Nicole Höchst MdB; Bild: Nicole Höchst
Nicole Höchst (MdB) vom AfD-Landesverband Rheinland-Pfalz

Höchst brisant: Gleichstellung als Zersetzungsmotor

Anything goes, sexuell und moralisch: Es gibt keine Grenzen mehr, der gesellschaftliche Zusammenhalt zerbröselt / von Nicole Höchst

Männer und Frauen sind gleichberechtigt”, heißt es in Artikel 3 des Grundgesetzes. Ein Faktum, welches die identitätspolitischen Krieger der speziellen Art heute eher zum Gähnen bringt: Zu wenig spalterisch, zu wenig kontrovers, zu wenig gaga. Diese Krieger verteidigen schließlich mit Herzblut und aus voller Überzeugung ein völlig neues Land – das Regenbogenland. Ihr spiritueller Schmuck sind weibliche Penisse, ihre Kriegsbemalung ist männliches Menstruationsblut. Sie sind herrlich inkonsequent in ihren Forderungen. Denn einerseits treten sie für diversifizierte und -zig gefühlte Geschlechtsidentitäten ein, andererseits möchten sie nur Frauen in Führungspositionen quotieren, nicht aber den gesamten Rest der gefühlten Identitätsfreakshow. Ist das etwa das letzte Zucken eines Rest-Realitätssinns? Denn nur, wer mindestens queer ist, hat in der woken Jammergesellschaft überhaupt die Möglichkeit, Gehör zu finden.

Allein wichtig ist, dass man der stinknormalen Gesellschaft Diskriminierung, fehlende Toleranz und Akzeptanz vorwerfen kann. Und noch wichtiger, dass man auf Kosten des Steuerzahlers der linksorientierten „Zivilgesellschaft” ein weiteres Segment hinzufügen kann, das wiederum – am besten schon in dieser Legislaturperiode – eine weitere Stiftung beschäftigt, zumindest aber zahllose steuergeldfinanzierte Projekte und die entsprechende Aufmerksamkeit für sich reklamieren kann. Bei entsprechender Persistenz, Penetranz und Jammerfrequenz ist vielleicht auch noch eine direkte Besserstellung gegenüber den bemitleidenswert Normalen möglich, die untertänigst den ganzen bunten Quark abzunicken haben, weil sie sonst nämlich ewig gestrig, intolerant, nicht weltoffen und mindestens „nazi” sind.

Krankhafte Jagd nach dem Perversen

Dabei treibt die krankhafte Jagd nach dem immer Perverseren, Abnormeren und darum Originellerem (und somit für die „Zivilgesellschaft” so wichtigem „Bunten”) immer faulere Blüten. So darf beispielsweise jemand wie Markus aka Tessa Ganserer, der solch völlig absurde Dinge äußert wie „Der Penis ist kein primär männliches Geschlechtsorgan”, heutzutage davon ausgehen, dass sich – bis auf einige wenige bodenständige Bastionen der Vernunft in Gesellschaft und Politik – niemand mehr traut, dem zu widersprechen. Dabei ist diese Aussage ganz offensichtlich wahrheitswidrig, unwissenschaftlich und nach allen biologischen und evidenzbasierten Erkenntnissen schlichtweg falsch. Selbstverständlich ist der Penis ein männliches Sexualorgan. Und selbstverständlich menstruieren Frauen und nicht Männer – weswegen es auch garantiert keine Abfalleimer für Menstruationshygiene und ähnliche Artikel auf Männertoiletten braucht (auch wenn die SPD eben dies forderte). Krank ist eine Politik, die der Mehrheitsgesellschaft derartig Absurdes weismachen möchte, postwissenschaftlich und post-realitätsbezogen!

Es offenbart sich hier die dekonstruktivistische „Anything-Goes”-Nabelschau einer Gesellschaft, die es hinnimmt, dass in Frauengefängnissen Insassen von anderen Insassen schwanger werden – obwohl in Frauengefängnissen alle Insassen Frauen sein müssen (ohne Penis und Hoden, versteht sich). Wenn also Frauen in Frauengefängnissen von anderen Insassen schwanger werden, waren automatisch funktionstüchtige männliche Sexualorgane im Spiel. Ein Narr, wer da Anderes denkt – und wahrhaft ein Idiot, wer dergleichen auch noch propagiert. Was sind das für biologische Männer, die sich für Frauen halten, um dann in Frauengefängnissen als weibliche Besamerinnen mit männlicher biologischer Grundausstattung den Fortpflanzungsakt zu vollziehen?

