Er ist wieder da Foto: Collage

Globale Enteignungswelle

Wer sein Vermögen aus der Hand gibt und Fremden (auch Banken) anvertraut, kann enteignet werden. Die USA haben die höchste Verschuldung ihrer Geschichte (über 30 Bio. Dollar = 135 Prozent BIP), sind also längst überschuldet und dadurch eigentlich nicht mehr kreditwürdig.

Von PROF. EBERHARD HAMER für P.I.NEWS

Sie haben aber auch die höchsten Zahlungsbilanzdefizite ihrer Geschichte (976 Mrd. Dollar in 2020), die sie nur dadurch noch notdürftig decken können, dass sie ihre Satelliten zu NATO-Beiträgen (für die US-Rüstungsindustrie) zwingen und weiter ohne Sachwertdeckung “Geld drucken“. Diese „Fiat-Dollar“ werden in der Welt nur noch so lange angenommen, wie das Vertrauen in den Dollar besteht. Dieses Vertrauen beruht aber nicht mehr auf Wirtschaftsstärke, sondern auf der militärischen Stärke der USA. Und diese ist angekratzt; nicht nur seit Vietnam und Syrien, sondern auch aus der Niederlage und Flucht der größten Armee der Welt aus Afghanistan. Nicht einmal mehr als 800 Milliarden Dollar Militärausgaben können also die US-Armee in Regionalkriegen siegen lassen. Sie kann das Dollarimperium nicht mehr verteidigen. Sobald sich diese Erkenntnis durchsetzt, also die Welt das Vertrauen in den Dollar verliert, verlieren die Amerikaner auch ihre Finanzzuflüsse, ihre Liquidität, ihre Zahlungsfähigkeit – der zweite Konkursgrund.

Der Krieg in der Ukraine wird von den USA nicht nur durch Militärhilfslieferungen unterstützt, sondern ist längst zum Wirtschafts- und Finanzkrieg zwischen den USA und Russland geworden. Wirtschaftssanktionen – insbesondere gegen Öl und Gas – sollen die Zahlungsfähigkeit Russlands schädigen, die Finanzsanktionen (Ausschluss aus dem SWIFT-Abkommen) seine Zahlungsfähigkeit trotz hoher Guthaben stilllegen.

Und in der ganzen Welt werden russische Vermögen beschlagnahmt, nicht nur Vermögen des russischen Staates, sondern auch russischer Privatpersonen, nicht nur der Oligarchen, und sogar ausländischer Vermögen in Russland. Die gleichen Maßnahmen, welche die USA und ihre Verbündeten in und nach dem letzten Weltkrieg auch gegen deutsche Vermögen getroffen haben: Die Enteignung der Deutschen überall in der Welt. Nun sind es die Russen, die überall in der Welt enteignet werden – auch harmlose russische Bürger, die nichts für den Krieg können und gar nichts damit zu tun haben. Es genügt, dass sie Russe sind (wie früher Deutscher), um ihr Vermögen zu enteignen.

In und nach dem letzten Weltkrieg haben England, Frankreich und die USA durch Enteignung des deutschen Staates und Privatbesitzes

alle Auslandsniederlassungen unserer Firmen im Wert von vielen Milliarden Dollar beschlagnahmt und verkauft,
die Konten der deutschen Firmen und deutschen Privatpersonen in der ganzen Welt enteignet – hunderte Milliarden Dollar Wert,
sämtliche deutschen Patente enteignet und in den USA verkauft – Wert mehr als 100 Milliarden Dollar,
auch die Immobilien, die Deutschen irgendwo in der Welt gehörten, wurden enteignet und zugunsten des Staatsvermögens der Siegermächte verwertet – Wert schwer schätzbar, aber auch im Milliardenbereich.
Die Totalenteignung der Deutschen vor 70 Jahren droht nun auch heute den Russen mit der gleichen Begründung: Kriegsfeind. Weil die Welt durch den propagandistischen Hass gegen Russland die Enteignungswelle gegen die Russen akzeptiert, werden bald weitere Enteignungswellen kommen. Dieses Mal nicht aus Kriegsgründen, sondern aus Schulden- und Liquiditätszwängen.

Die international nicht nur in den USA, sondern auch in der EU von vielen Staaten der Welt durch das „billige Geld zu Nullzins“ aufgetürmte Schuldentürme lassen sich durch Sparen nicht mehr abtragen (Point of no return), sondern nur durch Enteignung der Gläubiger, also durch eine erst fortschreitende Inflation und dann Währungsreform. Das war immer so im Laufe der Geschichte mit Überschuldungen und steht jetzt ebenfalls vor uns. Als Grund wird dann nicht die hemmungslose Verschuldung für Ausgabenorgien der Regierungen genannt werden, sondern möglicherweise der Ukraine-Krieg oder die Corona-Folgen oder beides. Die Menschen werden jedenfalls die Enteignungen akzeptieren müssen und plötzlich feststellen, dass die bisher hohe Finanzliquidität nur Schaum war. Verfliegt der Schaum, zeigt sich eine sehr viel geringere Gütermenge, vielleicht nur 20 oder 40 Prozent betragende Realwerte, werden also die Menschen aus der Illusion des großen Reichtums in die Realität der Knappheit und der Armut zurückgeworfen.

