Opfermodus total (Bild: shutterstock.com/Zyabich)

Opfermodus total: Jetzt auch noch Engpass bei Herstellung lebenswichtiger Medikamente

Wie es aussieht, sind die Deutschen bereit, sich auf ganzer Linie zu opfern. Nun warnt die deutsche Pharmaindustrie, dass durch ein schnelles Gas-Embargo gegen Russland die Produktion lebenswichtiger Medikamente gefährdet ist. Man scheint sogar bereit, auf die Produktion von dem angeblich unverzichtbaren Corona-Impfstoff verzichten zu wollen.

Die deutsche Pharmaindustrie benötig zur Herstellung von Medikamenten erhebliche Menge an Erdgas, vor allem zur Erzeugung von Strom und Prozessdampf, sagte die Vorsitzende der Geschäftsleitung von Merck, Belén Garijo. „Im Falle einer kurzfristigen Energie- und/oder Gasknappheit riskieren wir daher die Produktion und Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten und kritischen Produkten für die Entwicklung und Herstellung von Biologika und Covid-Impfstoffen.“

Auf ein ganz ähnliches, existenzbedrohendes Szenario bereitet sich der Gesundheitskonzern Fresenius vor. Vorstandsvorsitzende Stephan Sturm warnt: „Gleich, welche Seite beschließen sollte, den Gashahn zuzudrehen: Wir tun gut daran, uns zügig auf mögliche Engpässe vorzubereiten“ und warnt vor dem Selbstmordmodus, in dem sich weite Teile der deutschen Gesellschaft aktuell befinden. Das Thema sei „vielschichtig und von großer Tragweite“. Entscheidungen sollten „trotz der schrecklichen Bilder aus der Ukraine, nicht aus einem emotionalen Impuls heraus getroffen werden“, forderte er. Maßstab müsse sein, dass jegliche Sanktionen „dem russischen Regime größere. Schaden zufügen als uns“.

Im absoluten Opfermodus scheint man sogar bereit zu sein, die Produktion des angeblich überlebensnotwendigen Corona-Impfstoffes zu gefährden. Ein Gas-Engpass berge erhebliche Probleme, teilt der Corona-Gewinnler Biontech mit. Jedoch kann das Unternehmen beruhigen: Man habe bereits umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Produktion gegen das Risiko einer Energieunterversorgung abzusichern. Dennoch sei Biontech nach eigenen Angaben auf Rohstoffe oder Vorprodukte von Zulieferern angewiesen.

Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Hans-Georg Feldmeier, stimmt dann schon mal auf massive Kostensteigerungen ein: „Unsere Mitgliedsunternehmen befürchten auf Grund der Energieabhängigkeit von Russland verbunden mit Auswirkungen der Covid-19-Pandemie Versorgungsprobleme und massive Kostensteigerungen bei allen Ausgangsmaterialien und vor allem auch bei den Energiekosten“. Generell gehe man aber davon aus, dass Pharma als kritische Infrastruktur gesehen werde. „Wir erwarten, dass mögliche Restriktionen in unserer Branche zuletzt oder gar nicht kommen“, so Feldmeier laut der Berliner Zeitung. (SB)

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