Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Wenn die Backe pocht ist man ein Pocher

+++ Es gibt Leute, die sich das 20 Sekunden-Video in den sozialen Netzwerken in Dauerschleife angesehen haben. Oliver Pocher, seines Zeichens Minderkomödiant im deutschen Fernsehen, hat sich eine saftige Maulschelle eingefangen. Gezüchtigt worden war er von dem Rapper „fatcomedy“. Es gibt eine Vorgeschichte dazu. 2021 hatte die Influencerin Nika Irani dem Berliner Rapper Samra vorgeworfen, sie im Jahr 2020 vergewaltigt zu haben. Die Wellen in der Deutschrap-Szene schlugen hoch. Samra bestritt die Vorwürfe und erwirkte sogar eine einstweilige Verfügung gegen Irani. Die Influencerin Irani selbst berichtete anschließend über Haß und Drohungen, die ihr aus der Deutschrap-Szene entgegengeschlagen seien. Oliver Pocher hatte sich ohne Kenntnis des tatsächlichen Sachverhalts damals eindeutig positioniert, indem er in seinem Podcast für Nika Irani Partei ergriffen – und so womöglich eine Falschbeschuldigerin in Schutz genommen hatte. Außerdem verurteilte er das „sexistische Frauenbild“ vieler Rapper scharf. Der Rapper „fatcomedy“ rechtfertigte das Backensolo für Oliver Pocher nachher mit den Worten: „Weil du so einen unschönen Charakter hast, Menschen gerne erniedrigst, Menschen unterstützt, die behaupten, vergewaltigt worden zu sein, obwohl es nicht stimmt – die Anzeige nehme ich sehr gerne in Kauf. Liebe Grüße, Omar.“ Seines „unschönen Charakters“ wegen hatte sich Pocher lange vorher schon von Harald Schmidt als „so ne kleine miese Type“ bezeichnen lassen müssen. Der geohrfeigte Minderkomödiant nach dem Dortmunder Backenstreich vom vergangenen Samstag bei Instagramm: „Wenn ich Pech habe, habe ich irreparable Schäden„. Ein inexistenter Experte für Schadensregulierungen aller Art verströmte jedoch Hoffnung & Zuversicht, als er anmerkte, wenn Pocher Glück habe, seien die irreparablen Schäden mit der Maulschelle wider Erwarten behoben worden. +++

+++ Apropos Harald Schmidt: In diesem Video bezeichnete er Eckart von Hirschhausen als „schmierigen Kerl“. Sein Team bei der Harald-Schmidt-Show habe von Hirschhausen gehasst. Vergangenes Jahr hatte Eckart von Hirschhausen behauptet, Ungeimpfte seien asoziale Trittbrettfahrer. Kurze Zeit später kam heraus, daß er für seine „Stiftung Gesunde Erde Gesunde Menschen gGmbH“ fast 1,4 Millionen Dollar von der „Bill & Melinda Gates-Stiftung“ erhalten hatte. Bill Gates gilt als einer der größten, wenn nicht als der größte private Einzelaktionär der internationalen Pharmaindustrie und hatte sich 2019 mit einer namhaften Summe an der Firma „Biontech“ beteiligt. Ein inexistenter Experte für rhetorische Feinheiten & juristische Kniefieseligkeiten wies darauf hin, daß auch schmierige Kerle in Deutschland ein Recht auf Beleidigtsein hätten, weswegen dringend auf die Unterscheidung zwischen einem „schmierigen Kerl“ und einem „geschmierten Kerl“ geachtet werden müsse. Ansonsten gelte, daß Harald Schmidt einer der wenigen übriggebliebenen Deutschen sei, deren Wort man weitgehend bedenkenlos vertrauen dürfe. +++