Vielfaltspreisende Öffentlichkeit

Sie halten das für bekloppt? Mitnichten! Sie müssen da draußen bitte endlich verstehen, dass kein individueller Fetisch, keine Abseitigkeit und keine Idiosynkrasie mehr zu abstrus ist, um der Gesellschaft heute nicht als „normal“, also als Bestandteil von sozialer Normalität, verkauft zu werden. Da ist zum Beispiel der Mann, der für sich in Anspruch nimmt, ein „lesbischer Mann” zu sein; auch dieses ganz persönliche Schicksal erfährt, journalistisch gestreichelt, seine wohlverdiente und vielfaltspreisende Öffentlichkeit. Was, zum Henker, ist ein lesbischer Mann? Es ist völlig normal und biologisch so vorgesehen, dass ein Mann sich zu Frauen hingezogen fühlt. Selbst wenn er sich zu Lesben hingezogen fühlt, ist er deswegen per definitionem selbst nicht lesbisch, seine Sexualität ist auf Frauen orientiert! Die „Normalität“ – heute schon ein brandgefährlicher Begriff – nennt so etwas Heterosexualität. Natürlich gibt es Ausnahmen. Also die Menschen, die sich homoerotisch zu gleichgeschlechtlichen Partnern hingezogen fühlen. Das ist aber bei Weitem nicht die gesellschaftskalibrierende Norm – und die Natur hat auch nicht vorgesehen, dass sie es wird.

Ich habe darüber schon gefühlte Tausend Male geschrieben, aber ich komme dennoch einfach nicht darüber weg, dass in der Vielfaltspropagandapresse jede sexuelle oder „identitätsstiftend” geschlechtliche Abnormität mit Fanfarenstößen als neueste heldische Errungenschaft in die Welt posaunt wird. Ja, ich habe ein Problem damit, dass ich sogar in den vermeintlichen „Qualitätsmedien“ über sehr die privatesten Fetische und Neigungen von Paaren lesen muss. Diese können, dürfen sollen sie sehr gerne ausleben und einvernehmlich praktizieren – aber bitte in ihrem stillen Kämmerlein! Öffentliche Ausschmückungen durch Besingen und Bewerben dieser intimen und schrägen, aber höchstpersönlichen Details, welche Hormone „sie“ nimmt, damit ihre Brüste wieder milchen und der Mann dann diese Milch saugt, wäre doch eher in einschlägigen Milieuzeitschriften zu verorten als in der Mainstream-Presse. Oder täusche ich mich da? Jedem Tierchen sein Plaisierchen – aber offenbar muss am liebsten täglich etwas Durchgeknallteres her, zur krampfhaften Tabu- und Grenzverschiebung oder hohlen Provokation… wie zum Beispiel über „Ökoerotiker” in der „Süddeutschen„.

„Familie“ ist überall, wo Liebe ist

Immer noch nicht ausgefallen genug? Kein Problem! Es gibt da ja auch noch die Leute, die erotische Beziehungen zu Dingen unterhalten. Nein, nicht Erwachsenenspielzeug ist gemeint, sondern zum Beispiel ein Flugzeug – genannt „Objektophilie”. Man muss nicht prophetisch begabt sein, um anzunehmen, dass die 2017 im Bundestag unwürdigerweise mit Konfetti gefeierteEhe für alle” eben mitnichten allein auf gleichgeschlechtliche Paare gemünzt sein muss. Der Gesetzestitel „Ehe für alle” bietet nämlich nun wahrlich genug Spielraum für allerhand Absurdes. Die eine heiratet ihren Lieblingsbaum oder ihr Gartenmöbel, der andere ehelicht ein Flugzeug, manch einer gleich sich selbst. Warum nicht seinem Haustier die Ehe versprechen, einer Leiche, seiner Enkelin, einem kompletten Fußballverein oder seinem Senfbrötchen?