Inflation und Währungsreform ist flächendeckende Finanzenteignung. Sie hat bereits begonnen mit dem Nullzins, die die Sparer enteignete (360 Mrd. Euro allein in Deutschland) und die Alterssicherungen zerstörte. Statt dass die Bevölkerung dagegen protestiert hätte, hat sie die politischen Enteignungstäter sogar wiedergewählt, also die Enteignung durch Nullzins akzeptiert.

Auch gegen die Preissteigerungen durch die Inflation wird die Bevölkerung nicht rebellisch werden, zumal die Politik nicht zugibt, dass sie selbst eigentlich durch Geldmengen – durch Schuldenorgie – daran schuld ist, sondern sie wird einen anderen Schuldigen bringen. Den Ukraine-Krieg, Putin.

Das zeigt sich im Gas- und Ölgeschäft. Die Bundesregierung tut so, als sei der Ölpreis von den Öl-Multis oder den Russen gemacht. Tatsächlich sind mehr als 60 Prozent des Ölpreises Steuern. Wenn also der Ölpreis steigt – und damit die Steuern – hätte die Bundesregierung es in der Hand, durch Senkung der Steuern im Ölpreis den Ölpreis stabil zu halten. Der Staat will aber auf diese Dauereinnahmen nicht verzichten, plant deshalb nur „vorübergehende“ Maßnahmen, will also die Kostensteigerungs- und Inflationsenteignung der Bürger weiter betreiben.

Höchste Gefahr besteht somit für alles Sparkapital und alle Konten. Die letzten Währungsreformen in Deutschland 1947 mit Enteignungen von 90 Prozent und die Umstellung auf den Euro 2001 = minus 50 Prozent haben gelehrt, dass jede Währungsreform zu Lasten aller privaten Geldeigentümer geht und letztlich immer dem Staat zugutekommt. Der vorsätzliche Zweck jeder Währungsreform ist ja gerade, die Überliquidität in der Wirtschaft und des privaten Sektors durch die Abwertung zu reduzieren. Dass damit gleichzeitig die Überverschuldung des Staates reduziert wird, bleibt unerwähnt.

Wer einer Bank oder Versicherung oder einem anderen Privatgeschäftsmann Geld leiht oder Geld überweist, hat praktisch Eigentum abgegeben und nur noch einen obligatorischen Anspruch, dass er es wiederbekommt. Dieser Rechtsanspruch ist aber im Zeitalter der Enteignungen immer weniger wert, wird immer weniger eingehalten und gefährdet deshalb jedes Kontogeld.

Den Beweis haben die Schweizer und US-Banken immer wieder gebracht. Das Vermögen der Zaren wurde von der Schweiz nie wiedergegeben, das des Schahs von Persien ebenfalls nicht. Und wer bei Schweizer Banken oder auf Konten Geld zu haben glaubt, wird wie jetzt die Russen erleben, wie schwer es ist Geld und Eigentum (aus Tresoren) von dort wieder herauszuholen. Viele werden scheitern!

Dem Mittelstandsinstitut Niedersachsen sind viele Fälle bekannt, in denen Schweizer und US-Banken mit Erfolg verhindert haben, dass Gold- und Wertdepots in der Schweiz und den USA von den Depoteinrichtern selbst oder ihren Erben wieder herauszuholen waren. Die Finanzwissenschaft spricht sogar vom „Jahrhundertgeschäft der Unterschlagung“ durch Gangster-Banken. Wer also Rechtsansprüche auf Herausgabe seines Depot-Inhalts oder seines Kontos hat, ist immer in der schwachen Situation, muss beweisen, muss klagen, muss möglicherweise jahrelang warten und bleibt oft erfolglos. Das Vertrauen in Banken, Fonds und andere Kapitalsammelstellen sollte deshalb ebenso drastisch reduzieret werden wie die Enteignungspraxis fortschreitet.

Die Enteignung der Russen hat somit nach mehr als 70 Jahren wieder die globale Rechts- und Vertrauensbasis zerstört. Wenn ich aber meinen Schuldnern nicht mehr trauen darf, dass sie mir die Kredite wieder zurückzahlen, ist höchste Gefahr für alle Einlagen bei Banken und Anteilen an Fonds – für alle Finanzanlagen, die Eigentum in manipulierbare Rückgabeansprüche umgewandelt haben.

Die lange fällige, durch den Ukraine-Krieg nun ausgelöste Rezession wird absichtsgemäß durch die „Schwab-Connection“ (Davos) zum „Great Reset“ gesteigert werden und viele Verlierer haben, die sich der übergriffigen öffentlichen und privaten Hände nicht erwehren konnten.

Die Mittelstandsforschung rechnet sogar damit, dass diese große Rezession und Enteignungswelle etwa ein Drittel der Mittelschicht in die Unterschicht und in die Armut treibt, dass unsere Mittelschicht-Gesellschaft nachhaltig dadurch verändert wird.

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