Berliner Immobilienunternehmen eiskalt: Obdachlose raus – Ukraineflüchtlinge rein

Mehr als 50 Obdachlose fanden nach zum Teil langen Jahren auf der Straße wieder ein Dach über dem Kopf. Das Glück ist offenbar von kurzer Dauer. Am Montag heißt es für sie wieder: Ab auf die Straße. Sie sollen Platz machen – für Flüchtlinge aus der Ukraine. Denn die bringen den fetten Gewinn.

Kurz vor Weihnachten besetzte die Initiative „Leerstand-Hab-ich-Saath“ den leerstehenden Plattenbau in der Habersaathstraße 40–48 in Berlin-Mitte. Im Januar zogen mit Einverständnis des Immobilieneigentümers Arcadia Estate GmbH und des Bezirks Berlin-Mitte Obdachlose ein. Es sollte eine temporäre Lösung sein, denn die Arcadia Estate GmbH will abreißen und neu bauen. Seit Jahren streitet sie nun schon mit dem Bezirk Mitte um das Bauland in Top-Lage zwischen BND-Zentrale und Charité. Seit Januar kommt man laut Berliner Zeitung einer Einigung näher, der Bezirksbürgermeister will dem Abriss zustimmen, wenn in einem Teil des Neubaus günstige Wohnungen entstehen.

Mittendrin nun mehr als 50 Obdachlose, die zum Spielball von Politik und Immobilienbesitzer werden. In einem Brief an die Initiative fordert die Hausverwaltung die Obdachlosen auf, am Montag auszuziehen und die Schlüssel zu übergeben – „Schlüsselübergabe direkt vor der Einheit“.

Man danke der Initiative für ihr „Engagement“, denn die hatten einiges investiert um die Wohnungen bewohnbar zu machen. Freiwillige reparierten Leitungen oder Spülkästen in den Wohnungen, installierten Rauchmelder und organisierten Möbel.

Doch das Wohnungsunternehmen Arcadia Estate hat offensichtlich bis zum Abriss eine sprudelnde Geldquelle für sich entdeckt. Man wolle Wohnraum für die „Ukraine-Hilfe“ anbieten. Man werde das „gemeinsam mit einem von Ukrainern geführten Unternehmen im Objekt“ organisieren. „Die geänderten Umstände in Europa und die Flüchtlingslage in Berlin gebieten aus unserer Sicht eine sofortige Hilfe“, heißt es scheinheilig in dem Schreiben, das der Berliner Zeitung vorliegt. Das Unternehmen habe dem Bezirk bereits eine Zusammenarbeit angeboten.

Und die Obdachlosen? Es habe sich schließlich nur um eine „Winterhilfe“ gehandelt und die ende mit dem April. Dies habe man „der guten Ordnung halber auch dem Bezirksbürgermeister noch einmal per E-Mail mitgeteilt“. Stephan von Dassel (Grüne), der den Einzug der ehemaligen Obdachlosen unterstützt hatte, habe auch stets betont, daß es sich um eine zeitlich begrenzte Lösung handele.

Für die Initiative ist klar, hier will das Wohnungsunternehmen absahnen, denn: „Mit Geflüchteten kann man mehr Geld verdienen. Wir zahlen nur die Betriebskosten, bei Geflüchteten kann man Miete verlangen“- die dann großzügig und zeitlich unbegrenzt aus der Tasche des Steuerzahlers fließt.

Die Unterstützer der Obdachlosen kündigen Widerstand an: „Wir haben vor, zu bleiben. Es gibt die Vereinbarung zwischen Bezirksamt und Eigentümer, dass Obdachlose so lang bleiben können, bis es zum Abriss kommt. Das hätte drei bis fünf Jahre dauern können“, erklärt die Sprecherin Valentina Hauser. Einige der ehemals Wohnungslosen seien inzwischen offiziell im Haus gemeldet. Die Schlüssel werde man am Montag jedenfalls nicht aushändigen, so Hauser.

In dem Plattenbau, der aus den letzten Jahren der DDR stammt und für Mitarbeiter der Charité gebaut worden war, gibt es kleine, günstige Wohnungen, von denen die meisten mitten in der größten Wohnungskrise Berlins leer stehen und wohl auch nie mehr regulär vermietet werden. Abriss, Neubau und der Verkauf von Eigentumswohnungen ist einfach attraktiver, als bezahlbaren Wohnraum für Menschen anzubieten. (MS)

 

 

 

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