+++ Justus Möser (1720-1794) war ein deutscher Jurist, Staatsmann, Literat und Historiker. Im Jahre 1770 hat er mit „Der hohe Styl der Kunst unter den Deutschen“ eine große Verteidigung des Faustrechts geschrieben: „Die Zeiten des Faustrechts in Deutschland scheinen mir allemal diejenigen gewesen zu sein, worin unsere Nation das größte Gefühl der Ehre, die mehrste körperliche Tugend und eine eigene Nationalgröße gezeigt hat.“ Um das Jahr 1780 herum wurde der Text des Volksliedes „Die Gedanken sind frei“ auf Flugblättern veröffentlicht. Die erste Strophe: „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliehen vorbei wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen, es bleibet dabei: die Gedanken sind frei.“ Und schon sind wir wieder bei der Maulschelle für den Minderkomödianten Pocher. Es gibt nämlich Gedanken dazu, bei deren Lektüre einem heutzutage schier der Atem stockt, ohne daß man sich das im Angesichte des immerwährenden Fortschritts seit 1780 augenblicklich erklären könnte. In den sozialen Netzwerken hat ein wackerer Mann gewagt, Atemberaubendes zu äußern. Er schrieb: „Dass physische Gewalt im Westen so stark geächtet wird, ist – neben dem Frauenwahlrecht – der Hauptgrund für den Niedergang und allgegenwärtigen Verfall. Wo männliche Rohheit die Exzesse des Weibischen – Hinterlist und Heimtücke – als Korrektiv in Schach halten, bleiben Gesellschaften noch lebenswert. Kommt es aber dank Gewaltächtung zur Asymmetrie, triumphieren die Durchtriebenen, Verschlagenen, Niederträchtigen, die das gewaltfreie und verrechtlichte System winkeladvokatisch stets zu ihrem Vorteil auslegen können. Es herrschen dann Mannweiber und Eunuchen. Die Ausbreitung von Unrecht und Leid in unseren dekadenten West-Gesellschaften ist nur noch einzudämmen, wenn das Gewalt-Tabu endlich fällt. Insofern kann ich der Umvolkung aus volkspädagogischer Sicht sogar etwas Positives abgewinnen. Sie treibt jungen Deutschen die Verweichlichung aus.“ Ein inexistenter Experte für Fortschritt & Gedanke kommentierte die Einlassung des wackeren Mannes mit den Worten, wenn solches nicht mehr öffentlich geäußert werden dürfe, ohne daß der anonyme Zensor zu fürchten sei, habe es seit dem Jahre 1780 viel Rückschritt statt Fortschritt gegeben. Im Übrigen lohne sich auch die Lektüre von Texten des deutschen Neurologen, Psychiaters und Wissenschaftspublizisten Paul Julius Möbius (1853-1907). Einer seiner schönsten Sätze sei der folgende: „Niemand kann mehr wünschen als ich, dass es recht viele edle und kluge Weiber gebe; ich sehe nur nicht, dass ihre Zahl durch die Feministen vermehrt werde.“ +++

+++ Rubel-Rubel-Rubel: Die russische „Deadline“ für die Bezahlung von russischem Gas in der russischen Währung Rubel ist der 31. März 2022. Sollten sich die G7-Staaten weiterhin weigern, den Zahlungsverkehr entsprechend umzustellen, ist es erst einmal aus und vorbei mit Gas aus Russland. Verheerend seien die Sekundär- und Tertiäreffekte für die deutsche Wirtschaftskraft, meinte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup in der „FAZ“. So drohe etwa ein Produktionsstopp beim größten Chemiestandort der Welt, der BASF in Ludwigshafen. Tausende von Arbeitsplätzen seien gefährdet. Unterdessen hat sich der Kurs des Rubels erholt und hat fast wieder den Stand von vor den Sanktionen gegen Russland erreicht. Nach allem, was sich abzeichnet, schießen sich die Europäer mit ihren Sanktionen gegen Russland ins eigene Knie, statt ins russische. Man fragt sich ohnehin, was die Sanktoniererei soll. Schließlich befindet sich kein EU-Land und auch kein NATO-Land mit Russland im Krieg, und völkerrechtswidrige Angriffskriege haben in der Vergangenheit noch nie einen derartig aufgescheuchten Hühnerhaufen produziert wie allerweil der in der Ukraine. Ein inexistenter Experte für Plausibilitäten & Wahrscheinlichkeiten erklärte, wenn man den Ablaufplan des „Great Reset“ zur Kenntnis genommen hätte, wäre einem womöglich klar, daß die Auswirkungen der Sanktionen auf die europäische Wirtschaft – und auf die deutsche im besonderen – wahrscheinlich weder politischer Dummheit noch himmelschreiendem Unvermögen geschuldet seien, sondern planvoller Absicht. Wodurch sich dann ein ganzer Rattenschwanz an weiterführenden Fragen ergebe. +++

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