Wegen Tesla-Werk: „Rasen gießen verboten“

Rasenspenglerverbot (Bild: shutterstock.com/Fahkamram)
Rasenspenglerverbot (Bild: shutterstock.com/Fahkamram)

Im Tesla-Land Strausberg wird das Wasser knapp. Weil die Gigafactory des US-Autobauers Tesla Unmengen von Wasser benötigt, wird den Bürgern in Strausberg nun das Wasser rationiert. Aktuell jedoch sorgen 15.000 Liter Chemikalien, die in der Tesla-Lackiererei ausgelaufen sind, dafür, dass sich die Bürger Sorgen um ihr rationiertes Trinkwasser machen.

Das Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide liegt in einem Trinkwasserschutzgebiet. Umweltverbände hatten immer wieder bezweifelt, ob in der Region überhaupt genug Trinkwasser für den Betrieb der Fabrik vorhanden ist. Nach Ansicht der Landesregierung von Brandenburg ist die Trinkwasserversorgung für die 170.000 Einwohner im Einzugsgebiet des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE) durch das Tesla-Werk nicht in Gefahr. Das zumindest teilte man den Menschen dort mit.

Rasenspreng-Verbot für Einwohner von Strausberg 

Nun scheint es sich auch hier herauszustellen, dass es sich um eine handfeste links-grüne Lüge handelt. Denn: Dort wird das Wasser immer knapper. So knapp, dass der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) nun erste Sanktionierungen verhängen wird. Vorerst sind davon aber nur Menschen betroffen, die neu in die Region ziehen. In einem neu gebauten Haus dürfen künftig nur 105 Liter Wasser pro Person und Tag verbraucht werden. Ab 2025 soll dies für alle im Einzugsbereich gelten.

Auf der Seite der WSE heißt es dazu – im vertraulichen links-grünen Du-Ton: „Du entscheidest: Klimaschutz beginnt an deinem Wasserhahn.“ Der WSE wird dann konkret: Alle könnten mit ihrem Verbrauchsverhalten zum Schutz der Ressource Wasser beitragen. „Eine Befüllung des Swimmingpools, Autowäsche im Garten, ausgiebige Rasenberegnung gehören nicht zur notwendigen Trinkwasserversorgung.“ Der Verband verweist dann noch gnädiger Weise darauf hin, dass die Rationierung auf 105 Liter eine beachtliche Senkung ist.

Die Schuldigen sind dann auch ausgemacht: Der Wasserverband und dessen Verbandsvorsteher André Bähler macht vor allem die Kleingartenbesitzer aus Berlin für den überdurchschnittlichen Verbrauch mitverantwortlich. Sie seien nicht im Verbandsgebiet gemeldet, würden aber vor allem an warmen Wochenenden ihre Gärten bewässern und so den Verbrauch in die Höhe treiben.

Der Verbrauch soll über die Jahresabrechnung kontrolliert werden: Liegt der tägliche Durchschnittsverbrauch über der Grenze, werden Geldbußen fällig.

15.000 Liter Chemikalien in Tesla-Lackiererei ausgelaufen

Ob die Bürger im Tesla-Land überhaupt ihr Trinkwasser noch nutzen können, diese Frage stellt sich aktuell. Am 11. April kam es – nur einen Monat nach Betriebsgenehmigung – in der Tesla-Lackiererei zu einer Havarie. 15.000 Liter Chemikalien liefen aus. Während die Umweltverbände Grüne Liga und Naturschutzbund sowie die Bürgerinitiative Grünheide Aufklärung fordern, die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) sogar einen Produktionsstop und festgestellt wird: „Das stinkt zum Himmel“ und deutlich wird: „In diesem Werk wird mit wassergefährdenden Substanzen gearbeitet. Unsere Befürchtungen, dass es hier nicht hätte gebaut werden dürfen, bestätigen sich“, wird vom Brandenburgischen Landesumweltamt beteuert: „Es bestand keine Gefahr für die Umwelt oder die Nachbarschaft.“ Diese Aussage dürfte den Wahrheitsgehalt der vorherigen Beteuerung haben: Die Trinkwasserversorgung ist durch das Tesla-Werk nicht gefährdet. (SB)