Schließlich ist „Familie” überall dort, wo Liebe ist. Nicht länger in Paarbeziehungen, sondern in „Verantwortungsgemeinschaften“ , von denen sowohl die FDP fabuliert  als auch die Grünen, die postulieren: „Familie – das ist überall dort, wo Menschen Verant- wortung füreinander übernehmen. Die Ampel will diese Vielfalt endlich im Recht abbilden und allen Familien- formen Anerkennung zukommen lassen.”  Wer garantiert, dass es bei der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare, Harems und Kommunen bleibt und all diese blumigen Bestrebungen nicht auch auf andere „moderne” Beziehungen ausgeweitet werden sollen, wie oben genannt? Der Phantasie sind da schließlich keine Grenzen gesetzt. Vielfalt regiert, alles ist möglich.

Nichts gegen Deviationen

Dabei ist es doch völlig offensichtlich: Wo immer durchgesetzt wurde, dass auch wirklich alles geht ist, hat die Gesellschaft ihre Erdung, ihren Kontakt zu Realität und Moral gänzlich verloren. Wissen Sie, die meisten Menschen haben gar nichts gegen Deviationen – so auch ich. Diese müssen allerdings einvernehmlich und unter Erwachsenen stattfinden. Sie dürfen nicht zum Gradmesser für Toleranz werden oder, schlimmer noch, als Beschleuniger der moralischen Zersetzung der Gesellschaft öffentlich zelebriert werden, und dementsprechend als Maßstab für die fragwürdige „Weiterentwicklung” einer Gesellschaft dienen. Ich persönlich halte es für eine Form von sexueller Nötigung, wenn mich Presse, Politik und Gesellschaft ständig mit sexuellen Darbietungen in Bild, Wort und Schrift nötigen und mein Schamgefühl verletzen. Privates muss privat bleiben!

Als Christ fühlt man sich an die Geschichten des Alten Testaments erinnert (man denke nur an Sodom und Gomorrha), als Historiker an den Untergang ganzer Weltreiche, die – in frappierender Ähnlichkeiten zu heute – ebenfalls vor lauter Dekadenz und der Jagd nach dem immer irreren Kick schließlich in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind. Gesellschaften, die den moralischen Kompass verloren haben, die nur noch um das Individuum und seine unbegrenzten Möglichkeiten kreisen, zerfallen nicht nur und verlieren ihren inneren Zusammenhalt; sie verlieren auch ihr gemeinsames Wertefundament.

Oben ohne im Freiband

Sexualität, Identität und Vielfalt amalgamieren heute zum modernen Goldenen Kalb.
Soweit, so schlecht. Deutschland schafft sich ab – gemeinsam mit den nicht minder pervertierten Gesellschaften des „Wertewestens“ im im trauten Reigen um das heidnische Ideenfeuer. Warum nicht gleich Pornografie studieren und der Gesellschaft unglaubliche neue Erkenntnisse liefern? Dazu bräuchten die tonangebenden verstrahlten Traumtänzer noch nicht einmal die Hilfe von außen. Vorhang zu, Groteske beendet? Nö. Jetzt nimmt die alte Geschichte eine neue, spannende Wende! Das jedenfalls ist bei der Durchdringung und Anreicherung unserer Gesellschaft mit Vertretern des archaischen Patriarchats aus fernen Ländern anzunehmen.

Medien verkündeten kürzlich das Ende des Textilzwangs für Brüste im Allgemeinen – wobei als Auslöser die zeitgeistliche Anekdote „Eine Frau, die sich als Mann fühlte, war oben ohne im Schwimmbad“ herhalten musste Undenkbar für die einen – ganz normal für die anderen. Schließlich hat die Realität dem Gefühl zu folgen! Und so jetzt kommt eben Wendung: Der „Nachteil” muss ausgeglichen werden. Brüste sind schließlich gleich Brüste – egal ob männlich oder weiblich. Also werden jetzt alle Brüste gleichgestellt. Was passiert wohl in den Schwimmbädern der „Buntesrepublik Schland”, wenn dort vor der gängigen orientalisch-männlichen Party- und Event Szene Brüste paradiert werden? Ich überlasse dies nun der Fantasie der Leser.

