Wirtschaft gespalten bei Energie-Embargo

Die Inflationsrate schießt weiter nach oben, wir stehen vor einer gewaltigen Rezession, die Millionen Menschen in die Armut treiben wird.

Aber was soll’s. Hauptsache man kann Haltung zeigen und Zeichen setzen. Die Gehirne werden derweil auf Eis gelegt.

Nun gibt es in der Wirtschaft Streit über den Sinn und Unsinn eines Energie-Embargos:

Ein Lieferstopp von russischer Energie würde die deutsche Volkswirtschaft schrumpfen lassen, schätzen die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute. „Die deutsche Wirtschaft dürfte in diesem Fall kommendes Jahr in eine scharfe Rezession geraten“, heißt es in einer gemeinsamen Konjunkturprognose für das Bundeswirtschaftsministerium, über die das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) berichtet. Das Bruttoinlandsprodukt sinkt im Szenario eines sofortigen Embargos um 2,2 Prozent im Jahr 2023, schätzen die Ökonomen.

Am stärksten wäre der wirtschaftliche Einbruch demnach im zweiten Quartal 2023 mit einem Minus von fast fünf Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen würde im Vergleich zum Vorjahr um 418.000 Personen wachsen. Die Arbeitslosenquote würde seit langem wieder die Marke von sechs Prozent erreichen, so die Prognose.

Die Inflationsrate für das Gesamtjahr würde bei fünf Prozent liegen. 2022 würde die Wirtschaft trotz Embargo noch wachsen, die Prognose für das Bruttoinlandsprodukt liegt für das laufende Jahr bei plus 1,9 Prozent. Allerdings wäre die Inflationsrate mit 7,3 Prozent höher als bislang angenommen.

Die sogenannte Gemeinschaftsdiagnose soll am Mittwoch offiziell vorgestellt werden. Erarbeitet wird das Gutachten federführend vom RWI in Essen, vom DIW in Berlin, vom Ifo-Institut in München, vom IfW in Kiel und vom IWH in Halle.

Das alles ist noch schön gerechnet, weil die Folgen noch überhaupt nicht absehbar sind.

Doch trotz scharfer Warnungen einzelner Konzerne finden überraschend viele deutsche Unternehmen ein Rohstoff-Embargo gegen Russland gut. Mehr als 40 Prozent der Firmen bewerten solche Sanktionen positiv. Das zeigt eine Umfrage des „German Business Panel“, über die die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

Das Panel der Universität Mannheim befragt regelmäßig Tausende Firmen, was ein möglichst genaues Abbild der deutschen Wirtschaft ergibt. Das wissenschaftliche Panel ist unabhängig und steuerfinanziert. Allerdings sind die Unternehmen in der Gas-Debatte gespalten: Etwa 36 Prozent sehen ein mögliches Embargo negativ.

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine hat sich die Stimmung der deutschen Firmen dramatisch verschlechtert, geht aus der Umfrage hervor. Vier von fünf Firmen sehen sich erheblich vom Krieg betroffen. Die Unternehmen rechnen im Durchschnitt nun damit, dass ihre Gewinne und Investitionen deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr.

Wahrscheinlich hoffen die Firmen, die sich jetzt ebenfalls gegen die Russen stellen, dass der Staat, also der Steuerzahler wieder einmal einspringt. Schließlich leben wir in einem neo-sozialistischem Land. (Mit Material von dts)

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