Kriegstreiber Melnyk hetzt gegen Ritter Sport

Ritter Sport (Bild: shutterstock.com/darksoul72)
Ritter Sport (Bild: shutterstock.com/darksoul72)

Das Familienunternehmen und Schoko-Hersteller Ritter Sport hat sich dazu entschlossen, keinen wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen und weiterhin seine Produkte nach Russland zu liefern. Neben selbsternannten Gerechtigkeitsvollstrecker hat auch der ukrainische Botschafter Melnyk, seit dem Ukrainekonflikt mehrfach durch massive Hetze gegen jene aufgefallen, die nicht zu 100 Prozent seinem schwarz-weißen Ukraine-Dogma folgen, der Firma vorgeworfen, Blut an den Händen kleben zu haben.

Ritter Sport hat mitgeteilt, es werde weiterhin Schokolade nach Russland exportieren. Das Unternehmen habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, weiterhin den russischen Markt zu bedienen. Ein Stopp der Lieferungen nach Russland hätte aber zur Folge, dass die Produktion drastisch heruntergefahren werden müsste, was „damit auch ernsthafte Auswirkungen auf uns als unabhängiges mittelständisches Familienunternehmen“ hätte, so das Unternehmen. Ritter Sport habe jedoch zumindest Anfang März entschieden, „nicht weiter in den russischen Markt zu investieren sowie Werbung dort zu stoppen“.

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat diese unternehmerische Entscheidung zum Anlass genommen, um seine Vorstellung, wie deutsche Unternehmen sich zu verhalten haben, unters Volk zu bringen. Auf Twitter warf er dem Unternehmen mit Sitz in Waldenbuch (Kreis Böblingen) sinngemäß vor, es habe wegen seiner geschäftlichen Beziehungen zum russischen Markt Blut an den Händen.

Der verbraucherpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, Bernhard Eisenhut MdL, hat die Unternehmenspolitik des Waldenbucher Schokoladenherstellers „Ritter Sport“ als „krisenbewusst in Krisenzeiten“ gewürdigt. „Ein Mittelständler, der zehn Prozent seines Umsatzes in einem bestimmten Markt erwirtschaftet, kann sich nicht über Nacht von diesem Markt zurückziehen – auch nicht, wenn es der russische ist. Das zeugt nicht nur von Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeitern, sondern auch den davon betroffenen Zulieferern. Es ist genau diese Verantwortung, die Bundes- und Landesregierung für die eigenen Bürger nicht mehr wahrnehmen, sondern sie im Gegenteil unter moralistischen Pseudoargumenten auf die Bürger abwälzen. Das zeigt, dass sich die herrschende Politik komplett aus der Realität zurückgezogen hat.“

Zugleich verurteilte Eisenhut die Kritik des ukrainischen Botschafters am Unternehmen als anmaßend. „Indem er einen Satire-Account bei Twitter zitiert, der in einer makabren Montage für eine fiktive ‚Kriegsedition‘ der Schokolade wirbt, beweist Andrij Melnyk, dass er als ‚Diplomat‘ eine komplette Fehlbesetzung ist. Schokoladenexport mit Blutvergießen zu vergleichen ist so ideologisch abartig, dass man sich fragt, wie ein normal denkender Mensch auf solche Absurditäten kommt. Dass andere Unternehmen wie Kärcher jetzt ebenso in der Kritik stehen, ja ein Yale-Professor gar eine ‚Liste der Schande‘ führt, offenbart eine erschreckend kurzschlüssige Moralisierung, die die eigene Befindlichkeit überhöht und die Folgen für die Bevölkerung ausblendet. Boykottaufrufe wirken da kontraproduktiv und richten nur mehr Schaden an.“

Melnyk ist seit Beginn der Ukrainekrise bereits mehrfach dadurch aufgefallen, dass er sich als Meinungsguru gebärdet. (SB)