einfach, das bisschen Stoff vor Mund und Nase noch eine Weile zu nutzen, um Alte und Kranke zu schützen und eine Welle von Long-Covid-Fällen auch unter Jungen und Gesunden zu verhindern – wenigstens so lange, wie die Inzidenzen so gigantisch sind.“ – Nein, wäre es nicht. Weil dem Ganzen die Verhältnismäßigkeit fehlt! Und weil Inzidenzen überhaupt nichts über Krankheit aussagen, aber alles über ein Testgeschehen. Niemand lebt für den Test. Es wäre auch nicht „so klug und einfach“, überall nur 30 zu fahren, um die Penner und die Blinden zu schützen und eine Welle von Verkehrsunfällen unter Jungen und Gesunden zu verhindern.

Wer meint, daß er sich schützen muß, der soll eine Maske tragen, meinetwegen auch zwei übereinander. Meinetwegen auch eine Gasmaske. Eine Maskenpflicht für alle ist nicht begründbar in einem freiheitlichen Gemeinwesen. Wenn die begründbar wäre, dann wäre eine ganze Menge anderer Schutzpflichten für die Allgemeinheit begründbar. Kein gesundes Kind kann etwas dafür, daß Alte und Kranke eben Alte und Kranke sind. Was Frau Brandt hier predigt, ist nicht Solidarität, sondern hysterischer Egoismus. Solidarität ist keine Einbahnstraße. Warum fordert niemand die Solidarität derer, die nah am Tod siedeln, weil sie alt und krank sind, mit dem Leben der Jungen und Gesunden?

Masken sind ein Ausdruck von Solidarität“ – nein, sind sie nicht. Auf einen Ausdruck wäre sowieso geschissen. Auf einen Effekt käme es an, nicht auf einen Ausdruck. Die Forderung nach der Beibehaltung einer Maskenpflicht ist allerdings ein Ausdruck. Und zwar ein Ausdruck von Unverschämtheit und der Ablehnung jedweder Eigenverantwortung. Das Leben ist vergänglich. Der Neunzigjährige hat nicht mehr so lange zu leben wie der Zehnjährige. Daß man hinsichtlich des Wertes von Leben keinen Unterschied macht zwischen Jungen und Alten, ist eine sehr zivilisierte Übereinkunft. Aber die ändert nichts an den biologischen Tatsachen. De facto ist das Leben von Alten und Kranken seit Menschengedenken stärker „gefährdet“ als dasjenige der Jungen und Gesunden. Niemand will deshalb die Alten und Kranken umbringen. Aber die Gesetzmäßigkeiten des Lebens lassen sich trotzdem nicht aufheben. Die Maskenpflicht ist lebensfeindlich! Sie behindert andere, wichtige Lebensbedürfnisse bei allen, als da wäre die mimische Konversation, die sprachliche Kommunikation und die Sprachentwicklung von Kleinkindern, die keine Lippen mehr zum Gehörten lesen können. Sie verleugnet die Bedeutung des Gesichts für den Menschen! Die Maskenpflicht ist ein faschistoider Kollektivistenfurz von verzagten Schmalspurdenkern, die nicht wahrhaben wollen, was das je individuelle Leben seiner Natur nach ist, nämlich gefährdet. Und zwar jederzeit durch alle möglichen Unwägbarkeiten. Die Maskenpflicht ist Ausdruck einer Unfähigkeit, überhaupt zu leben. Saudummes Solidaritäts-Gewäsch. Bei jeder Grippewelle der Menschheitsgeschichte waren die „vulnerablen Gruppen besonders gefährdet“. Und?

Doch statt die Masken als das pragmatische Instrument zu betrachten, das sie sind, wird ihre Ablehnung mit einem weiteren Kniff begründet – als Instrument, das eine Freiheit ohne Rücksicht geradezu rechtfertigt. Dank der Masken könnten sich Gefährdete ja schließlich selbst schützen, heißt es jetzt. Sollen doch diejenigen sie tragen, die sie brauchen, und alle anderen, bitteschön, in Ruhe lassen. Am berühmten Massachusetts Institute of Technology, eine Hochburg der Wissenschaft, ist es künftig gar verboten, andere auch nur zu bitten, ebenfalls eine Maske aufzusetzen.“ – ausgezeichnet! Beim MIT hat man offenbar begriffen, was Gesundheitsfaschismus ist und daß man ihn nicht haben will. Diesem Beispiel sollte man folgen im Namen von Freiheit und Eigenverantwortung.

Eine deutsche Kneipe vor 30 Jahren: Viele Leute sitzen darin, sind gesellig und haben eine gute Zeit miteinander, viele rauchen und es wird viel gelacht. Der Nichtraucher steht vor der Kneipe und überlegt, ob er sich dazugesellen will. Dann geht er hinein und lebt mit dem, was er vorher wissen konnte. Heute: Nicht mehr so viele Leute sitzen in der Kneipe, viele stehen vor der Kneipe und rauchen, der Nichtraucher geht hinein und glaubt, daß den Leuten zu Recht das Rauchen verboten worden sei. Tatsächlich ist aber er selbst das asoziale Subjekt, das sich nicht mit Gegebenheiten abfindet und für sich selbst entscheidet, sondern die allgemeinen Gegebenheiten auf sich persönlich angepaßt haben will. Alle lachen über anzügliche Witze? – Er nicht. Er findet diese Witze sexistisch. Sexismus findet er unmöglich – also beschuldigt er alle anderen der moralischen Minderwertigkeit. Dieses Muster zieht sich inzwischen überall durch. Das muß wieder aufhören, und zwar dringend. Weil es lebensfeindlich ist. Ins Schwärmen kann man heutzutage allenfalls noch bei der Vorstellung kommen, daß sich „die Gesellschaft“ diese puritanischen und sauertöpfischen Klugscheißer, diese selbsternannten Moralisten und Lebensverzagten irgendwann nicht mehr bieten lassen wird und sich aufmacht, ihnen endlich den Scheitel zu ziehen. Das ist nämlich längst überfällig. Leben ist etwas ganz anderes als das rein physische Überleben. No risk, no fun.

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