Egomane Reichelt bei Servus-TV Klartext (Bild: Screenshot Servus-TV Klartext)

Na das kann ja heiter werden: „Brüllaffe“ Julian Reichelt gründet eigene Medienfirma

Der Ex-Bildchef hatte es nebulös angekündigt, jetzt solle es wohl so weit sein: Julian Reichelt hat eine neue Medien-Firma gegründet. Wenn er sich dort so gebärdet wie beim letzten Servus-TV Medienauftritt, kann man seinen Untergebenen nur „Toi-Toi-Toi“ wünschen und Reichelt ein möglichst kurzes Ego-Trip-Erlebnis.

In seinen Instagram-Videos präsentiert sich der Ex-Bildchef Julian Reichelt als Knallhartjournalist und kritisiert – zum Missfallen seiner Mainstreamkollegen – unter anderem „welches Trümmerfeld uns Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre CDU hinterlassen haben“. In einem Büro in Berlin-Kreuzberg soll er laut dem Spiegel neue, teils abgeworbene Mitarbeiter um sich scharen. Es würde dort angeblich an Formaten getüftelt und zudem habe er ja bereits die Rome Medien GmbH gegründet. Im Handelsregister sei über den Zweck der Unternehmung zu lesen: „Die Produktion, die nationale Verbreitung und Vermarktung von Medieninhalten durch diverse Verbreitungskanäle (z. B. Online, Mobile, Lineares TV)«, das Stammkapital beträgt 25.000 Euro“. Angestrengt versucht das Relotius-Blatt in einem inhaltlich dünnen Artikel die Frage zu beantworten: Was hat Reichelt vor?

Nun ja- was wird der gecancelte Reichelt schon vorhaben? Er arbeitet emsig an seinem Medien-Comeback. Sollte ihm dieses gelingen, dann dürfen sich mutmaßlich sowohl seine neuen Mitarbeiter, wie auch die Konsumenten darauf einstellen, dass es eine egomanisches Julian-Reichelt-Performance werden wird. Das zumindest ist nach seinem letzten Auftritt beim Servus-TV-Format „Klartext“ zu erwarten.

Dort konnte man Reichelt in Hochform erleben. Diskutiert werden sollte unter Moderation des sichtlich überforderten David Rohde das Thema „Russlands Ukraine-Krieg – wann ist die Diplomatie am Ende?“. Als Reichelts Gesprächspartner war der ehemalige NATO-Einsatzplaner, Oberstleutnant a.D. Ulrich Scholz geladen.

Was Reichelt dann in 20 Minuten ablieferte, lässt erahnen, auf welchem sagenhaften Ego-Trip sich dieser Ex-Bild-Schreihals befindet. In unerträglicher Weise versuchte Reichelt seine Position durchzudrücken. Er fiel seinem Gesprächspartner mit einer Penetranz ins Wort, hinter der sich die dereinst moderierende Koksnase Michel Friedman verstecken kann. Oberstleutnant Scholz wurde von Reichelt mit Schimpfwörtern und Beleidigungen eingedeckt, dass es zum Fremdschämen war. Moderator David Rohde gab neben dem tobenden Ex-Bildchef ein Bild der Komplettüberforderung ab, da er nicht im Ansatz in der Lage war, den unverschämten Meinungsdiktator Reichelt Einhalt zu gebieten.

Reichelts Medienprojekt – allein und ausschließlich der in diesem Land kaum mehr vorhandenen Medienvielfalt geschuldet und nicht der Person Reichelt – sei Erfolg beschieden. Seinen neuen Untergebenen kann man nach dem Einblick in Reichelts Charakter nur ein kräftiges „Toi-Toi-Toi“ entgegen gerufen. Und Servus-TV wäre gut beraten, sich einen fähigeren Moderator ins „Klartext“-Studio zu stellen oder Rohde sollte sich schnellstens eine dicke Scheibe bei seinem Chefredakteur Michael Fleischhacker abschneiden. (SB)

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