Tröstliche Prognose? Es wird genügend unbezahlbare Lebensmittel geben

Foto: SERSOLL/Shutterstock

Berlin – Die Lebensmittelpreise in Deutschland werden weiter deutlich steigen. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Freitagausgabe) unter Berufung auf Vertreter der „Zentrale Koordination Handel – Landwirtschaft“ (ZKHL). So sagte Handelsverbands-Präsident Josef Sanktjohanser dem Blatt, schon vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges seien die Preise „über die Produktpalette hinweg“ um gut fünf Prozent gestiegen.

Dies sei Folge der gestiegenen Energiekosten gewesen. „Die zweite Welle an Preissteigerungen kommt, und die wird sicherlich zweistellig“, sagte Sanktjohanser. Erste Handelsketten hätten schon damit begonnen, Preise anzuheben.

„Wir werden das zeitnah überall in den Supermärkten an den Preisschildern sehen können.“ Es werde „erst einmal keine anhaltende Abwärtsbewegung mehr bei den Preisen“ geben, so Sanktjohanser.

In Deutschland müsse sich aber niemand sorgen, Hunger leiden zu müssen, so der Handelspräsident (wenn er denn genügend Geld hat – (Anm.d.R.)

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, die Versorgung mit Lebensmitteln sei absehbar für ein Jahr gesichert. „Aber über diesen Zeithorizont hinaus ist es schwierig mit einer Prognose.“ Die Spitzenverbände von Handel und Agrarbranche tauschen sich dabei auf Ebene der ZKHL über Folgen des Ukraine-Krieges aus, etwa fehlendes gentechnik-freies Futter für Kühe, aber auch Kostensteigerungen bei der Lebensmittelerzeugung.

ZKHL-Geschäftsführer Hermann-Josef Nienhoff sagte, die aktuelle Welle der Preissteigerungen sei bei den Verbrauchern noch nicht angekommen.Die ZKHL war nach anhaltenden Protesten aus der Landwirtschaft gegen die Preispolitik der Handelskonzerne ins Leben gerufen fordern. Bauern-, Raiffeisen- und Handelsverband sind die Gründungsmitglieder. Ziel der Koordinationszentrale sei es, Verständnis für die Probleme der jeweils anderen Seite zu schaffen, so Nienhoff.

Wer sagt uns eigentlich, dass die drohende zweite Welle (wenn es denn überhaupt die zweite Welle ist), auch die letzte Welle an Preissteigerungen ist – auch wenn der Krieg in der Ukraine – der sowieso nur als Ausrede benutzt wird – längst vorbei ist. Wir befinden uns in einer gigantischen und selbst gezüchteten Inflation und Rezession, eine Geldentwertung droht. Und wenn sich nur noch die Reichen Mehl und Butter leisten können, kommt auch die Hungerkatastrophe, da sollte man nichts beschönigen, das merkt der „Normalbürger“ schon jetzt, wenn er in den Einkaufswagen guckt. Die oben gemachten Aussagen sind an arroganter Widerwärtigkeit kaum zu überbieten.(Mit Material von dts)