Missstände im teutonischen Wokistan

Und ich fürchte, biologische Frauen, die sich als „Männer” fühlen und fortan barbusig von der woken Gesellschaft Akzeptanz und Anerkennung einfordern, sehr schnell auf den Boden der biologischen Realitäten zurückpenetriert werden könnten. Denn in archaisch-patriarchalisch strukturierten Parallelgesellschaft könnte die Zurschaustellung von weiblichen sekundären Geschlechtsteilen als nachdrückliche Aufforderung zum Koitus aufgefasst werden. Falls also dieses nächste unausweichliche Aufeinanderprallen der Kulturen erfolgen sollte – wie wird man wohl reagieren im bunten Regenbogenland? Ich vermute, auf diese möglichen Missstände hin werden im teutonischen Wokistan als erstes weitere Schutzzonen in Schwimmbädern und an Seen ausgelobt. In denen können dann Frauen ebenfalls schwanger werden von Frauen mit Penis.

Apropos: Sind dann eigentlich Schwangerschaften, die aus Beischlaf mit Frauen mit Penis resultieren, gleichgestellt mit Schwangerschaften, die aus Beischlaf mit Männern mit Penis resultieren? Und wie stellt man eigentlich Männer ohne biologischen Penis und Hoden mit zeugungsfähigen, biologischen Männern gleich? Wie stellt man „Ökosexuelle” in Bezug auf etwaigen Nachwuchs gleich? Und so weiter, und so fort?

Harter Aufprall für die Schnellflöckchen

All diese Überlegungen muss man schon anstellen… den der Aufprall auf dem Boden der Realität wird sonst zu hart für die Schneeflöckchen, denen man schon im Kindergarten eingeflüstert hat, dass sie alles sein können, was immer sie wollen. Keine Limits, keine Realitätsanker.

Und es stellt sich – im im teutonischen Wokistan natürlich das Allerwichtigste! – die Frage: Wie quotiert man all diese „benachteiligten” Personen auf lukrativen Stellen mit üppigen staatlichen Transfereinkommen? Da wird sich dank unserer linksgrünen Machteliten schon was finden lassen – natürlich nur, wenn die Anspruchsberechtigten das richtige Parteibuch haben; mit dem falschen Parteibuch dürfen sie auch als sexuelle Minderheit medial gesteinigt werden.

Manchmal komme ich mir vor, als sei Leben in Deutschland so etwas wie eine Dschungelprüfung. Nur leider kommt keiner, der den Alptraum beendet, es wird auch niemand herausgewählt und der Alptraum ist eben nicht zu Ende – weder für mich noch für alle anderen, die schreien: „Ich bin ein Star… äh: Ich bin normal, holt mich hier raus!

Ich wünsche uns allen noch einen schönen 1. Mai!

 

 

 

Zur Person:

Nicole Höchst, Jahrgang 1970, ist AfD-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz. Sie trat 2015 in die AfD ein und ist seit 2017 Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 201 (Bad Kreuznach/Birkenfeld). Dort ist sie unter anderem als ordentliches Mitglied und Obfrau des Bildungsausschusses und als Sprecherin der AfD-Fraktion für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung tätig. Ferner ist sie stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Familie, Senioren und Jugend sowie für Digitales. Höchst ist desweiteren Delegierte des Deutschen Bundestages in den Europarat für die AfD-Fraktion und stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Bis 2012 unterrichtete sie als Studienrätin am Staatlichen Speyer-Kolleg, anschließend war sie bis Oktober 2017 Referentin am Pädagogischen Landesinstitut (vormals IFB). Höchst war 2015 Mitglied der AfD-Bundesprogrammkommission und ist stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Speyer. Sie ist katholisch, hat vier Kinder und lebt mit ihrer Familie in Speyer, wo sie auch Stadträtin ist.

Auf jouwatch veröffentlicht Nicole Höchst alle 14 Tage die kritische Kolumne „Höchst brisant“ zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Unter demselben Titel veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen Videobeiträge auf ihrem YouTube-Kanal.

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